Lucinda Brand setzt ihren beeindruckenden Herbstlauf fort. Die Niederländerin sicherte sich beim Rapencross in Lokeren ihren vierten Sieg im fünften Saisonrennen und bestätigte damit ihre Dominanz in der X2O Badkamers Trofee. Zwei Runden vor Schluss ließ sie Sara Casasola und Aniek van Alphen hinter sich und feierte einen weiteren souveränen Triumph.
Für Brand war der Erfolg mehr als eine Demonstration ihrer körperlichen Stärke – er war das Ergebnis von Ruhe, Erfahrung und perfektem Timing. Während Casasola zu Beginn das Tempo bestimmte und Van Alphen hartnäckig dagegenhielt, blieb Brand geduldig. Sie wartete den richtigen Moment ab, bevor sie mit einer entschlossenen Attacke das Rennen entschied. „Das sind die perfekten Wochenenden“, sagte sie nach dem Zieleinlauf zufrieden.
Geduld, Kontrolle und perfektes Timing
Die ehemalige Weltmeisterin erklärte, dass Gelassenheit und Übersicht der Schlüssel zu ihrem Sieg waren. Obwohl ihr Start nicht optimal verlief, bewahrte sie die Ruhe: „Mein Start war heute nicht so gut, aber ich habe gelernt, dass ich mich nicht stressen sollte, wenn so etwas passiert“, sagte Brand. „Auch die Radwechsel habe ich sehr überlegt durchgeführt – das hat heute den Unterschied gemacht.“
Der entscheidende Moment kam, als Casasola nach langer Führungsarbeit in einem technischen Abschnitt kurz ins Straucheln geriet. Brand reagierte instinktiv, nutzte die Gelegenheit und attackierte – halb Kalkül, halb Instinkt. „Ich war eher vorausschauend“, erklärte sie. „Sara hatte gerade einen schwierigen Abschnitt hinter sich, und ich hörte sie schwer atmen. Ich dachte mir: Ich werde sehen, wohin das führt.“
Von da an war alles klar. Brand zog mühelos davon, fuhr präzise wie ein Uhrwerk und sicherte sich mit ihrem Doppelsieg an diesem Wochenende die Spitzenposition in der Gesamtwertung.
Ruhig unter Druck, kompromisslos im entscheidenden Moment – Lucinda Brand zeigt sich aktuell in absoluter Topform. Mit ihrem Selbstvertrauen, ihrer Konstanz und ihrem Instinkt hat sie ihren Rhythmus früh gefunden – und die Konkurrenz weiß: Sie wird ihn so schnell nicht wieder verlieren.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.