Am Morgen der Zeitfahr-Wettbewerbe bei der
Radsport-WM 2026 rückt der Kurs der Elite-Männer und Elite-Frauen zunehmend in den Fokus. Fahrer und Teams konnten die Strecke am Samstag erstmals auf vollständig gesperrten Straßen besichtigen – und dabei sorgten vor allem der Zustand des Asphalts und die technische Streckenführung für Gesprächsstoff.
Im belgischen Lager zeigte man sich nach der Besichtigung überrascht darüber, dass einige Schlaglöcher lediglich ausgebessert und nicht vollständig aufgefüllt worden waren. Enge, technisch anspruchsvolle Kurven und der raue Asphalt zwingen die Fahrer zudem dazu, ihre ursprünglichen Pläne für den Kampf gegen die Uhr noch einmal zu überdenken.
„Eine Schande für eine Weltmeisterschaft“: Kritik am Straßenzustand
Remco Evenepoel geht als Favorit in das Zeitfahren der Männer und jagt seinen vierten Titel in Serie. Beobachtet wird er dabei auch von Klaas Lodewyck, seinem Sportdirektor bei
Red Bull - BORA - hansgrohe. Während ein Abschnitt über den berühmten Formel-1-Kurs laut Lodewyck einen glatten Untergrund bietet, bezeichnete er den Zustand anderer Passagen als „erbarmungswürdig schlecht“.
Remco Evenepoel jagt im WM-Zeitfahren seinen vierten Titel in Serie – doch vor dem Start sorgen der schlechte Asphalt und die technische Strecke in Montreal für Kritik.
„Das ist eigentlich ein bisschen eine Schande für eine Weltmeisterschaft“, sagte Lodewyck nach der Streckenbesichtigung gegenüber
Sporza.
„Es ist, wie es ist, wir müssen damit umgehen.“
Die deutliche Kritik wirft die Frage auf, ob der Zustand des Kurses einem Ereignis dieser Größenordnung angemessen ist. Gleichzeitig räumte Lodewyck ein, dass Evenepoel und sämtliche anderen Fahrer letztlich mit den vorgefundenen Bedingungen zurechtkommen müssen.
Auch die technische Charakteristik der Strecke überraschte das belgische Team. Insbesondere der Auftakt sowie das Finale erwiesen sich bei der Besichtigung als anspruchsvoller als zunächst erwartet.
„Er fand es technischer als gedacht“, sagte Pauwels gegenüber
Het Nieuwsblad. „Vor allem die ersten und die letzten sechs Kilometer. Zwischen seinen beiden Runden ist Remco diese Abschnitte nochmals abgefahren.“
Zusätzliche Sorgen bereitet dem belgischen Team ein möglicher Regenschauer. Neben Evenepoel treten für Belgien auch Alec Segaert und Rune Herregodts an. Bei der Streckenbesichtigung stellte die Mannschaft außerdem fest, dass einige bereits im April vermerkte Schlaglöcher nicht vollständig aufgefüllt, sondern lediglich geflickt worden waren.
Pauwels warnt vor Problemen bei Regen
„In diesem verwinkelten Auftakt ist die Leistung, die man treten kann, begrenzt, besonders wenn es regnet“, erklärte Pauwels.
„Man wird viel bremsen müssen, und die Kurven werden wirklich zu Erholungsphasen.“
Auch Lotte Kopecky machte nach ihrer Streckenbesichtigung auf die Risiken aufmerksam. Für die Belgierin stand dabei insbesondere der Zustand der Straßen im Mittelpunkt.
„Viele Stoppschilder, viele Ampeln und eine schlechte Fahrbahnoberfläche“, fasste Kopecky ihre Eindrücke zusammen.
Das Zeitfahren der Frauen beginnt um 15:00 Uhr MESZ und soll voraussichtlich gegen 17:20 Uhr enden. Die Männer starten anschließend um 18:45 Uhr MESZ, die letzten Fahrer werden gegen 21:15 Uhr im Ziel erwartet. Aufgrund der sechsstündigen Zeitverschiebung zu Montreal finden beide Wettbewerbe aus mitteleuropäischer Sicht entsprechend spät am Tag statt.