Für Thibau Nys wurde der Weltcup in Zonhoven binnen Sekunden vom Versprechen zur Schadensbegrenzung. An einem Tag, den vorne Mathieu van der Poel dominierte, zerstörte ein heftiger Sturz auf einer vereisten Passage die Chancen des belgischen Meisters auf ein Topresultat: Er flog über die Absperrungen in die Bande.
Sturz-Schock in Zonhoven: Thibau Nys kämpft sich trotz Pech zurück
Der Vorfall passierte in Runde fünf auf einem Kurs, der sich bereits als unerbittlich erwiesen hatte. Nys verlor auf einer gefrorenen Stelle bei hohem Tempo die Kontrolle, rutschte weg und wurde in die Werbetafeln katapultiert, prallte gegen einen Zuschauer und kämpfte sich zurück auf die Strecke. Körperlich blieb er unverletzt, doch der Aufprall brach seinen Lenker und beendete de facto jede sportliche Ambition des Tages.
Im Rückblick erklärte Nys, die Gefahr habe sich spürbar aufgebaut. „Es wurde immer rutschiger und mir war das bewusst“,
sagte er nach dem Rennen bei Sporza. „Ich hatte schon viele Fahrer vor mir Fehler machen sehen, aber ich hatte das Gefühl, ich hatte es ziemlich gut im Griff.“
Dieses Vertrauen war mit einem Schlag weg. „Auf einem Abschnitt mit wirklich hohem Tempo war es einfach Eis“, sagte er. „Ich konnte es nicht mehr korrigieren.“
„Ich kam gerade erst ins Rollen“
Die Frustration lag nicht im Sturz an sich, sondern im Zeitpunkt. „Als ich runterging und den Schaden checkte, merkte ich, dass es mir selbst gut ging“, sagte Nys. „Aber dieser Crash hat natürlich mein ganzes Rennen ruiniert. Ich kam gerade erst ins Rollen und fuhr gut.“
Mit gebrochenem Lenker dachte Nys kurz ans Aufgeben. Stattdessen machte er weiter, nahm das Rad auf die Schulter und lief durch die Kuil in Richtung Materialzone – ein Moment, der vom lauten Zuspruch der Zonhovener Fans getragen wurde.
„Das war nicht einfach“, lachte er. „Ich habe kurz gezögert aufzuhören, aber es hat zu viel Spaß gemacht, und das Publikum war zu gut, um abzusteigen.“
Auch wenn sein Resultat nicht mehr zu retten war, suchte Nys die Atmosphäre statt den Ärger. „Ich habe das Beste daraus gemacht und es genossen“, sagte er. „Noch einmal in die Kuil hinunter und die Menge auf meine Seite holen, dafür habe ich es gemacht.“
Nys wurde am Ende 19., ein Ergebnis, das seiner Weltcup-Kampagne spürbar zusetzt. Doch an einem Tag, geprägt von Eis, Stürzen und Entscheidungen im Sekundenbruchteil, zeigte seine Reaktion, warum Zonhoven so sehr Charakterprüfung wie Klassierungsfrage ist.