Lennert Van Eetvelt hat seine Führung bei der
Slowakei-Rundfahrt 2026 auf eindrucksvolle Weise verteidigt. Der Belgier wehrte bei der Bergankunft am Sonntag zahlreiche Angriffe seiner Rivalen ab, gewann die Schlussetappe und sicherte sich damit zugleich den Gesamtsieg.
Die Entscheidung bei der Slowakei-Rundfahrt fiel wie erwartet hoch oben am Kralova Hola. Auf dem 12,9 Kilometer langen Schlussanstieg mit durchschnittlich 8,6 Prozent Steigung wurde der Kampf um den Gesamtsieg entschieden.
Van Eetvelt geht mit hauchdünnem Vorsprung ins Finale
Bevor es hinauf zum Kralova Hola ging, musste das Feld 133 Kilometer von Sliac zurücklegen. Früh setzte sich eine mehr als 20 Fahrer starke Gruppe ab, zu der unter anderem Paul Magnier gehörte. Doch bereits 86 Kilometer vor dem Ziel war der Fluchtversuch beendet und das Feld wieder geschlossen.
Lennert Van Eetvelt behauptete sich bei der Bergankunft am Kralova Hola gegen seine Rivalen und sicherte sich neben dem Etappensieg auch den Gesamtsieg der Slowakei-Rundfahrt.
Soudal-Quick-Step ergriff anschließend schnell die Initiative. Ceriel Desal und Warre Vangheluwe bildeten ein mutiges Duo und etablierten eine Fluchtgruppe, die deutlich länger Bestand haben sollte. Vangheluwe attackierte kurz nach dem Zusammenschluss, ehe Desal zu ihm aufschloss und die beiden 66 Kilometer vor dem Ziel gemeinsam an der Spitze lagen.
Die Teamkollegen erhielten vom Feld reichlich Spielraum und bauten ihren Vorsprung bis 40 Kilometer vor dem Ziel auf bis zu zwei Minuten aus. Dennoch deutete alles darauf hin, dass die Entscheidung über den Gesamtsieg erst am Schlussanstieg fallen würde.
Lennert Van Eetvelt von Lotto-Intermarche nahm die letzte Etappe im Führungstrikot in Angriff, sein Vorsprung war allerdings denkbar knapp. Gerade einmal 17 Sekunden trennten die ersten 34 Fahrer der Gesamtwertung. Damit war ein spektakuläres Finale praktisch garantiert, zumal mit Henrique Bravo, Jamie Meehan, Maxime Decomble und Benjamin Thomas gleich mehrere Anwärter in Lauerstellung lagen.
Am Schlussanstieg hielt sich Desal als letzter verbliebener Ausreißer an der Spitze, ehe er zehn Kilometer vor dem Ziel von der Favoritengruppe eingeholt wurde. Zu diesem Zeitpunkt bestand das dezimierte Feld aus weniger als 20 Fahrern. Van Eetvelt setzte sich selbst an die Spitze, um weitere Angriffe zu unterbinden, doch Decomble eröffnete als Erster die Attacken.
Groupama-FDJ setzte wenig später Yann Dubois ein, um für Decomble das Tempo zu verschärfen. Sechs Kilometer vor dem Ziel war die Gruppe dadurch auf rund zehn Fahrer zusammengeschrumpft. Bereits 6,6 Kilometer vor dem Ziel hatte Bravo seinen Angriff lanciert und Van Eetvelt damit zu einer Reaktion gezwungen, um seine Konkurrenten wieder zusammenzuführen.
Für das große Finale bildete sich schließlich eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Van Eetvelt, Bravo, Meehan, Decomble und Rainer Kepplinger. Remi Daumas folgte mit geringem Rückstand und versuchte, den Anschluss herzustellen.
Nach einer weiteren Angriffswelle schien sich vier Kilometer vor dem Ziel ein Trio mit Bravo, Van Eetvelt und Meehan von Decomble und Kepplinger lösen zu können. Doch Decomble vom Team Groupama-FDJ kämpfte sich einen Kilometer später eindrucksvoll zurück. Anschließend war es der Ire Meehan, der erneut in die Offensive ging.
Van Eetvelt musste dabei stets auch die Bonussekunden im Blick behalten, schließlich lag er in der Gesamtwertung nur knapp vor seinen Rivalen. Der Belgier reagierte aufmerksam auf nahezu jeden Vorstoß, während das Tempo an der Spitze zwischen den Attacken immer wieder herausgenommen wurde.
Im letzten Kilometer ging Bravo schließlich volles Risiko und setzte Van Eetvelt noch einmal massiv unter Druck. Doch der Belgier ließ sich nicht abschütteln, eröffnete selbst den Sprint und bezwang den Brasilianer auf der Ziellinie. Damit krönte Van Eetvelt eine herausragende Slowakei-Rundfahrt mit seinem zweiten Etappensieg und dem Triumph in der Gesamtwertung.
Ergebnisse Slowakei-Rundfahrt 2026, Etappe 5: