Die
Exact Cross Mol bot alle Zutaten für ein weiteres prägendes Kapitel der Rivalität zwischen
Mathieu van der Poel und
Wout van Aert, doch brutale Winterbedingungen verwandelten das Rennen letztlich in einen Überlebenskampf statt in ein reines sportliches Duell.
Schon in den ersten Runden setzten sich Van der Poel und Van Aert über das Chaos hinweg. Beide fuhren entschlossen durch Schnee und Eis, wechselten sich an der Spitze ab und distanzierten nach und nach Toon Aerts und Felipe Orts.
Trotz einiger kleiner Fehler und eines heftigen Sturzes zur Rennmitte verlor Van der Poel nie die Kontrolle über die Situation. Er stellte die Abstände immer wieder mit dosierten Beschleunigungen her, statt mit ungestümen Attacken zu riskieren.
„Bis dahin war es ausgeglichen“
Van der Poel räumte im Anschluss ein, dass sich die Bedingungen zum Zeitpunkt der Vorentscheidung rapide verschlechterten. „Es wurde wirklich extrem rutschig“, sagte er. „Ich habe es hinter mir gehört, hoffentlich ist es nicht allzu schlimm. Bis zu diesem Sturz war es ausgeglichen, daher ist es schade, dass das Rennen durch einen Fall entschieden wurde.“
Diese Worte trafen die Stimmung des Nachmittags genau. Das Duell war fein austariert, geprägt eher von Positionierung, Traktion und Temperaturmanagement als von reiner Leistung. Van der Poel selbst kämpfte sichtbar lange mit eingefrorenen Händen, blies warme Luft in seine Handschuhe und fuhr die glattesten Passagen mit Vorsicht.
Nach Van Aerts Ausstieg wich die Spannung aus dem Rennen. Zuschauer verließen angesichts zunehmenden Schneefalls frühzeitig den Kurs, und die Schlussrunden wurden zu einer Übung in Kontrolle statt Angriff. Van der Poel managte die finale Phase konservativ, hielt das Rad aufrecht und vermied unnötige Risiken, um einen weiteren Wintererfolg zu sichern.
Ein Sieg, der seine Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft unterstrich, aber einer, dem nach eigener Einschätzung das sportliche Finale fehlte, das dieses Rennen versprochen hatte.