Alle Hoffnungen auf einen Start von Wout van Aert bei den Cyclo-cross-Weltmeisterschaften in Hulst wurden am Freitag nach einem schweren Sturz beim Zilvermeercross Mol zunichte. Der dreifache Weltmeister stürzte im Schlussdrittel hart, zog sich eine Bänderverletzung am Sprunggelenk zu, bei der zudem ein kleiner Bruch festgestellt wurde, der operativ versorgt werden musste.
„Es gab nie Gewissheit, dass Wout van Aert bei den Weltmeisterschaften starten würde, aber nach dem, was gestern in Mol passiert ist, ist eine Teilnahme an der WM völlig ausgeschlossen“, sagte Nationaltrainer Angelo De Clercq laut
zitierten Aussagen im Nieuwsblad.
„Wout hatte noch zwei schöne Rennen im Programm: Zonhoven und die belgischen Meisterschaften. Diese Sprunggelenksverletzung bedeutet auch, dass die Vorbereitung auf seine Straßensaison einen Dämpfer erhält. Das ist für ihn besonders bitter“, ergänzte er.
Van Aert nicht der einzige verletzte Belgier
Van Aerts Ausfall verkompliziert die WM-Auswahl Belgiens zusätzlich, denn er ist nicht der einzige Topfahrer, der in den vergangenen Wochen verletzt wurde.
„Wir haben eine schwarze Woche mit Blick auf die Nationalmannschaft hinter uns“, sagte De Clercq. „Zunächst war da Laurens Sweeck, der am Montag in Loenhout stürzte und sich eine schwere Schulterverletzung zuzog. Gestern stürzte Wout van Aert, und dann ist da noch Eli Iserbyt, der bereits seit geraumer Zeit ausfällt.“
Iserbyts Karriere könnte vorbei sein
Iserbyt fehlt seit dem vergangenen Jahr. In der letzten Saison litt er wiederholt unter Nervenschmerzen im linken Bein, was im Februar zur Diagnose einer verengten Arteria iliaca führte. Nach einer größeren Operation und sechs Wochen Pause schien das Problem behoben, doch die Schmerzen kehrten zurück, als er im Mai das Training wieder aufnahm. Er ist seit fast einem Jahr ohne Wettkampf und sein Coach bestätigte bereits, dass seine Karriere ernsthaft gefährdet ist.
„Das sind drei der neun Fahrer, die im vergangenen Jahr bei der WM am Start waren und die in Hulst allesamt Medaillenchancen gehabt hätten, wenn sie hätten starten können. Ich nenne das einen herben Verlust.“
De Clercq fügte hinzu, dass die Teamzusammenstellung weiterhin ungewiss sei, da die endgültige Startplatzanzahl für Belgien noch nicht feststeht. „Es ist auch noch unklar, ob Mathieu van der Poel die Gesamtwertung im World Cup gewinnt. Erst nach Hoogerheide weiß ich, ob ich acht oder neun Fahrer nach Hulst mitnehmen kann. Hoffentlich bleibt das belgische Team von weiterem Pech verschont“, schloss der Nationaltrainer.