„Wenn das Team für mich fährt, muss ich dem gerecht werden“: Giulio Pellizzari will Red Bulls Erwartungen beim Giro erfüllen

Radsport
Donnerstag, 30 April 2026 um 8:00
Giulio Pellizzari
Giulio Pellizzari zählte im Vorfeld des Giro d’Italia 2026 nicht sofort zu den Topfavoriten. Doch angesichts einer langen Ausfallliste (unter anderem Joao Almeida und 2019-Sieger Richard Carapaz) und zahlreicher Formfragezeichen bei den übrigen Anwärtern ist der junge Italiener plötzlich zu einem sehr ernsthaften Podiumskandidaten aufgestiegen, nicht zuletzt nach seiner starken Tour of the Alps.
Jetzt im Red-Bull-Aufgebot verankert, begnügt sich der 22-Jährige nicht mehr mit dem Etikett Talent oder der Rolle des Edelhelfers. Er tritt reifer auf und trägt die Erwartungen der Gastgebernation. Seine stetige Entwicklung, untermauert durch zwei Top-10-Platzierungen bei Grand Tours im Vorjahr, macht ihn zur glaubwürdigsten Alternative zum überragenden Favoriten Jonas Vingegaard von Visma.
Die Erwartungshaltung ist groß. Pellizzari verkörpert die realistische Chance, eine Heimflaute zu beenden, die seit einem Jahrzehnt anhält, seit Vincenzo Nibali in Mailand ganz oben stand.
Die Motivation des Fahrers ist greifbar, seine Worte spiegeln eisernen Willen vor dieser neuen Profiherausforderung. Pellizzari weiß, dass sich die Gemengelage verändert hat und seine Rolle innerhalb der deutschen Struktur nach seinem Frühform-Auftritt deutlich gewachsen ist.
Mit der Bodenständigkeit seiner Wurzeln und dem Anspruch eines Fahrers, der eine Ära prägen will, erinnert der Kletterer an seine Anfänge als Zuschauer, um eine Zukunft auf Italiens härtesten Gipfeln zu entwerfen.
Giulio Pellizzari gewinnt zwei Etappen bei der Tour of the Alps 2026
Giulio Pellizzari gewann zwei Etappen bei der Tour of the Alps 2026
In seinen jüngsten Aussagen machte er den Mentalitätswechsel deutlich: „Ich will verstehen, wie weit ich wirklich gehen kann“, sagte er der Gazzetta dello Sport. „Letztes Jahr war ich Helfer [für Primoz Roglic], heute nicht. Wenn das Team für mich fährt, muss ich dem gerecht werden.“
Dieses Bekenntnis zu Teamkollegen und Fans verbindet sich mit der Nostalgie seiner Idole. Er gibt zu: „Ich bin vor dem Fernseher aufgewachsen, habe 2013 gesehen, wie Vincenzo im Rosa Trikot am Tre Cime di Lavaredo im Schnee alle stehen ließ.“ Jetzt ist er an der Reihe, Momente zu schaffen, die der nächsten Generation italienischer Radsportler im Gedächtnis bleiben.
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