Das Frauenrennen der
Weltcup-Runde in Hoogerheide bot einen nervösen, ständig wechselnden Schlagabtausch, doch erneut setzte sich
Puck Pieterse als stärkste Fahrerin durch. Mit ihrem zweiten Sieg in Folge reist sie mit maximalem Selbstvertrauen zu den Weltmeisterschaften in Hulst.
Puck Pieterse gewinnt Weltcup Hoogerheide und reist als Topfavoritin zur WM
Nach einer Anfangsphase mit wiederholtem Zusammenschließen und tastenden Attacken begann das Rennen erst in der zweiten Hälfte aufzugehen. Pieterse und Amandine Fouquenet schälten sich schrittweise als Schlüsselfiguren heraus, konterten gegenseitig ihre Moves, während das Feld über mehrere Runden auseinanderzog und wieder zusammenfiel.
Mehrere Fahrerinnen versuchten früh das Kommando zu übernehmen, darunter Sara Casasola, die kurzzeitig das Tempo bestimmte, und Blanka Vas. Doch der schnelle, abtrocknende Kurs zog das Rennen immer wieder zusammen. Stürze und kleine Fehler lichteten das Feld, ohne eine entscheidende Selektion zu bringen.
Das änderte sich zur Rennmitte, als Pieterse auf dem gleichen steilen Anstieg Runde für Runde den Druck erhöhte. Fouquenet hielt mit kühlem Kopf dagegen, erkannte die Gefahr und blieb stabil. Das Duo fuhr sich schließlich einen kleinen Vorsprung heraus, der kurzzeitig vorentscheidend wirkte.
Doch Hoogerheide wehrte sich erneut gegen ein einfaches Ergebnis. Eine späte Regruppierung brachte Kristyna Zemanova, Katarina Chladonova und Shirin van Anrooij zurück nach vorn, sodass die Entscheidung mit fünf Fahrerinnen in die Schlussrunde ging.
Fouquenet setzte im Finale als Erste unter Druck, erhöhte das Tempo auf der Jagd nach ihrem ersten Weltcupsieg nach Erfolgen in der Superprestige-Serie. Diese Beschleunigung forderte ihren Tribut. Als die Französin nachließ, ergriffen Pieterse und Zemanova ihre Chance.
Pieterse stach zuerst. Mit einem scharfen Antritt riss sie eine kleine, aber entscheidende Lücke von rund zehn Metern. Zemanova reagierte mutig, kämpfte verbissen und weigerte sich aufzugeben, doch die Niederländerin hielt ihren Vorsprung durch die letzten technischen Passagen bis auf die Zielgerade.
Dahinter fiel Fouquenet im Kampf um den Sieg zurück, unfähig, die letzte Beschleunigung mitzugehen, während das Duell um die verbleibenden Podestplätze ohne sie ausgetragen wurde.
Auf der Linie krönte Pieterse ein perfektes Wochenende. Keine 24 Stunden nach ihrem Sieg in Maasmechelen riss sie in Hoogerheide erneut die Arme hoch und unterstrich Form und Momentum zum genau richtigen Zeitpunkt. Mit zwei Weltcup-Triumphen an zwei Tagen fährt sie nun als eine der prägenden Fahrerinnen des Winters nach Hulst – und mit reichlich Selbstvertrauen, da die Weltmeisterschaften vor der Tür stehen.