Im Profiradsport reicht eine starke Form oft nicht zum Sieg, wenn das Glück fehlt.
Lotte Kopecky erlebte das aus nächster Nähe beim Saisonauftakt
Omloop Het Nieuwsblad. Ein Massensturz im Feld hinterließ ihr Rad unmittelbar vor dem wichtigsten Anstieg des Tages beschädigt, zwang sie zum Radwechsel und führte zu einer Lücke, die nicht mehr zu schließen war.
Ein beschädigtes Rad vor dem entscheidenden Anstieg
Das Rennen kippte fürs Peloton just beim Anrollen zur berühmten Muur van Geraardsbergen. Es kam zu einem großen Sturz, und obwohl Kopecky im Sattel blieb, bekam ihr Material im Chaos einen Schlag ab.
„Mein Schaltwerk wurde getroffen, dadurch konnte ich nicht mehr schalten“, erklärte sie gegenüber
Sporza. „Dadurch habe ich den Anschluss an die Gruppe verloren.“
Kopecky merkte schnell, dass der Sieg außer Reichweite war. Der Defekt zwang die Kette aufs kleine Blatt, auf den flachen Zufahrten zum Anstieg war das Tempo des Feldes so nicht zu halten.
„Ich habe es sofort bemerkt. Die Gänge sprangen aufs kleine Blatt, ich wollte hochschalten, aber das war nicht mehr möglich“, schilderte sie.
Radwechsel und der Verlust des Anschlusses
Um weiterzufahren, musste Kopecky auf ihre Teamkollegin
Elena Cecchini warten und deren Rad übernehmen. Im modernen Radsport bedeutet ein Stopp für den Radwechsel unmittelbar vor einem Schlüsselanstieg jedoch fast zwangsläufig den Positionsverlust.
„Ich habe noch das Rad von Elena Cecchini bekommen, aber da habe ich das Rennen verloren“, gab Kopecky zu. „In dem Moment musst du vorne sein. Bist du es nicht, ist Aufrücken schwer. Ganz zu schweigen davon, wenn du eine Minute zurückliegst.“
Auch wenn der Defekt ihre Siegchance zerstörte, blieb Kopecky im Ziel gefasst. Sie betonte, dass die Form stimme und bald neue Möglichkeiten warten.
„Schade, denn mit den zwei vorne war es ein ideales Szenario für mich“, resümierte sie. „Aber so ist der Radsport. Das gehört dazu. Mein Gefühl ist gut, und das nehme ich mit.“