Der
Exact Cross Mol der Männer versprach das nächste prägende Kapitel der Rivalität zwischen
Mathieu van der Poel und
Wout van Aert, doch extreme Winterbedingungen machten das Rennen letztlich zu einem Überlebenskampf statt einem Duell der Überlegenheit.
Schon in der Startrunde setzten sich die erwarteten Protagonisten an die Spitze. Van Aert fuhr selbstbewusst und wirkte in den schneebedeckten Anfangssektoren souverän, während Van der Poel abtastend agierte, seine Gegner mit wiederholten Antritten testete, ohne sich früh festzulegen.
Toon Aerts übernahm kurzzeitig das Tempo, Felipe Orts blieb aufmerksam dran, und das Quartett löste sich langsam vom Rest.
Die erste Vorentscheidung fiel zur Rennmitte, als Van Aert zweimal im Sand patzte und Van der Poel eine Lücke von rund 15 Sekunden aufriss. Dieser Vorsprung wirkte bedrohlich, doch das Rennen kippte wenig später erneut. Beim Versuch, in der Eiseskälte die Hände zu wärmen,
stürzte Van der Poel schwer im Schnee und verlor kurz seinen Rhythmus. Trotz des Sturzes fing sich der Weltmeister schnell, fuhr sogar die schnellste Runde des Rennens und erlaubte Van Aert damit, wieder Anschluss zu finden.
Am Ende der vierten Runde war das erwartete Duell vollständig hergestellt, die beiden überquerten zur Freude der Zuschauer gemeinsam die Linie. Die erneute Konfrontation währte jedoch nur kurz.
Sturz von Van Aert beendet das Duell
In Runde sechs passierte das Malheur.
Van Aert stürzte auf einem glatten Asphaltabschnitt schwer, krachte in die Absperrungen und schlug hart auf dem gefrorenen Boden auf. Zwar stieg er wieder aufs Rad, doch sein Unbehagen war sofort sichtbar. Kurz darauf driftete er in den Materialposten und gab das Rennen auf, humpelte davon, während Teammitarbeiter ihn versorgten.
Mit Van Aerts Aufgabe verlor das Rennen seine zentrale Spannung. Zuschauer verließen nach und nach das Gelände, die Bedingungen verschärften sich weiter, und die verbleibenden Runden gerieten zu einer düsteren Prüfung von Kontrolle und Durchhaltevermögen.
Van der Poel fuhr alleine weiter, nahm den zunehmend tückischen Kurs mit Vorsicht statt mit Angriffslust. Selbst für den Weltmeister waren die Schlussrunden eher eine kontrollierte Schadensbegrenzung als ein Akt der Dominanz.
Er überquerte schließlich die Linie und holte den achten Sieg im achten Start dieses Winters vor Aerts und Orts – eine Vorstellung, die in einem der härtesten Rennen der Saison ebenso von Widerstandskraft wie von reiner Stärke geprägt war.