Vom 06. bis 11.04. reist das Peloton ins Baskenland, eine der heiligen Regionen des Radsports, zur
Baskenland-Rundfahrt. Das sechstägige Etappenrennen ist geprägt von steilen Anstiegen, schmalen Straßen, wechselhaftem Wetter und leidenschaftlichen Fans – ein Fixpunkt des Frühjahrs. Wir blicken auf Etappe 3, deren Start und Ziel für 12:40 bzw. 16:30 MESZ veranschlagt sind.
Das Rennen fand erstmals 1924 statt, als Francis Pélissier den Premierensieg holte. 1935 gewann Gino Bartali eine isolierte Ausgabe, danach verschwand die Itzulia über 30 Jahre vom Kalender. Erst 1969 kam die Wiedergeburt – mit Paukenschlag, denn niemand Geringerer als Jacques Anquetil triumphierte.
Im Laufe der Jahre siegten hier zahlreiche Legenden wie Luis Ocaña, Sean Kelly, Stephen Roche, Tony Rominger, Alex Zülle und Laurent Jalabert. Die spanische Dominanz hielt auch in den 2000ern an: Aitor Osa, Iban Mayo, José Ángel Gómez Marchante, Juan José Cobo, Alberto Contador (viermal), Sámuel Sánchez, Joaquím Rodríguez, Alejandro Valverde, Ion Izagirre und zuletzt 2024 Juan Ayuso.
Zudem feierte Nairo Quintana 2013 früh in seiner Karriere den Durchbruchssieg, Primoz Roglic gewann 2018 und 2021, Daniel Martínez trug sich ein, 2023 Jonas Vingegaard und 2025 João Almeida, der das Rennen in den Bergetappen dominierte.
Profil Etappe 3: Bassauri - Bassauri
Bassauri - Bassauri, 152,9 Kilometer
Vielleicht die leichteste Etappe der Rundfahrt und die mit der größten Chance auf einen Sprint – allerdings zwischen Kletterern und Klassikerspezialisten. Die erste Rennhälfte ist moderat, der Hauptanstieg endet 32 Kilometer vor dem Ziel und misst 8 Kilometer bei 5%.
Danach warten zwei explosive Kuppen im Finale: die erste endet gut 7 Kilometer vor dem Ziel und ist 1,5 Kilometer lang bei 6,9%; der letzte Anstieg fällt mit der Ziellinie in Bassauri zusammen und misst 1,2 Kilometer bei 6%. Ein Sprint ist wahrscheinlich, doch die Rampe wird zur Kuppe steiler, die letzten 400 Meter weisen 9% auf.
Die Favoriten
Auf dem Papier wirkt die Etappe einfacher und sogar sprinttauglich, doch im Detail zeigt sich ein Tag für die Gesamtwertungsfahrer. Nicht ausschließlich: Puncheure und explosive Fahrer haben starke Karten. Da etwa Tadej Pogacar nicht am Start ist, könnte es eine Trennung der Kategorien geben – mit Siegchancen für beide Profile statt eines überragenden Alleskönners.
Weil die Positionskämpfe entscheidend sind und GC-Teams Priorität setzen, dürften sie die meisten Ausreißer neutralisieren.
Paul Seixas ist der beste Kletterer, aber kein reiner Sprinter – also bleibt Raum für andere.
Isaac del Toro wäre auf dem Papier kaum zu schlagen, doch seine Form an den ersten beiden Tagen war nicht überzeugend.
Primoz Roglic wäre normalerweise prädestiniert, hat zuletzt aber an Explosivität eingebüßt, weshalb Fragezeichen bleiben.
Ein Ion Izagirre in Bestform kann Zauber wirken, während Mattias Skjelmose heute zeigte, dass er im Finale Seixas’ härtester Gegner unter den Kletterern sein könnte. Cian Uijtdebroeks wirkt ebenfalls enorm stark und ist zu berücksichtigen.
Unter den Puncheuren rückt Heimfahrer Alex Aranburu in den Fokus, der hier traditionell auftrumpft; Christian Scaroni, Kévin Vauquelin – heute gestürzt, aber mit mehr Freiheiten; Andrea Bagioli, Natnael Tesfatsion, Julian Alaphilippe, Ben Healy, Magnus Cort Nielsen, Tobias Johannessen und, je nach Erholung nach seinem Sturz, Axel Laurance.
Prognose Baskenland-Rundfahrt 2026 Etappe 3
*** Paul Seixas, Mattias Skjelmose
** Christian Scaroni, Isaac del Toro, Ion Izagirre
* Primoz Roglic, Cian Uijtdebroeks, Alex Aranburu, Kévin Vauquelin, Julian Alaphilippe, Magnus Cort Nielsen, Tobias Johannessen
Tipp: Mattias Skjelmose
Wie: Sprint eines reduzierten Feldes
Original: Rúben Silva