„Wout saß drei Tage nach der Operation wieder auf dem Rad“ – Visma-Sportdirektor verblüfft über Van Aerts rasche Genesung nach der Knöchelverletzung, die seinen Winter vorzeitig beendete

Cyclocross
Sonntag, 18 Januar 2026 um 18:30
Wout van Aert von Visma in einer verschneiten Kurve bei der Exact Cross Mol
Als Wout van Aert bei seinem Cyclocross-Duell mit Mathieu van der Poel schwer im Schnee stürzte, sah der Schaden brutal aus. Ein Knöchelbruch, eine Operation und das sofortige Ende seiner Wintersaison. Für einen Fahrer, der in den vergangenen Jahren bereits ganze Abschnitte durch Verletzungen und Krankheiten verloren hat, wirkte es wie die nächste bittere Wendung.

Van Aerts Blitz-Comeback nach schwerem Sturz – Frühjahrsziele intakt

Nur wenige Tage später hat sich die Lage bereits gedreht. Laut Team Visma | Lease a Bike-Sportdirektor Jan Boven verläuft Van Aerts Genesung deutlich schneller als von allen erwartet.
Gegenüber Wielerflits verriet Boven, dass Van Aert nach der Operation keine Zeit verlor. „Es geht definitiv schneller als erwartet, denn er saß bereits drei Tage nach seinem Eingriff wieder auf dem Rad“, sagte er. Der ursprüngliche Plan war deutlich vorsichtiger. „Wir hatten erwartet, dass er nach einer Woche vielleicht leicht auf der Rolle trainieren kann“, erklärte Boven. Stattdessen ist Van Aert längst darüber hinaus.
„Inzwischen hat er in Spanien bereits eine sechs Stunden lange Trainingseinheit absolviert“, ergänzte Boven. „Ich habe gestern lange mit ihm gesprochen und er fühlt sich einfach gut.“

Vom Worst-Case zur frühen Zuversicht

Der Sturz in Mol beendete nicht nur Van Aerts Cross-Saison. Er drohte auch seinen Straßenaufbau zu torpedieren – in einer Phase, in der er dringend Stabilität braucht. Die vergangenen Jahre brachten eine Kette aus Stürzen, Krankheiten und unterbrochenen Programmen. Eine weitere lange Pause wäre ein schwerer psychologischer Schlag gewesen.
Boven räumte ein, dass der Verlust wichtiger Winterrennen schmerzt. „Am Ende mussten wir sein gesamtes Cross-Programm streichen“, sagte er. „Auf den Weltcup in Zonhoven zu verzichten, konnte Wout noch akzeptieren, aber die belgischen Meisterschaften zu verpassen, tat ihm wirklich weh.“
Eine Alternative gab es nicht. Zuerst stand die Operation, danach sollte Geduld folgen. Doch Van Aerts Körper hielt sich nicht an den Plan.
„Man hat da nicht wirklich eine Wahl, und er war ziemlich schnell wieder auf dem Rad“, sagte Boven und skizzierte, wie der Plan nahezu sofort angepasst werden musste, als Van Aert so gut reagierte.

Frühjahrsklassiker wieder im Blick

Die entscheidende Frage: Was bedeutet das für die Straßensaison? Van Aert will beim Omloop Het Nieuwsblad einsteigen, die Frühjahrsklassiker sind die ersten großen Ziele. Nach dem Sturz schien das plötzlich wacklig.
Jetzt klingt Boven deutlich zuversichtlicher. „Es hilft auch, dass seine Auszeit nicht lang war“, sagte er. „Er hat kaum Rückstand und kann die Frühjahrsklassiker auf jeden Fall anvisieren.“
Das ist für Fahrer und Team enorm wichtig. Van Aert hat bereits betont, wie sehr er sich nach Jahren der Unterbrechungen eine konstante Saison wünscht. Diese Genesung, falls sie anhält, gibt ihm die beste Chance auf einen reibungslosen Verlauf.

Schnelle Genesung, vorsichtige Steuerung

Visma wird ihn dennoch nicht kopflos antreiben. Eine schnelle Rückkehr aufs Rad heißt nicht, dass die Verletzung vergessen ist. Doch die frühen Anzeichen deuten darauf hin, dass die nach Mol befürchteten Worst-Case-Szenarien sein 2026 nicht prägen werden.
Von der Operation bis zu sechs Stunden in Spanien in wenigen Tagen: Van Aert hat einen winterbeendenden Sturz bereits in eine Geschichte der Widerstandskraft verwandelt.
Und sollte sein Körper weiter so reagieren, könnte der Fahrer, der den Schnee unter Schmerzen verließ, mit Rückenwind auf dem Pflaster auftauchen.
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