Tour de France 2026: Warum Unibet leer ausgeht und Caja Rural die Wildcard erhält

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 30 Januar 2026 um 13:15
christianprudhomme
Die Tour de France hat am Morgen die 23 Teams für die Ausgabe 2026 bekanntgegeben. Für Überraschung sorgt die Einladung von Caja Rural - Seguros RGA, während Unibet Rose Rockets außen vor bleibt. Das französische Team reagierte umgehend, zugleich erklärte Tour-Direktor Christian Prudhomme öffentlich die Hintergründe dieser Entscheidung.
In den sozialen Medien veröffentlichte Unibet-Teamchef Bas Tietema eine ausführliche Stellungnahme. „Die meistgestellte Frage der letzten Monate lautete: ‚Fahren die Rockets 2026 die Tour de France?‘ Hier die ehrliche Antwort: nein. Wir werden 2026 nicht am Start der Tour de France stehen, heute haben wir die Nachricht erhalten, dass wir keine Wildcard bekommen. 2026 wird trotzdem ein großartiges Jahr und wir werden alles tun, um uns weiter zu verbessern. Die Tour de France ist und bleibt unser Traumrennen, also träumt bitte weiter mit uns, denn da kommt noch sehr viel auf uns zu – nicht nur in diesem Jahr, sondern auch in den kommenden Jahren.“

Warum die ASO anders entschied

Nach zahlreichen hochkarätigen Verpflichtungen und der französischen Lizenz galt eine Wildcard für Unibet lange als wahrscheinlich. Nicht nur die Zugänge von Fahrern wie Dylan Groenewegen und Wout Poels sprachen für das Projekt, auch die personelle Breite überzeugte. Mit Victor Lafay stieß zudem ein früherer Tour-de-France-Etappensieger dazu, der bereits nahe am Karriereende zu stehen schien. Marcel Kittel verstärkt den Stab zusätzlich.
Auf Nachfrage der AFP erklärte Prudhomme am Morgen die Sicht der ASO deutlich: „Unibet Rose Rockets? Sie geben überhaupt nicht vor, französisch zu sein. Sie haben mehr niederländische Fahrer. Es stimmt, sie haben sehr gute Verpflichtungen getätigt mit Wout Poels, Dylan Groenewegen und Victor Lafay, drei früheren Etappensiegern der Tour de France. Das ist ein Team, das langfristig von der Tour de France träumt. Wir werden das in den kommenden Jahren genau beobachten.“
In den Augen des Tour-Direktors reichte das Gesamtpaket dennoch nicht aus, da auch andere Teams die Nominierung verdient hätten. Den Zuschlag erhielt schließlich Caja Rural - Seguros RGA.
„Wir sind nach dem gleichen Prinzip wie in den Vorjahren vorgegangen, sprich wir haben die Zweitliga-Gesamtwertung am Ende der Saison 2025 herangezogen. Caja Rural ist 25., aber durch das Aus von Arkea - B&B Hotels und die Fusion zwischen Lotto und Intermarche entspricht das Rang 23“, so Prudhomme.
Zusätzlich könnte die sportliche Präsenz von Abel Balderstone den Ausschlag gegeben haben. Der amtierende spanische Zeitfahrmeister überzeugte bei der Vuelta a Espana, wo Caja Rural Vierter der Teamwertung wurde und Balderstone als Kapitän Rang 13 der Gesamtwertung belegte. „Er ist Spanier und zugleich Katalane“, betonte Prudhomme – ein Detail, das im Kontext des Tour-Starts in Spanien Gewicht haben dürfte.
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