Kamilla Aasebo ist nach einem längeren Krankenhausaufenthalt nach ihrem Sturz bei der
Paris-Roubaix Femmes Anfang des Monats nach Hause zurückgekehrt und beginnt die nächste Phase ihrer Genesung nach einer schweren Kopfverletzung auf dem Pflaster.
Die Fahrerin von
Uno-X Mobility teilte am 29.04. ein Update und bestätigte, dass sie das Krankenhaus in Frankreich verlassen und nach Oslo zurückgekehrt ist – nach einer unerwartet langen und schwierigen Zeit nach dem Rennen.
„Endlich wieder zu Hause nach der Hölle der ‘Hölle des Nordens’! (Naja, fast)“,
schrieb sie in einem Update auf den Uno-X-Kanälen. „Mein Aufenthalt in Frankreich wurde deutlich länger als erwartet. Leider verschlimmerte sich die Hirnblutung sehr schnell, sodass eine Notoperation nötig war.“
Notoperation und verlängerter Klinikaufenthalt
Der Sturz ereignete sich während der Paris-Roubaix Femmes, einem Rennen, das für seine unerbittlichen Pavé-Sektoren und unberechenbaren Bedingungen bekannt ist. Stürze sind nicht selten, doch das volle Ausmaß wurde hier erst in den Stunden und Tagen danach deutlich.
Aasebo erläuterte, wie sich die Lage nach dem ersten Aufprall rasch zuspitzte. „Ich wurde außerdem am Ellenbogen und am Kiefer wegen Frakturen operiert, aber zum Glück sind alle Eingriffe gut verlaufen“, sagte sie und skizzierte das gesamte Verletzungsbild.
Ihre Genesungsphase in Frankreich dauerte rund zehn Tage, die sie unter spezialisierter Betreuung in Lille verbrachte. „Nach zehn zähen Tagen in Lille – von denen ich mich nur an fünf erinnere – bin ich sehr froh, endlich wieder in Oslo im Ullevål-Krankenhaus zu sein.“
Fokus liegt jetzt auf der Rehabilitation
Zurück in Norwegen richtet sich der Blick nun auf die Rehabilitation, insbesondere nach den Folgen der Gehirnverletzung. „Im Moment liegt der Hauptfokus darauf, die Beweglichkeit im rechten Bein nach der Hirnverletzung zurückzugewinnen, und ich bin bereit und motiviert, den Weg der Genesung zu starten“, sagte sie.
Trotz der Schwere der Verletzungen ordnete Aasebo das Geschehen nüchtern ein. „Der Sturz an sich war nicht besonders dramatisch. Ich hatte einfach sehr viel Pech mit dem Ausgang. Aber als es dann so ernst wurde, hatte ich auch großes Glück, wie gut am Ende alles gelaufen ist.“
Zugleich bedankte sie sich bei allen Beteiligten für die Betreuung in dieser Ausnahmesituation. „Ich und das Team möchten dem gesamten Personal des Roger-Salengro-Krankenhauses und des Ullevål-Krankenhauses in Oslo danken. Und ein ganz besonderer Dank gilt Rory Nolan sowie meinen Eltern, die die ganze Zeit an meiner Seite waren.“
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„Eines Tages werde ich es ins Vélodrome von Roubaix schaffen“
Die Paris-Roubaix Femmes zählt zu den anspruchsvollsten Rennen des Kalenders, in denen Positionierung, Widerstandsfähigkeit und Glück oft ebenso entscheidend sind wie die reine Leistungsfähigkeit. Für Aasebo hat die Erfahrung den Willen zur Rückkehr nur gestärkt. „Eines Tages werde ich es ins Vélodrome von Roubaix schaffen“, schrieb sie.
Mit dem Start der Rehabilitation gibt dieses Ziel nun eine klare Richtung vor, während sie den langen Weg zurück zur vollen Gesundheit antritt.