
Am Dienstag erschütterte die Nachricht die Radsportwelt, dass Patrick Lefevere als CEO von Soudal - Quick-Step zurücktritt. Nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze endet damit eine Ära für die belgische Mannschaft, eines der erfolgreichsten Teams in der Geschichte des Profiradsports.
Unter Lefeveres Leitung entwickelte sich das Team zu einer dominierenden Kraft, die nahezu 1.000 Siege bei Klassikern und großen Rundfahrten feiern konnte und einige der größten Talente des Sports hervorgebracht hat. Von Tom Boonens legendären Erfolgen bei den Klassikern bis zum kometenhaften Aufstieg von Remco Evenepoel – Lefevere hat die Karrieren einiger der besten Radsportler der letzten 20 Jahre maßgeblich geprägt.
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Da sich seine Zeit mit dem Team nach einer weiteren herausragenden Saison 2024 dem Ende zuneigt, blicken wir zurück auf einige von Lefeveres größten Momenten mit Soudal - Quick-Step und die Fahrer, die seine bemerkenswerte Reise mit dem Team geprägt haben.
Tom Boonens unglaubliche Saison 2012 bei den Klassikern
Im Jahr 2012 erlebte das Team, damals noch unter dem Namen Omega Pharma - Quick-Step, eine seiner erfolgreichsten Saisons überhaupt und verbuchte beeindruckende 60 Siege. Im Mittelpunkt dieses Erfolgs stand Tom Boonen, der eine der außergewöhnlichsten Klassiker-Kampagnen in der Geschichte des Radsports ablieferte.
In jenem Frühjahr wurde Boonen zum ersten Fahrer, der die E3 Saxo Bank Classic, Gent-Wevelgem, die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix im selben Jahr gewann. Sein Sieg bei Paris-Roubaix, seinem vierten und letzten Triumph in der "Hölle des Nordens", war besonders bemerkenswert, da er das Kopfsteinpflaster in einer Weise dominierte, wie es heute nur Mathieu van der Poel gelingt.
Boonens Frühjahrskampagne 2012 zementierte seinen Status als einer der größten Klassikerfahrer aller Zeiten. Doch wäre dieser Erfolg ohne die Leitung von Patrick Lefevere möglich gewesen? Unter Lefeveres Führung schufen strategische Planung, umfassende Unterstützung und perfekte Umsetzung am Renntag die ideale Plattform für Boonens nahezu perfekten Frühling.
Mark Cavendish führt das Team 2013 zu neuen Höchstleistungen
Als Mark Cavendish 2013 vom Team Sky zum Team wechselte, waren die Erwartungen hoch – und er enttäuschte sie keineswegs. Cavendish gewann sein erstes Rennen für das Team bei der Tour de San Luis und legte damit den Grundstein für eine phänomenale Saison und eine rekordverdächtige Partnerschaft.
Die "Manx Missile" holte fünf Etappensiege beim Giro d'Italia und sicherte sich die Punktewertung. Während des Giro erreichte Cavendish außerdem den bedeutenden Meilenstein von 100 Karrieresiegen. Insgesamt gewann er beeindruckende 165 Rennen, bevor er Ende dieses Jahres seinen Rücktritt bekannt gab. Seine Brillanz setzte sich jedoch fort, und er fügte seiner beeindruckenden Bilanz zwei weitere Etappensiege bei der Tour de France hinzu, womit er insgesamt 25 Siege beim prestigeträchtigsten Radrennen der Welt erreichte.
Julian Alaphilippe wird bei der Tour deFrance 2019 zur Legende
2019 eroberte Julian Alaphilippe die Herzen der Radsportfans weltweit – und besonders in Frankreich – mit einer herausragenden Leistung bei der Tour de France. Zwei unvergessliche Wochen lang trug Alaphilippe das legendäre Gelbe Trikot und hielt es bis zwei Tage vor dem Finale in Paris.
In diesen magischen zwei Wochen im Juli 2019 fuhr sich Alaphilippe in die Herzen der Franzosen und ließ das Land nach Jahren der Enttäuschung bei der Tour wieder vom großen Triumph träumen.

Julian Alaphilippe kehrte beim Giro d'Italia 2024 auf die Siegerstraße zurück
Alaphilippe zeigte außergewöhnliche Leistungen, darunter denkwürdige Etappensiege in Pau und Saint-Étienne, und weigerte sich, das Gelbe Trikot an den brutalen Anstiegen abzugeben, selbst wenn er es mit deutlich stärkeren Bergfahrern aufnehmen musste. Sein furchtloser Rennstil erinnerte an eine romantischere Ära des Radsports und brachte ihm schließlich die prestigeträchtige Vélo d'Or-Trophäe ein.
Für den französischen Radsport ließ Alaphilippes knappes Scheitern die Sehnsucht nach einem heimischen Tour-Sieger wieder aufflammen. Für Soudal - Quick-Step war es ein weiterer Beweis für Patrick Lefeveres außergewöhnliches Talent, Spitzenfahrer zu entdecken und zu fördern.
Cavendish kehrt 2021 aus dem Abgrund zurück
Nach Jahren voller Herausforderungen durch Krankheit und Formschwächen kehrte Mark Cavendish 2021 zu Soudal - Quick-Step zurück, als kaum ein anderes Team bereit war, ihm eine Chance zu geben. Patrick Lefevere reichte seinem ehemaligen Fahrer eine Rettungsleine – und sein Vertrauen in Cavendish zahlte sich auf spektakuläre Weise aus.
Bei der Tour de France 2021 gelang Cavendish eines der beeindruckendsten Comebacks in der Geschichte des Radsports. Lefevere mag gehofft haben, dass Cavendish eine Etappe gewinnt, doch was folgte, übertraf jede Erwartung. Der "Manx Missile" gewann nicht nur vier Etappen, sondern stellte damit auch den legendären Rekord von Eddy Merckx ein, der 34 Etappensiege bei der Tour auf seinem Konto hatte. Zusätzlich holte Cavendish das Grüne Trikot – unglaubliche zehn Jahre, nachdem er die Punktewertung zuletzt gewonnen hatte.
Ein weiteres Mal bewies Patrick Lefevere sein einzigartiges Gespür für geniale Entscheidungen.

Mark Cavendish hat 2024 endlich den Rekord für den Sieg der Tour de France gebrochen
Remco Evenepoel schreibt Geschichte bei der Vuelta a Espana 2022
otz der überwältigenden Erfolge von Soudal - Quick-Step unter der Führung von Patrick Lefevere musste das Team bis 2022 auf seinen ersten Gesamtsieg bei einer Grand Tour warten. Dieser historische Meilenstein wurde vom belgischen Superstar Remco Evenepoel erreicht, der die Vuelta a España dominierte und der erste Belgier seit 1978 wurde, der eine Grand Tour gewann.
Evenepoels Sieg war das Ergebnis jahrelanger sorgfältiger Förderung durch das Team, das sein außergewöhnliches Talent erkannt hatte, nachdem er vom Fußball zum Radsport gewechselt war. Seine beeindruckenden Leistungen in Spanien sowie seine Siege bei Lüttich-Bastogne-Lüttich, der Clásica San Sebastián und den Weltmeisterschaften machten ihn zum herausragenden jungen Fahrer des Jahres 2022.
Mit diesem Erfolg vervollständigte Lefevere endlich seine Sammlung mit dem einen Titel, der bislang fehlte: einem Grand-Tour-Sieg. Anfang dieses Jahres setzte Evenepoel seine Erfolgsgeschichte fort, als er bei seinem Debüt bei der Tour de France eine Etappe gewann, das Weiße Trikot holte und das Podium mit einem dritten Platz abschloss. Sollte es ihm in Zukunft gelingen, das Gelbe Trikot zu gewinnen, könnte Evenepoel sich als Lefeveres größtes Vermächtnis erweisen.
Die Ära von Patrick Lefevere bei Soudal - Quick-Step wird als eine der erfolgreichsten in der Geschichte des Radsportmanagements in Erinnerung bleiben. Von Tom Boonens Dominanz bei den Klassikern bis zu Evenepoels Triumph bei der Grand Tour hat Lefevere ein Vermächtnis an Erfolgen hinterlassen, das nur wenige Teams erreichen können. Mit dem Übergang zu Jurgen Foret als neuem CEO wird die Radsportwelt genau beobachten, ob das "Wolfsrudel" sein außergewöhnliches Erfolgsniveau halten kann.
In vielerlei Hinsicht kommt Lefeveres Rücktritt zu einem passenden Zeitpunkt. Mit Julian Alaphilippe, der das Team 2025 verlässt, Mark Cavendish, der seine Karriere beendet, und Remco Evenepoel, der auf dem Weg ist, seine eigenen Spuren zu hinterlassen, ist nun der Moment gekommen, das Team in neue Hände zu übergeben und die nächste Phase seines Aufstiegs jemand anderem zu überlassen.
𝗧𝗲𝗮𝗺 𝗻𝗲𝘄𝘀: 𝗣𝗮𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸 𝗟𝗲𝗳𝗲𝘃𝗲𝗿𝗲 𝘁𝗼 𝘀𝘁𝗲𝗽 𝗱𝗼𝘄𝗻 𝗮𝘀 𝗦𝗼𝘂𝗱𝗮𝗹 𝗤𝘂𝗶𝗰𝗸-𝗦𝘁𝗲𝗽 𝗖𝗘𝗢
— Soudal Quick-Step Pro Cycling Team (@soudalquickstep) December 10, 2024
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Photo: @BeelWout pic.twitter.com/szi3NCLMXs

Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
- Ich bon etwas verwirrt, das ganze Jahr hieß es "Ineos hat mit Netcompany nen 100 Millionen Euro Fisch an Land gezogen. Plus das Total Enerfie Geld sollte doch genug vorhanden sein. Oder hat ne absurde Ablöse für Onley alles verbraucht? Dann sollte dwe Verantwortliche evtl gehangen werden ;)Wurm25-10-2026
- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026







