„Auf dem letzten Abschnitt nach dem Paterberg haben sie Rückenwind der Stärke 5“: Wind dürfte die Flandern-Rundfahrt durcheinanderwirbeln und das Rennen noch unberechenbarer machen

Radsport
Freitag, 03 April 2026 um 7:00
Collage_TadejPogacarMathieuVanDerPoelWoutVanAertRemcoEvenepoel
Die Flandern-Rundfahrt rückt an diesem Sonntag schnell näher, und während Kopfsteinpflaster und steile Anstiege stets Spektakel garantieren, kommt diesmal eine neue, chaotische Variable hinzu: der Wind. Mit kräftigen Böen aus wechselnden Richtungen rechnen Analysten und Teams mit einem völlig anderen taktischen Gefecht, in dem frühe Angriffe hart bestraft werden könnten und ein später Rückenwind eine Soloflucht praktisch uneinholbar macht.
Das Peloton ist bereits alarmiert. Am Donnerstag veröffentlichte Soudal Quick-Step eine Warnung auf der Team-Website: „Es ist viel Wind vorhergesagt, vor allem Gegenwind. Das könnte vieles verändern.“ Der niederländische Radsportjournalist und Analyst Thijs Zonneveld unterstrich das im Podcast In de Waaier und zeigte auf, wie genau das Wetter die Fahrer beeinflusst, die bis tief ins Finale überleben wollen.

Ein brutales ersteshundert Kilometer

Laut Zonneveld werden die Anfangsstunden des Rennens, noch bevor die Anstiege die Bühne übernehmen, ein brutaler Verschleißkampf, der frühe Vorstöße von Mitfavoriten klar entmutigt.
„Die ersten hundert Kilometer gehen vom Start weg direkt in den Gegenwind“, betonte Zonneveld. Das hat direkte Folgen für alle, die früh vor dem Finale antizipieren wollen. „Wenn zum Beispiel Dylan van Baarle mit einer Antizipations-Attacke geht, ist das kein gutes Jahr dafür. Da fährst du dich nur in den roten Bereich“, sagte er. Der Gegenwind bestraft frühe Aggression und belohnt Geduld, was manchen Fahrertypen mehr liegen dürfte als anderen.
Wenn das Rennen in seine entscheidende Phase geht, wird der Einfluss des Windes noch nuancierter. „In den Schlussrunden wird es wirklich Momente geben, in denen es auseinanderfällt“, warnte Zonneveld. „Der Wind wird eine sehr große Rolle spielen.“
Tadej Pogacar und Lotte Kopecky
Pogacar und Kopecky waren die Sieger der Flandern-Rundfahrt 2025

Fächer und Seitenwind am Kwaremont

Auf den flachen Abschnitten sind Windkanten realistisch und können das Rennen spalten, noch bevor der erste Anstieg gefahren ist. Am Oude Kwaremont kommt der Wind leicht von vorn und schräg, was laut Zonneveld für den Topfavoriten nicht ideal ist, der vielmehr Rückenwind bevorzugen würde, um seine verheerende Beschleunigung auf dem Pflaster zu maximieren. „Für Pogacar ist es dort am besten, wenn der Wind von hinten kommt“, merkte er an.
Paradoxerweise könnte der letzte Abschnitt nach dem Paterberg Pogacar jedoch in die Karten spielen, falls er zuvor bereits gegangen ist. „Auf dem Schlussabschnitt nach dem Paterberg haben sie Windstärke fünf von hinten. Wenn Pogacar am Oude Kwaremont wegfährt, ist das wirklich ungünstig, wenn man ihn wieder einholen will“, schlussfolgerte Zonneveld.
Starker Rückenwind hinter einem ohnehin fliegenden Pogacar ist für die Verfolger nahezu das Worst-Case-Szenario. Mit Remco Evenepoel inzwischen auf der Startliste haben die Jäger auf dem Flachen jedoch eine potenziell verheerende Waffe.
Das ist ein außergewöhnlich starker Verbündeter, ideal, um Lücken auf der Ebene zu schließen – Rückenwind hin oder her. Die Herausforderung wird jedoch sein, bis dahin mit genügend Fahrern und frischen Beinen zu kommen.
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