Die extremen Minusgrade beim Exact Race Mol am Freitag trafen das Feld unvorbereitet und verwandelten das Rennen in einen Kampf ums Überleben. Einer der am stärksten von der Kälte betroffenen Fahrer war Wout Janssen.
Wout Janssen nach Kälte-Schock in Mol: Kampf, Tränen, Comeback
Aufnahmen nach dem Rennen zeigten Janssen, der Zehnter wurde, wie er sichtlich unterkühlt und unter Tränen versuchte, in die Wärme seines Teamcampers zu gelangen. Der Belgier musste die Stufen hinaufgestützt werden, weil er sie aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen konnte.
„Nach einem Sturz war ich vollständig unterkühlt“, sagte Janssen nach dem Aufwärmen gegenüber Sporza. „Ich lag auf Rang sechs, als es passierte, und fiel am Ende auf Platz zehn zurück“, erklärte er.
Das Video dazu gibt es unten zu sehen.
Ein starker Winter bislang
Janssen zählt bislang zu den Entdeckungen der Cross-Saison. Der 23-Jährige hat in diesem Winter bereits ein Rennen gewonnen (Grand Prix de la Commune de Contern) und mehrere Top-10-Platzierungen gesammelt, überwiegend bei C1- und C2-Rennen. In allen UCI-World-Cup-Einsätzen zeigte er bemerkenswerte Konstanz und wurde jedes Mal 13.
Die körperliche Belastung in Mol veranlasste ihn zu einer Plananpassung: Er gönnte sich zusätzliche Erholung und verzichtete am Samstag auf das Gullegem Cross. Seine Rückkehr ist für Sonntag beim World Cup in Zonhoven vorgesehen, sofern er sich vollständig von den Ereignissen in Mol erholt hat.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
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