Die Folgen von Mads Pedersens Sturz zum Saisonauftakt sind ernster als zunächst erhofft, berichtet
Bjarne Riis, der eine klare Einschätzung dazu abgab, was die Verletzungen für die Klassiker-Ambitionen des Dänen bedeuten könnten.
„Bei Mads hingegen: Das ist kritisch. Es ist eine Frage der Zeit, ob er es schafft“,
sagte Riis in einer Analyse von Pedersens Lage gegenüber Ekstra Bladet.Pedersen stürzte und gab die Auftaktetappe der Volta a Comunitat Valenciana auf, später bestätigte
Lidl-Trek Brüche an Handgelenk und Schlüsselbein.
Der Sturz durchkreuzte sofort den sorgfältig geplanten Frühformaufbau mit wichtigen Rennblöcken im Februar und März, die in die Frühjahrsklassiker führen sollten.
Warum das Handgelenk die eigentliche Sorge ist
So schwer der Sturz auch war, Riis machte deutlich, dass nicht alle Verletzungen dasselbe Langzeitrisiko bergen.
Um den Schlüsselbeinbruch zeigte er wenig Sorge und verwies auf Pedersens Robustheit und den planbaren Heilungsverlauf nach einer Operation. „Ein gebrochenes Schlüsselbein ist an sich ernst, aber wenn es operiert wird, hält es nach sehr kurzer Zeit. Dann geht es darum, den Schmerz auszuhalten, und darin ist Mads gut“, sagte Riis.
Die Unsicherheit liegt jedoch beim Handgelenk. „Es hängt vom Handgelenk ab und wie schlimm es ist. Er kann natürlich auf der Rolle sitzen, aber das geht nicht sehr lange, denn irgendwann muss man raus und die Anstiege fahren, die notwendig sind“, erklärte er mit Blick auf die Anforderungen der Klassiker-Vorbereitung.
Diese Unterscheidung ist entscheidend. Während die Grundform während der Genesung indoor stabil gehalten werden kann, verlangen Rennen wie die Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix spezifische Reize: lange Stunden auf der Straße, wiederholte Antritte und anhaltende Belastung des Oberkörpers – all das setzt das Handgelenk unter Stress.
Frühjahrsambitionen unter Druck
Riis wollte Pedersens Frühjahr noch nicht abschreiben, blickte auf die frühen Monumente aber vorsichtig. „Mailand–Sanremo wird schwierig, daher sind es wohl eher Flandern und Roubaix, die ihm liegen. Aber das ist jetzt schwer zu sagen“, meinte er.
Diese Einschätzung passt zur bekannten Zeitleiste der Verletzung. Handgelenksbrüche heilen sehr unterschiedlich, besonders für Fahrer mit Ziel Kopfsteinpflaster, wo Vibrationen und wiederholte Schläge unvermeidlich sind. Selbst kurze Verzögerungen beim vollständigen Outdoor-Training können später im Frühjahr Form und Timing beeinträchtigen.
Riis äußerte sich zuletzt auch zu weiteren dänischen Profis, darunter Jonas Vingegaard, doch sein Tonfall bei Pedersen war deutlich ernster. Wo andere Rückschläge mit Geduld zu managen sind, wird Pedersens Situation aus Riis’ Sicht von der Zeit und den engen Fenstern eines Frühjahrskalenders bestimmt, der auf niemanden wartet.
Pedersens Widerstandskraft steht vorerst außer Frage. Ob sein Vorbereitungsfenster lang genug ist, hingegen schon.