Damien Touzé ist nach Nicolas Debeumarché bereits der zweite
Cofidis-Profi, der bei einer Profi-Rundfahrt nur knapp dem Tod entging. Nach dem Sturz des Franzosen liegt ein dunkler Schatten über der
Tour of Oman 2026, und Touzé hat offen über seine Todesangst und die miserablen Bedingungen gesprochen, denen er ausgesetzt war.
Sein Sturz ereignete sich auf der vierten Etappe am 10.02., mit einem Oberschenkel- und Schienbeinbruch, einer geplatzten Milz, mehreren gerissenen Bändern und schweren Bauchverletzungen. Aufgrund der Schwere der Verletzungen musste er längere Zeit im Oman bleiben.
„Der Arzt war ehrlich zu mir, ich hätte nicht mehr aufwachen können. Ich habe im Krankenhaus geweint. Ich habe es verdrängt“, sagte Touzé in einem offenen Interview mit
L'Équipe. „Ich wollte Sofia (seine Frau, Anm. d. Red.) nicht anrufen, aber der Arzt bestand darauf: ‚Vielleicht kannst du nie wieder mit ihr sprechen.‘ Ich sagte zu ihr: ‚Ich werde sterben, sag unserem Kind, dass ich es liebe.‘“
„Sie konnten nichts anderes tun, als ein paar Stiche in meinen Oberschenkel zu setzen. Ich sah die Ärzte hin und her rennen und begriff, dass es ernst war, aber der Schmerz hat mich benommen gemacht. Ich hatte Angst, in einem Land, das ich nicht kannte“, gibt er zu. Er wurde dann innerhalb des Landes verlegt, was die Situation jedoch noch verschlimmerte. „Ich lag neben dem Müll, überall Fliegen, jemand lief mit Insektenspray herum – es war surreal.“
Ärzte im Oman beheben seine Probleme nicht
Am schwersten zu begreifen ist vielleicht, was nach seiner Zeit im Oman geschah. Es dauerte, doch schließlich wurde er einige Wochen nach dem Sturz nach Belgien verlegt, um die Rehabilitation zu beginnen. Dort stellte sich eine Darmperforation heraus. „Dort entdeckten sie, dass die Ärzte im Oman meine Bauchdecke nicht geschlossen hatten. Meine Organe lagen direkt unter der Haut“, sagt er.
Wie das französische Medium zeigt, trägt Touzé nach einem weiteren Eingriff eine große Narbe am Bauch. Seine Genesung verläuft nun planmäßig, doch die Hoffnungen auf eine Rückkehr als Profi sind gering.
Touzé befindet sich im letzten Vertragsjahr, und fest steht, dass er 2026 nicht starten wird – ein Neustart 2027 wäre selbst im besten Fall schwierig. „Ich möchte wieder aufs Rad steigen und sehen, was möglich ist. Aber seien wir ehrlich: ein Jahr ohne Rennen…“