„Lieber Favorit sein, als gar nicht erwähnt zu werden“: Tibor del Grosso bleibt gelassen trotz steigender Erwartungen

Cyclocross
Samstag, 10 Januar 2026 um 11:00
TiborDelGrosso Cyclocross
Der Sprung vom U23-Cross-Shootingstar zum Spitzenfahrer in der Elite ist selten einfach. Für Tibor del Grosso gilt das jedoch nicht: Er machte kurzen Prozess, stand regelmäßig auf dem World-Cup-Podium und gewann sogar zwei Superprestige-Rennen.

Tibor del Grosso: Der neue Oranje-Star dominiert im Cross

Gilt Thibau Nys in Belgien als Erbe von Wout van Aert, dürfen sich niederländische Fans entspannt zurücklehnen: Del Grosso wird mehr als nur ein würdiger Nachfolger für Van der Poel sein, sobald sein älterer Teamkollege das Querfeldeinrad an den Nagel hängt.
Schon im Januar kann Del Grosso mit Genugtuung auf seinen Winter blicken. „Es lief tatsächlich noch besser als erwartet“, sagte er gegenüber Golden Palace News. „Insgeheim hatte ich gehofft, im Vergleich zum Vorjahr einen Schritt zu machen. In der Elite um den Sieg zu fahren war das Ziel – und das ist mir zweimal gelungen.“
In Abwesenheit von Mathieu van der Poel bei den Niederländischen Meisterschaften in Huijbergen ist Titelverteidiger Del Grosso der Mann, den es zu schlagen gilt. „Das wirkt als logische Folge der Ergebnisse. Aber das ist okay. Meiner Meinung nach ist es besser, der Favorit zu sein, als gar nicht erwähnt zu werden.“

Meisterschaftsspezialist

Der Niederländer reift ohnehin zum Mann für die großen Tage, mit back-to-back U23-WM-Titeln 2024 und 2025. „Ich fahre nicht nur bei Meisterschaften stark, sondern auch in den Wochen davor und danach“, erklärt er. „Das macht, denke ich, den Unterschied.“
„Ich knicke unter Druck nicht ein, das stimmt. Trotzdem spüre ich manchmal Anspannung. Man merkt mir das vielleicht nicht so an. Aber ich würde es eher als gesunde Nervosität bezeichnen. Etwa wenn man mit mehreren Fahrern ins Finale geht, wie in Diegem, oder wenn man zum unpassenden Zeitpunkt stürzt, wie in Zonhoven. Aber ich kann das gut kanalisieren.“
Dank seiner Leistungen – im Cross wie auf der Straße – ist Del Grosso bei Favoritenlisten kaum noch wegzudenken. Und der 22-Jährige genießt die Aufmerksamkeit. „Sie ist nach und nach gewachsen, schon in der Straßensaison stand ich gelegentlich im Rampenlicht“, sagt er. „Ich versuche vor allem, mir treu zu bleiben. Das hilft – genauso wie eine Prise Humor.“
An diesem Sonntag wird in Huijbergen gefahren. Der Ort steht nicht jedes Jahr im Kalender, doch Del Grosso bringt eigene Erfahrungen mit: „Ich erinnere mich vor allem an die Sandrampe und die Düne. Auch wenn die Strecke jetzt weniger Höhenmeter hat, weil der Nootjesberg wohl verschwunden ist, erwarte ich bei den aktuellen Bedingungen ein hartes Rennen. Jeder wird seinen Platz finden.“

Wer setzt sich in Huijbergen durch?

„Ohne Mathieu van der Poel denke ich an Namen wie Lars van der Haar, Pim Ronhaar, Joris Nieuwenhuis, Mees Hendrikx und Ryan Kamp“, nennt Del Grosso seine Hauptgegner. Einen Fahrer für besondere Bewachung will er jedoch nicht festlegen. „Die Tagesform entscheidet, wer am besten fährt.“
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading