„Mathieu ist durchaus bereit, einen Winter auszulassen“ – Adrie van der Poel stimmt zu, dass ein Jahr ohne Cross dem Weltmeister guttun könnte

Cyclocross
Dienstag, 06 Januar 2026 um 17:30
Mathieu van der Poel läuft mit seinem Crossrad bei der Exact Cross Mol 2026
Man kann sagen, dass Mathieu van der Poel in seiner eigenen Welt lebt. In den vergangenen drei Jahren gewann er bis auf ein einziges alle Cross-Rennen, zu denen er antrat – irgendwann wird das zur sportlichen Monotonie. Der Weltmeister könnte im kommenden Jahr der Disziplin fernbleiben, sollte er im Februar den WM-Rekord brechen. Sein Vater Adrie van der Poel hält das ebenfalls für sinnvoll.
Dieses Jahr stand das nicht zur Debatte, weil der Niederländer den Fokus auf die Tour de France legte und danach kaum Ziele hatte, um seine Saison zu verlängern. „Mathieu wird den Cross-Winter nicht auslassen, wenn er seine Straßensaison früh beendet. Dann wäre die Zeit ohne Wettkampf und Druck sehr lang“, sagte Adrie van der Poel gegenüber Sporza.
Unter anderen Voraussetzungen könnte es jedoch anders kommen. „Wenn Mathieu die Vuelta fährt und anschließend ein paar italienische Herbstklassiker, dann wäre es vielleicht der richtige Zeitpunkt, einen Cross-Winter auszusetzen“, argumentiert Adrie. Ähnliches gilt für einen WM-Schwerpunkt auf der Straße. Doch die Strecken der Vorjahre und der kommenden Jahre kommen Kletterern entgegen – jemanden wie einen Tadej Pogačar oder Remco Evenepoel in Topform zu schlagen, ist für van der Poel dort schlicht unrealistisch.
Zu Saisonbeginn ließ er durchblicken, dass er dafür offen ist. Viel hängt jedoch davon ab, ob er in diesem Jahr die Cross-WM gewinnt. Das würde ihn zum alleinigen Rekordhalter machen, ohne dass ein Fahrer kurzfristig in Reichweite käme. Bei seiner makellosen Siegquote in diesem Winter gibt es wenig Gründe anzunehmen, dass van der Poel auf dem Weg zu einem weiteren Regenbogentrikot gestoppt wird.

Was denkt Adrie

„Ich glaube, es wäre gut für seinen Kopf“, meint van der Poel senior. Außer der Fortschreibung seiner Bestmarken gäbe es sportlich kaum noch Neues zu erreichen. Das würde seinen Platz in den Geschichtsbüchern festigen, hat für van der Poel aber nicht oberste Priorität. Sein Erfolg auf der Straße und das Experiment eines anderen Winters könnten bis nächstes Jahr wichtiger sein.
„Es geht nicht darum, was ich für richtig halte, sondern was Mathieu für richtig hält. Er trifft seine Entscheidungen selbst. Es wäre schöner, wenn Mathieu dabei wäre (der Weltcup in Hoogerheide, organisiert von Adrie, Anm.). Aber wenn ich ihn reden höre, besteht die Chance, dass er nicht kommt, denn Mathieu ist durchaus bereit, einen Winter auszulassen.“
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