„Wenn ich für einen Etappensieg alles opfern muss, tue ich das“ – Jegat war 2025 die Top-10-Überraschung der Tour de France

Radsport
Dienstag, 23 Juni 2026 um 11:00
Jordan Jegat bei der Tour de France 2025
Jordan Jegat steht vor dem Start bei der kommenden Tour de France. 2025 war er die Überraschung in den Top 10, in die er am allerletzten Wettkampftag noch kletterte. Diesmal gilt er nach einer schwierigen Vorbereitung nicht als Favorit für eine Wiederholung, vielmehr peilt er einen potenziell karriereprägenden Etappensieg an.
Tatsächlich stand seine Tour-Teilnahme zeitweise durch das eigene Team auf der Kippe. Im Vertragsjahr und mit TotalEnergies, das Ende 2026 wohl aussteigen dürfte, sofern kein neuer Titelsponsor gefunden wird – der Ölkonzern wechselt zu Netcompany INEOS –, ist Jegats Marktwert stark gestiegen. Ein aktueller Bericht bringt ihn mit Lidl-Trek in Verbindung.
Teammanager Jean-René Bernaudeau ließ verlauten, dass Fahrer, die sich vor dem Team auf einen Wechsel festlegen – ein klarer Wink in Richtung Jegat –, nicht nominiert würden. Das deutet derzeit stark darauf hin, dass noch kein Vertrag unterschrieben ist.
Jordan Jegat bei der Tour de France 2025
Jordan Jegat bei der Tour de France 2025 

Schwierigkeiten im Höhentrainingslager

Eine leichte Knieverletzung bremste die Saison des 27-Jährigen aus, verhinderte qualitatives Wintertraining und verzögerte den Einstand bis Ende April. Der Auftakt war dennoch vielversprechend: Sieg bei der Classic Grand Besançon Doubs vor Matthew Riccitello gleich am ersten Renntag.
„Es läuft wirklich gut. Die Saison hat zwar später begonnen, aber mit einem Sieg. So zu starten, mit meinem ersten Profisieg…“, sagte Jegat im Interview mit In de Leiderstrui.
Die Erwartungen stiegen. Tags darauf wurde er Dritter der Tour du Jura, doch bei der Tour of Turkey, wo er zu den Hauptfavoriten zählte, landete er als Gesamtvierter neben dem Podium. Bei der jüngsten Tour Auvergne-Rhône-Alpes, dem Haupttest vor der Tour, wurde er Gesamt-22., weit entfernt von der Form vor zwölf Monaten. Auffällig: Er wurde jeweils Siebter, wenn er in die Tagesgruppe ging – gleich dreimal.
Das Höhencamp im Mai verlief holprig, die Bestform ist noch nicht erreicht. „Ich hatte dieses Jahr ein schwierigeres Höhentrainingslager als sonst. Daher suche ich momentan noch nach den guten Gefühlen. Ich mache mir aber keine Sorgen, das kommt.“

Etappensieg statt Gesamtwertung für Jegat

Ohne Topbeine in die Tour zu starten, ist suboptimal – erst recht mit einem Mannschaftszeitfahren und zwei Bergankünften zum Auftakt.
„Die Vorbereitung war insgesamt in Ordnung. Wir waren wie letztes Jahr in der Sierra Nevada im Höhentrainingslager. Danach bin ich krank geworden, deshalb ist die Form wohl etwas abgefallen“, erklärt er. „Ich bin nicht beunruhigt. Es kommen noch ein paar gute Wochen, um daran zu arbeiten, also kommt das schnell zurück.“
Jegat wird seine Priorität wohl klar auf einen Etappensieg legen und die Gesamtwertung nachrangig behandeln. Eine Wiederholung des Vorjahres wird schwierig, doch unter idealen Bedingungen kann er an ausgewählten Tagen ernsthaft um einen Sieg fahren – was das Rennen des französischen Teams prägen würde.
„Bei der Tour ist ein Etappensieg das größte Ziel. Ein Ergebnis in der Gesamtwertung hat man immer im Kopf, aber wenn ich dafür alles einem Etappensieg unterordnen muss, dann mache ich das“, schloss er.
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