Tom Pidcock hat verraten, dass er sich „geprügelt“ habe – und das nur gut eine Woche vor einer der größten Schlachten seiner Karriere. Allerdings verlief dieser Kampf etwas anders, als man zunächst vermuten könnte. Bei der Vorbereitung auf das Rennen um das Regenbogentrikot in Montreal erlebte der Brite einen unglücklichen Zwischenfall im Training.
Pidcocks „Gegner“ war offenbar eine Biene oder Wespe. Der Fahrer von Pinarello Q36.5 zeigte die Folgen anschließend selbst: Das Insekt hatte ihn in die Unterlippe gestochen, die daraufhin deutlich anschwoll.
Pidcock nimmt schmerzhaften Zwischenfall mit Humor
Seinen Humor verlor der Brite trotz des schmerzhaften Stichs nicht. Auf
Instagram präsentierte er seinen Followern die sichtbar geschwollene Lippe und kommentierte den Zwischenfall trocken mit den Worten: „Bin in eine Schlägerei geraten“.
Tom Pidcock reist in starker Form zur Weltmeisterschaft nach Montreal – ein schmerzhafter Zwischenfall mit einer Biene oder Wespe konnte den Briten nicht ausbremsen.
Sportlich befindet sich Pidcock nach einer ereignisreichen Tour de France, die er mit einem soliden Top-10-Ergebnis in der Gesamtwertung abschloss, in starker Verfassung auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. Ende August gewann er souverän die Mountainbike-Weltmeisterschaft, ehe er nur eine Woche später auch beim GP Industria & Artigianiato triumphierte.
Auch bei den kanadischen Eintagesrennen am vergangenen Wochenende stellte der vielseitige Allrounder seine Konstanz unter Beweis. In Quebec belegte Pidcock den vierten Platz, bei der Generalprobe in Montreal wurde er Sechster – auf demselben Kurs, auf dem in der kommenden Woche das Straßenrennen der Weltmeisterschaft ausgetragen wird.
Mit seiner nachweislich starken Form und einem robust aufgestellten britischen Team im Rücken könnte Pidcock dort zu den prägenden Fahrern gehören. Da Tadej Pogacar nicht am Start steht, dürfte die Verantwortung für die Rennkontrolle vor allem bei Belgien und Frankreich liegen. Für Pidcock könnten sich dadurch Möglichkeiten ergeben, sollten sich die Topfavoriten gegenseitig neutralisieren.
Pidcocks Präsenz hat Pinarello Q36.5 beflügelt
Auch Pidcocks Team hat in den vergangenen beiden Saisons einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht – eine Entwicklung, auf die der Brite selbst erheblichen Einfluss genommen hat. Teamchef Doug Ryder führte die Vuelta a Espana 2025 als Beispiel dafür an:
„Vor dieser Vuelta sagte Pidcock: ‚Bitte, ich will nie mehr am Morgen einer Etappe hören, dass unser Ziel ist, in der Gesamtwertung keine Zeit zu verlieren‘“, erklärte Ryder im Gespräch mit
Cyclist.
„Dieser Gedanke, dass jeder Tag eine Chance ist, jeder Fahrer einen Wert hat und er jeden, der ihn unterstützt, im Gegenzug unterstützen will, trägt. Das macht einen dreiwöchigen Marathon weniger zäh. Es ist gut, wenn es im Peloton knistert und Spaß macht, wenn Fahrer für ihre eigenen Ziele kämpfen.“
Team hofft bei Seixas auf Pidcock-Effekt
Das Team hat inzwischen auch Interesse an einer Verpflichtung des französischen Supertalents Paul Seixas signalisiert. Dabei besteht die Hoffnung, dass das Projekt rund um Pidcock und dessen bisherige Entwicklung auch einen der begehrtesten jungen Fahrer des Radsports von einem Wechsel überzeugen könnten.
„Ehrlich, jedes Team ist etwas naiv, wenn es sagt, es interessiere sich nicht für das Supertalent aus Frankreich, und alle werfen ihren Hut in den Ring.“
„Und wir sind ebenfalls interessiert“, bestätigte Ryder. „Man wäre verrückt, es nicht zu sein. Er ist ein sehr guter Junge, der seinen aktuellen Vertrag respektiert. Wir müssen sehen, wie es nächstes Jahr läuft.“