Die Gravel-Weltmeisterschaft 2026 findet an einem außergewöhnlichen Schauplatz statt: Im australischen Nannup wird um das begehrte Regenbogentrikot gekämpft. So reizvoll die WM in Australien sportlich auch sein mag, die enorme Entfernung stellt Fahrer und Teams vor zusätzliche organisatorische Herausforderungen. Selbst Titelverteidiger
Florian Vermeersch bleibt davon nicht verschont.
Als Profi von
UAE Team Emirates - XRG ist Vermeersch auch zum Ende der regulären Straßensaison noch voll eingespannt. Nach seinem Renneinsatz am Sonntag in Kanada reist der Belgier zunächst für einen kurzen Zwischenstopp zurück in seine Heimat. Dort stehen der GP Wallonie am 16. September und die Flandrien 0.0 Classic am 19. September auf seinem Programm, ehe er sich auf den langen Weg nach Australien macht.
Von Belgien nach Australien – und anschließend nach China
Doch auch mit der Gravel-Weltmeisterschaft ist Vermeerschs Saison noch nicht beendet. UAE Team Emirates - XRG gewährt ihm zwar die Freiheit, sein großes Ziel auf Schotter zu verfolgen. Der Preis dafür ist allerdings ein weiterer langer Trip: In der darauffolgenden Woche steht Vermeersch beim eher unbeliebten WorldTour-Saisonfinale, der vom 13. bis 18. Oktober ausgetragenen Tour of Guangxi in China, im Aufgebot seines Teams.
Florian Vermeersch reist auf eigene Kosten zur Gravel-Weltmeisterschaft nach Australien, wo der Belgier sein Regenbogentrikot verteidigen will.
Der enorme Reiseaufwand scheint Vermeersch jedoch kaum abzuschrecken. Die Titelverteidigung bei der Gravel-WM besitzt für ihn einen entsprechend hohen Stellenwert. „Diese
Weltmeisterschaft ist ein großes Ziel und Australien wird eine schöne Erfahrung. Ich habe meine Hausaufgaben bereits gemacht“, erklärt er gegenüber
Sporza mit Blick auf seine Beschäftigung mit der Strecke.
Eine andere Möglichkeit hatte Vermeersch allerdings kaum. Der belgische Radsportverband unterstützt die Gravel-Disziplin finanziell nicht in einem Umfang, der die kompletten Reisekosten seiner Fahrer nach Australien abdecken würde. Die Organisation bleibt deshalb weitgehend den Profis selbst beziehungsweise ihren Mannschaften überlassen. „Letztlich ist es eine Reise, die ich selbst organisieren muss. Es gibt keine Unterstützung vom Radsportverband.“
UAE beschränkt sich auf Materialsupport
Auch UAE Team Emirates - XRG übernimmt die Kosten für Vermeerschs Australien-Abenteuer nicht. Seine Mannschaft unterstützt ihn lediglich mit dem benötigten Material. Für den Belgier ist bereits die sportliche Freigabe seines Arbeitgebers von Bedeutung. „Ich starte dort für die Nationalmannschaft. Ich bin einfach froh, dass mir mein Team die Zeit und den Raum dafür gibt.“
Die Kosten für die Anreise trägt der amtierende Weltmeister somit selbst. Von seinem Vorhaben abbringen lässt er sich dadurch allerdings nicht. „Ich bekomme Ausrüstung von meinem Team und zahle die Flüge selbst, aber ich bin bereit, diese Investition zu tätigen. Das ist kein Problem“, resümiert Vermeersch.