Vuelta a España 2026, 12. Etappe Vorschau, Profil, Favoriten & Prognose – Enric Mas kämpft am Calar Alto um die Verteidigung des Roten Trikots

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 02 September 2026 um 18:17
Santiago Buitrago
Die Vuelta wurde erstmals 1935 ausgetragen und umfasste damals 14 Etappen. Die ersten beiden aufeinanderfolgenden Austragungen gewann der Belgier Gustaaf Deloor, ehe das Rennen für fünf Jahre pausierte. Seit 1955 wird „La Vuelta“ ohne Unterbrechung veranstaltet und bildet gemeinsam mit dem Giro d'Italia und der Tour de France die dritte Grand Tour. Bis heute genießt sie als letzter Grand-Tour-Höhepunkt der Saison hohes Ansehen.
Namen wie Jacques Anquetil, Raymond Poulidor, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Pedro Delgado, Sean Kelly, Tony Rominger und Jan Ullrich prägen die lange Siegerliste des Rennens. Die Rekordsieger sind aktuell Roberto Heras und Primoz Roglic, die sämtliche ihrer Vuelta-Titel im 21. Jahrhundert errungen haben.
Die meisten spanischen Topfahrer der vergangenen Jahrzehnte konnten die Vuelta für sich entscheiden, darunter Alejandro Valverde und Alberto Contador. Letzterer war 2014 der jüngste Heimsieger. Auch Fahrer wie Vincenzo Nibali, Nairo Quintana, Chris Froome und Remco Evenepoel haben die Vuelta als prägende Profis ihrer jeweiligen Generation in ihre Palmarès aufgenommen.
2025 feierte Jonas Vingegaard seinen ersten Gesamtsieg bei der Vuelta und setzte sich vor Joao Almeida und Tom Pidcock durch. 2026 will Tadej Pogacar Geschichte schreiben und die Vuelta gewinnen. Damit würde er sich in den erlesenen Kreis jener Profis einreihen, die alle drei Grand Tours für sich entscheiden konnten.

Vuelta a Espana 2026 Strecke und Etappen

EtappeDatumStartZielDistanz (km)Etappentyp
1 22.08.2026 Monaco Monaco 9.4 Einzelzeitfahren
2 23.08.2026 Monaco Manosque 214 Hügelig
3 24.08.2026 Gruissan - Aude Font Romeu 174 Gebirgig
4 25.08.2026 Andorra la Vella Andorra la Vella 106 Gebirgig
5 26.08.2026 Falset Roquetes 173 Hügelig
6 27.08.2026 Alcossebre Castelló 177 Hügelig
7 28.08.2026 Vall d'Alba Aramón Valdelinares 149 Gebirgig
8 29.08.2026 Puçol Xeraco 171 Flach
9 30.08.2026 La Vila Joiosa / Villajoyosa Alto de Aitana 188 Gebirgig
10 01.09.2026 Alcaraz Elche de la Sierra 185 Hügelig
11 02.09.2026 Cartagena Lorca 153 Flach
12 03.09.2026 Vera Calar Alto 166 Gebirgig
13 04.09.2026 Almuñécar Loja 192 Hügelig
14 05.09.2026 Jaén Sierra de la Pandera 155 Gebirgig
15 06.09.2026 Palma del Río Córdoba 180 Hügelig
16 08.09.2026 Cortegana La Rábida / Palos de la Frontera 181 Flach
17 09.09.2026 Dos Hermanas Sevilla 185 Flach
18 10.09.2026 El Puerto de Santa María Jerez de la Frontera 32.1 Einzelzeitfahren
19 11.09.2026 Vélez-Málaga Peñas Blancas, Estepona 210 Gebirgig
20 12.09.2026 La Calahorra Collado del Alguacil 187 Gebirgig
21 13.09.2026 Carrefour Granada Granada 112 Hügelig

Vorschau Vuelta a España 2026, 12. Etappe

Enric Mas wird an einem Tag, der ihm nicht unbedingt entgegenkommt, gezwungen sein, seine Führung zu verteidigen. Denn auf dieser Etappe könnte Movistar von seinen Rivalen unter Druck gesetzt werden. Es hat sich bereits gezeigt, dass die Mannschaft nicht über die kollektive Stärke verfügt, um die Angriffe der Konkurrenz zu neutralisieren. Während Decathlon seine Fahrer bislang jedoch nicht konsequent in Ausreißergruppen geschickt und taktisch eingesetzt hat, dürfte sich das nach dem erfolglosen Vorgehen auf der 9. Etappe ändern.
Decathlon ist im Hochgebirge die stärkste Mannschaft und dürfte versuchen, mehrere Fahrer in der Ausreißergruppe zu platzieren. Am Velefique und im ersten Teil des Calar Alto bieten sich Möglichkeiten für Attacken und Zeitabstände. Mas verfügt nicht über die Mannschaft, um das Peloton frühzeitig stark auszudünnen, könnte deshalb aber selbst bereits früh am Schlussanstieg attackieren. Die letzten Kilometer beinhalten nämlich einige flachere Passagen. Schon der Schlussanstieg nach Aitana entwickelte sich zu einem taktischen Spiel, und am Calar Alto könnte es ähnlich laufen – mit dem Unterschied, dass Mas auf den flacheren Abschnitten Zeit verlieren könnte, da er dort nicht für seine Rivalen die Tempoarbeit übernehmen kann.
Fahrer in der Ausreißergruppe zu haben, zu denen die Klassementfahrer im Finale aufschließen können, könnte von enormer Bedeutung sein und einen entscheidenden Unterschied machen. Im Grunde sollte jedes Team mit Ambitionen auf die Gesamtwertung versuchen, einen Helfer in der Fluchtgruppe zu platzieren. Mas muss versuchen, bereits vorher den Unterschied zu machen, damit er auf den flacheren Passagen nicht attackiert wird. Felix Gall wiederum dürfte versuchen, früh eine Lücke zu reißen, um anschließend zu vorausfahrenden Teamkollegen aufzuschließen.
Primoz Roglic, Oscar Onley, Richard Carapaz, Mattias Skjelmose und Harold Tejada werden zunächst vor allem darauf bedacht sein, den Attacken zu folgen, bevor sie auf den welligen Abschnitten des Schlussanstiegs selbst angreifen können. Mit perfekt getimten Attacken könnten sie dort erheblich Zeit gutmachen. Gleichzeitig könnten sich auch einige Außenseiter im Kampf um die Gesamtwertung in eine günstige taktische Position bringen.
Der Etappensieg könnte allerdings unter den Fahrern der Ausreißergruppe entschieden werden. Die Etappe dürfte nur schwer zu kontrollieren sein und zahlreiche starke Kletterer werden Freiheiten erhalten. Juan Felipe Rodríguez, Ramses Debruyne, Filippo Zana, Finlay Pickering, Tobias Johannessen, Santiago Buitrago, Pavel Sivakov, Valentin Paret-Peintre, Mikel Landa, Eddie Dunbar, Iván Sosa und Marco Brenner gehören an diesem Tag für die Kletterer zu den gefährlichsten Kandidaten.

Prognose Vuelta a España 2026, 12. Etappe

*** Tobias Johannessen, Santiago Buitrago
** Pavel Sivakov, Eddie Dunbar
* Enric Mas, Felix Gall, Primoz Roglic, Oscar Onley, Richard Carapaz, Ramses Debruyne, Juan Felipe Rodríguez, Finlay Pickering, Filippo Zana, Valentin Paret-Peintre

Profil Etappe 12: Vera - Calar Alto

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 12
Vera - Calar Alto, 167 Kilometer
Am zwölften Renntag kehrt die Vuelta ins Hochgebirge zurück. Insgesamt stehen 4500 Höhenmeter auf dem Programm. Nach dem Start in Vera prägen auf den ersten 120 Kilometern zahlreiche Wellen und kurze Anstiege das Profil.
Richtig ernst wird es am Alto del Velefique: Der Anstieg ist 13,1 Kilometer lang und durchschnittlich 7,2 Prozent steil. Auf der Kuppe, die 31 Kilometer vor dem Ziel erreicht wird, gibt es zudem Bonussekunden. Angesichts des schweren Finales könnte es hier unter den Favoriten zwar noch ruhig bleiben, brutal ist der Anstieg dennoch. Zahlreiche Kehren prägen die Auffahrt, die ersten vier Kilometer liegen bei annähernd 9 Prozent.
Anschließend folgen die Abfahrt und der Schlussanstieg hinauf nach Calar Alto. Die Auffahrt ist schwer einzuteilen und damit auch taktisch anspruchsvoll. Gleich die ersten 6,6 Kilometer weisen durchschnittlich 9 Prozent auf – die härteste Passage des Tages, in der die größten Abstände entstehen können.
Insgesamt ist der Schlussanstieg 17 Kilometer lang und durchschnittlich 5,6 Prozent steil. Nach dem steilen Auftakt wechseln sich weitere Rampen mit flacheren Passagen ab. Zwischen drei und zwei Kilometern vor dem Ziel zieht die Straße noch einmal deutlich an – ein punchiges Finale auf 2150 Metern Höhe.

Profil Etappe 13: Almuñecar - Loja

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 13
Almuñecar - Loja, 183 Kilometer
Etappe 13 ist ein klassischer Tag für die Ausreißer – angesichts dieses anspruchsvollen und schwer zu kontrollierenden Profils lässt sich daran kaum zweifeln. Nach dem Start in Almunecar beginnen die Straßen bereits nach 15 Kilometern anzusteigen.
Insgesamt sind rund 3300 Höhenmeter zu bewältigen, was für die meisten Sprinter zu viel sein dürfte. Zumal bereits der erste kategorisierte Anstieg 14 Kilometer lang und durchschnittlich 5 Prozent steil ist. Danach folgen weitere Berge, zwischen denen jeweils nur Abfahrten liegen.
Vor allem die ersten 80 Kilometer sind äußerst anspruchsvoll. Unter diesen Voraussetzungen dürfte es nahezu unmöglich sein, die Bildung einer starken Ausreißergruppe zu verhindern. Doch auch im weiteren Verlauf wird die Etappe keineswegs gemütlich.
Mit dem Puerto de Granada folgt anschließend ein weiterer wesentlicher Anstieg. Er ist 6,5 Kilometer lang und durchschnittlich 6,2 Prozent steil, seine Kuppe wird 28 Kilometer vor dem Ziel erreicht. Von dort führt eine schnelle, tendenziell abfallende Strecke in Richtung Loja.
Doch auch im Zielort selbst ist das Finale nicht einfach. Die letzten 1,5 Kilometer steigen mit knapp 4 Prozent an – kein echter Berg, aber durchaus ein Faktor, sollte die Entscheidung im Sprint fallen.

Profil Etappe 14: Jaén - Sierra de la Pandera

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 14
Jaén - Sierra de la Pandera, 155 Kilometer
Zurück in die Berge – und das mit einer markanten Bergankunft. Erneut müssen zahlreiche Höhenmeter bewältigt werden, doch diesmal gibt es einen klaren Schlüsselmoment, der über den Ausgang der Etappe entscheiden dürfte.
Nach dem Start in Jaen warten auf 155 Kilometern insgesamt 4100 Höhenmeter. Dabei stehen lediglich drei kategorisierte Anstiege auf dem Programm: zwei Bergwertungen der 2. Kategorie sowie zum Abschluss die Sierra de la Pandera.
Der Schlussanstieg ist 11,8 Kilometer lang und durchschnittlich 7,5 Prozent steil, weist allerdings einen sehr ungleichmäßigen Verlauf auf. Die Steigungsprozente variieren erheblich, während die letzten Meter vergleichsweise flach ausfallen.
Ein kompletter Kilometer steigt sogar mit durchschnittlich 13 Prozent an. Das ist Terrain für die reinen Kletterer – zumal sich zu diesem Zeitpunkt der Rundfahrt auch die zunehmende Rennmüdigkeit bemerkbar machen dürfte.

Profil Etappe 15: Palma del Rio - Córdoba

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 15
Palma del Rio - Córdoba, 181 Kilometer
Das zweite Rennwochenende endet mit einer Etappe, die wie gemacht für Ausreißer mit ausgeprägten Allround-Qualitäten erscheint. Wiederholte Antritte, kurze Anstiege und flache Passagen prägen das Profil – entsprechend entscheidend dürften das richtige Timing und die passende Taktik sein.
Nach dem Start in Palma del Rio verlaufen die ersten 25 Kilometer flach. Anschließend beginnt jedoch ein völlig anderes Rennen: Einen einzelnen Scharfrichter gibt es nicht, stattdessen folgen über Stunden hinweg zahlreiche Wellen und Anstiege.
Die drei kategorisierten Berge markieren dabei die Schlüsselstellen. Der erste Anstieg ist 7,5 Kilometer lang und im Schnitt mehr als 4 Prozent steil – hier könnte sich die entscheidende Ausreißergruppe formieren. Der zweite misst 8,4 Kilometer bei durchschnittlich 3,5 Prozent und endet 54 Kilometer vor dem Ziel. In einer schnellen Rennphase bietet er damit ideales Terrain für Rouleure.
Der letzte Anstieg des Tages ist 5,9 Kilometer lang und durchschnittlich 5,6 Prozent steil. Hier können durchaus entscheidende Abstände entstehen. Die Kuppe liegt nur 23 Kilometer vor dem Ziel, anschließend führt die finale Annäherung nach Cordoba überwiegend bergab.

Profil Etappe 16: Cortegana - La Rábida

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 16
Cortegana - La Rábida, 181 Kilometer
Die Schlusswoche beginnt in Cortegana überraschend flach. Die erste Hälfte der Etappe ist zwar keineswegs einfach und von zahlreichen kleinen Wellen geprägt, für die Sprinter wartet dort jedoch keine echte Schwierigkeit.
Eine starke Ausreißergruppe könnte sich dennoch absetzen. Allerdings verlaufen die letzten 95 Kilometer nahezu vollständig flach – damit bleiben dem Peloton rund zwei Stunden auf schnellen Straßen, um die Fluchtgruppe wieder einzuholen.
Im Finale nahe der Küste bei La Rabida könnten vor allem Hitze und Wind eine Rolle spielen. Der Schlussabschnitt in der Nähe von Huelva ist dagegen technisch wenig anspruchsvoll.

Profil Etappe 17: Dos Hermanas - Sevilla 

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 17
Dos Hermanas - Sevilla, 185 Kilometer
Die 17. Etappe führt durch eine Region, in der zu dieser Jahreszeit häufig extreme Hitze herrscht. Gleichzeitig wartet die flachste Etappe der gesamten Vuelta: Rund um Sevilla stehen 185 vollständig flache Kilometer auf dem Programm.
Das Ziel befindet sich in der andalusischen Metropole, wo ein komplett flaches Finale im Stadtzentrum wartet. Hohe Geschwindigkeiten sind damit praktisch garantiert – und die verbliebenen Topsprinter sollten für ihr Durchhaltevermögen belohnt werden.

Profil Etappe 18 (EZF): El Puerto de Santa María - Jerez de la Frontera

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 18
El Puerto de Santa María - Jerez de la Frontera, 32 Kilometer
Im Schlussdrittel der Vuelta steht das zweite Einzelzeitfahren auf dem Programm. Mit seiner Distanz ist es zwar nicht außergewöhnlich lang, aber keineswegs kurz.
Auf den 32 Kilometern von El Puerto de Santa Maria nach Jerez de la Frontera erwartet die Fahrer ein flacher Kampf gegen die Uhr. Die Strecke ist technisch wenig anspruchsvoll und bietet damit eine ideale Bühne für die Zeitfahr-Spezialisten.
Bevor die letzten beiden Bergetappen folgen, steht damit noch einmal ein wichtiger Tag im Kampf um die Gesamtwertung bevor.

Profil Etappe 19: Vélez-Málaga - Peñas Blancas, Estepona

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 19
Vélez-Málaga - Peñas Blancas, Estepona, 210 Kilometer
Die 19. Etappe bietet eine der härtesten Bergankünfte dieser Vuelta. Mit 210 Kilometern und 4000 Höhenmetern wartet ein langer Tag im Hochgebirge, wobei die entscheidende Rolle ganz klar dem Schlussanstieg zukommen dürfte.
Die ersten 50 Kilometer verlaufen nahezu vollständig flach. Anschließend folgen zwei kategorisierte Berge, eingerahmt von weiteren Wellen, die zusätzliche Kräfte kosten werden. Danach führt die Strecke zurück auf Meereshöhe nach Estepona, wo der Schlussanstieg beginnt.
Mit Penas Blancas wartet im Finale ein echter Vuelta-Klassiker. In einem einzigen langen Anstieg geht es auf dramatische Weise von Meereshöhe bis auf 1274 Meter hinauf. Die Auffahrt ist 18,8 Kilometer lang und durchschnittlich 6,5 Prozent steil. Das sehr konstante Profil bietet ideale Voraussetzungen, um ernsthafte Abstände zwischen den Klassementfahrern zu erzeugen.

Profil Etappe 20: La Calahorra - Collado del Alguacil

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 20
La Calahorra - Collado del Aguacil, 187 Kilometer
Die Königsetappe ist zugleich der letzte Tag im Hochgebirge. Rund um Granada warten unzählige Berge auf das Peloton, allen voran die Sierra Nevada. Dabei führt die Strecke nicht hinauf zur Skistation, sondern über die steilen Straßen zwischen Granada und dem legendären Gebirgsmassiv.
Insgesamt stehen 4850 Höhenmeter auf dem Programm. Die Strecke wurde zuletzt aufgrund schlechter Straßenverhältnisse am Alto de Hazallanas angepasst. Gestartet wird in La Calahorra, wobei die ersten 80 Kilometer noch vergleichsweise moderat ausfallen.
Die folgenden 110 Kilometer sind dagegen brutal. Zunächst wartet der Alto de El Purche mit 8,2 Kilometern bei durchschnittlich 8,1 Prozent, wobei gegen Ende eine Abfahrt in den Anstieg eingebettet ist. Ein echtes Brett, das bereits häufig bei der Vuelta und der Vuelta a Andalucia befahren wurde. Diesmal steht der Anstieg gleich zweimal auf dem Programm, die jeweiligen Kuppen liegen 92 beziehungsweise 65 Kilometer vor dem Ziel.
Anschließend führt die Strecke über den ungleichmäßigen Anstieg nach Guejar Sierra. Statt an der klassischen Abzweigung zum Alto de Hazallanas weiterzufahren, geht es hinunter zum Rio Genil, den die Strecke an einer anderen Stelle überquert.
Die anschließende Auffahrt ähnelt in ihrem letzten Teil stark der ursprünglichen Streckenführung und endet am selben Punkt. Statt des Alto de Hazallanas wartet jedoch der Puerto del Duque: 7,4 Kilometer bei durchschnittlich 8,2 Prozent. Allein die ersten 2,3 Kilometer weisen im Schnitt 10 Prozent auf, hinzu kommen zahlreiche Kehren.
Spätestens hier könnte der Kampf um die Gesamtwertung vollständig explodieren. Die Kuppe wird 31 Kilometer vor dem Ziel erreicht, anschließend wartet eine sehr steile und technisch anspruchsvolle Abfahrt – eine weitere große Herausforderung an diesem ohnehin extrem schweren Tag.
Danach geht es erneut hinauf nach Guejar Sierra, ehe offiziell der Schlussanstieg der Etappe beginnt.
Der Collado del Alguacil ist furchteinflößend – erst recht am Ende eines solchen Tages. Auf 8,4 Kilometern steigt die Straße mit durchschnittlich 10 Prozent an. Damit wartet der wohl steilste Berg dieser Vuelta und ein gewaltiger Kraftakt zum Abschluss. Auf dieser unbarmherzigen Rampe gibt es kein Versteckspiel mehr – sie bildet den Abschluss des härtesten Renntages der Rundfahrt.

Profil Etappe 21: Granada - Granada (Alhambra)

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 21
Granada - Granada (Alhambra), 112 Kilometer
Nach dem Erfolg der Tour de France mit einem finalen Rundkurs samt Anstieg schlägt die Vuelta a España denselben Weg ein – allerdings mit einer anspruchsvolleren Schlussetappe.
Die Klassementfahrer dürfen sich am letzten Renntag also nicht zu früh in Sicherheit wiegen. Die Vuelta endet in Granada auf einem Rundkurs, der vier Auffahrten zur berühmten Alhambra unmittelbar außerhalb des Stadtzentrums beinhaltet.
Die Etappe ist kurz, verspricht im Finale jedoch ein äußerst explosives Rennen. Der Anstieg auf dem Rundkurs ist 2,1 Kilometer lang und durchschnittlich 6,6 Prozent steil. Seine Kuppe passiert das Peloton 40, 28, 18 und schließlich 8 Kilometer vor dem Ziel.
Dieser Effort kommt vor allem den Klassiker-Spezialisten entgegen, doch auch die Klassementfahrer bleiben im Spiel. Möglich ist sowohl der Sprint einer reduzierten Gruppe als auch ein erfolgreicher Vorstoß einer kleinen Gruppe, die den Etappensieg anschließend auf den Straßen Granadas unter sich ausmacht.

Vorschau Gesamtwertung Vuelta a Espana 2026

Die Vuelta a España 2026 verspricht einen interessanten Kampf um die Gesamtwertung. Mit Tadej Pogačar steht zwar ein klarer Topfavorit am Start, doch hinter dem Slowenen ist das Rennen völlig offen. Mehrere Fahrer dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf das Podium machen, während die letzte Grand Tour der Saison traditionell auch für Überraschungen gut ist.
Tadej Pogačar – Der Kapitän von UAE Team Emirates-XRG ist selbstverständlich der große Favorit auf den Gesamtsieg. Nach der Tour de France schaltete Pogačar bewusst einen Gang zurück. Er verbrachte weniger Zeit auf dem Rad und nutzte die Gelegenheit, sich sowohl körperlich als auch mental zu erholen. Deshalb wird nicht unbedingt erwartet, dass er bereits in absoluter Topform zur Vuelta kommt. Allerdings dürfte das auch für einige andere Fahrer gelten, die zuvor die Tour bestritten haben.
Auf dem Papier steht der Slowene dennoch eine Stufe über der Konkurrenz. Bleibt er von Stürzen, Krankheiten oder anderen Rückschlägen verschont, ist ein weiterer Grand-Tour-Sieg sehr wahrscheinlich. Mit João Almeida bringt UAE einen weiteren starken Klassementfahrer an den Start, auch wenn nach einem schwierigen Jahr Fragezeichen hinter seiner Form stehen. Die Mannschaft um Pogačar ist weniger dominant besetzt als bei der Tour, sollte aber stark genug sein, um das Rennen für ihren Kapitän zu kontrollieren.
Felix Gall – Der Österreicher von Decathlon gehört zu den wichtigsten Herausforderern Pogačars. Gall wurde Zweiter beim Giro d'Italia und musste sich auf den Bergetappen jeweils nur Jonas Vingegaard geschlagen geben. Genau diese Kombination aus Kletterstärke und Konstanz benötigt ein Fahrer, der drei Wochen lang um den Sieg bei einer Grand Tour kämpfen möchte.
Dass Gall Pogačar unter normalen Umständen schlagen kann, ist nicht unbedingt zu erwarten. Sollte der Slowene jedoch einen schlechten Tag erwischen oder mit größeren Problemen zu kämpfen haben, könnte Gall einer der ersten Fahrer sein, die davon profitieren. Der Österreicher hat seine Vorbereitung vollständig auf die Vuelta ausgerichtet und seine starke Form mit dem Gesamtsieg bei der Vuelta a Burgos unterstrichen. Zudem beinhaltet die diesjährige Strecke einige extrem schwere Bergetappen, die ihm hervorragend liegen sollten. Mit einer starken Klettermannschaft an seiner Seite verfügt Gall außerdem über die nötige Unterstützung, um seine direkten Konkurrenten im Kampf um das Podium unter Druck zu setzen.
Oscar Onley – INEOS Grenadiers hatte Onley ursprünglich als Kapitän für die Tour de France vorgesehen, doch ein Sturz im Vorfeld verhinderte seinen Start. Bei der Vuelta a Burgos zeigte der Brite anschließend, dass seine Form wieder auf dem gewünschten Niveau ist.
Onley verfügt über eine interessante Mischung aus Explosivität und Kletterstärke. Er kann auf kurzen und steilen Anstiegen glänzen, hält sich aber gleichzeitig auch im Hochgebirge hervorragend. Damit gehört er zu den ernsthaften Anwärtern auf das Podium. INEOS dürfte darüber hinaus verstärkt auf Etappensiege setzen, nachdem die Mannschaft die Tour de France ohne Tageserfolg beendet hatte.
Mattias Skjelmose – Die Saison des Dänen verlief anders als ursprünglich geplant. Lidl-Trek hatte Skjelmose zunächst die Kapitänsrolle beim Giro d'Italia zugesichert, letztlich wurde er dort jedoch nicht eingesetzt. Anschließend sollte er bei der Tour de France als Co-Kapitän oder wichtiger Helfer für Juan Ayuso fungieren. Skjelmose fuhr allerdings selbst die beste Grand Tour seiner Karriere und belegte einen starken sechsten Gesamtrang.
Diese Leistung brachte ihm die verdiente Kapitänsrolle bei der Vuelta ein. Seine Form stimmt und mit Mads Pedersen verfügt Lidl-Trek über eine Mannschaft, die besonders auf hügeligen und explosiven Etappen gefährlich werden kann. Auffällig ist allerdings, dass Carlos Verona kurzfristig aus dem Aufgebot genommen wurde, um bei einem anderen Rennen zu starten. Der Spanier hätte normalerweise als einer der wichtigsten Helfer Skjelmoses in den Bergen fungieren können. Diese Entscheidung wirft daher gewisse Fragen hinsichtlich der Prioritäten von Lidl-Trek bei dieser Vuelta auf.
Primož Roglič – Der viermalige Vuelta-Sieger bleibt ein schwer einzuschätzender Faktor. Roglič hat 2026 bislang nicht das Niveau gezeigt, das nötig scheint, um erneut ernsthaft um den Gesamtsieg zu kämpfen. Hinzu kommt ein kürzlicher Sturz, der weitere Fragezeichen hinter seiner Form hinterlassen hat.
Dennoch sollte man Roglič bei der Vuelta niemals vollständig abschreiben. Das typische Profil der spanischen Rundfahrt mit vielen kurzen, explosiven Anstiegen und Zielankünften, bei denen Bonussekunden zu holen sind, lag ihm in der Vergangenheit nahezu perfekt. Das erklärt auch, warum er das Rennen bereits viermal gewinnen konnte. Ein Podiumsplatz und ein Etappensieg erscheinen diesmal realistischer als das Rote Trikot, doch selbst dafür muss der Kapitän von Red Bull-BORA-hansgrohe sein bestes Niveau erreichen. Da seine Unterstützung im Hochgebirge nicht zu den stärksten im Feld gehört, wird Roglič zudem vieles selbst lösen müssen.
Richard Carapaz – Der Ecuadorianer beendete die Tour de France in beeindruckender Verfassung. In der letzten Woche gewann Carapaz zwei Etappen und sicherte sich zudem das Bergtrikot. Damit zeigte er, dass er sich hervorragend an die aggressive Fahrweise des modernen Profiradsports angepasst hat.
Sein starkes Tour-Finale macht ihn automatisch zu einem interessanten Kandidaten für die Vuelta. Der explosive Charakter vieler spanischer Etappen kommt Carapaz traditionell entgegen und diesmal konzentriert er sich vollständig auf die Gesamtwertung. EF Education-EasyPost hat möglichst viele starke Kletterer um seinen Kapitän versammelt, auch wenn die Unterstützung auf dem Papier etwas schwächer erscheint als bei einigen direkten Konkurrenten.
Visma | Lease a Bike geht mit einem sehr vielseitigen Aufgebot an den Start. Die Mannschaft hat sowohl Sprints als auch Etappensiege im Blick, verfügt gleichzeitig aber über mehrere Fahrer, die sich in der Gesamtwertung zeigen können.
Vuelta-Sieger von 2023 Sepp Kuss nimmt bereits seine dritte Grand Tour der Saison in Angriff. Das klingt nach einer enormen Belastung, doch der Amerikaner hat sich bewusst dafür entschieden. Er ist motiviert und beendete die Tour de France zudem mit hervorragenden Beinen. Kann er dieses Niveau konservieren, gehört Kuss zu den stärkeren Kletterern dieser Vuelta.
Darüber hinaus dürften auch Jørgen Nordhagen und vor allem Ben Tulett Freiheiten erhalten. Tulett zeigte bereits im vergangenen Jahr, dass ihm die spanische Grand Tour hervorragend liegt. Visma trägt zudem nicht die Verantwortung, das Rennen kontrollieren zu müssen. Dadurch kann die Mannschaft offensiv fahren, Fahrer in Ausreißergruppen platzieren und diese später als taktische Helfer für ihre Klassementfahrer nutzen.
Movistar bringt ein starkes Aufgebot an den Start und wird gezielt nach Etappensiegen suchen, verfügt gleichzeitig aber über zwei interessante Optionen für die Gesamtwertung.
Enric Mas hat in dieser Saison noch nicht das Niveau erreicht, das er sich erhofft hatte. Auch beim Giro d'Italia hatte der Spanier mit Problemen zu kämpfen. Die Vuelta ist jedoch traditionell die Grand Tour, bei der Mas seine besten Leistungen zeigt. Bei der Vuelta a Burgos präsentierte er sich zuletzt zudem in guter Verfassung. Ein Platz unter den besten Zehn scheint deshalb durchaus möglich.
Auch Cian Uijtdebroeks erhält eine neue Chance. Der Belgier musste die Tour de France krankheitsbedingt aufgeben und kann in Spanien nun einen zweiten Versuch unternehmen, seine Ambitionen in der Gesamtwertung zu verwirklichen.
Hinter Pogačar ist der Kampf um die Gesamtwertung ausgesprochen offen. Bei einigen Fahrern ist sogar denkbar, dass sie ihre Klassementambitionen bereits nach wenigen Tagen aufgeben. Sollte Pogačar früh einen großen Vorsprung herausfahren und der Gesamtsieg außer Reichweite geraten, könnten einige Außenseiter ihren Fokus stattdessen vollständig auf Etappensiege verlagern.
Hinzu kommt, dass die Vuelta die letzte Grand Tour des Jahres ist. Die Vorbereitung unterscheidet sich deshalb stark von Fahrer zu Fahrer. Einige kommen direkt aus der Tour de France, andere hatten eine längere Trainingsphase. Manche absolvierten ein Höhentrainingslager, andere konzentrierten sich vor allem auf die Regeneration. Dadurch können die Kräfteverhältnisse stärker vom üblichen Leistungsniveau abweichen als bei anderen Rennen.
Santiago Buitrago, Tobias Halland Johannessen und Valentin Paret-Peintre sind drei Fahrer, die in Bestform sogar in Richtung Top fünf schauen können. Alle drei haben in diesem Jahr bereits starke Leistungen in den Bergen gezeigt. Die entscheidende Frage ist, ob sie dieses Niveau über drei Wochen hinweg konstant abrufen können. Gleichzeitig besteht bei allen die Möglichkeit, den Fokus auf Etappensiege zu verlagern, sollte die Gesamtwertung früh außer Reichweite geraten.
Soudal Quick-Step hat außerdem Mikel Landa im Aufgebot. Nach seinem Beckenbruch im April hat der erfahrene Baske allerdings noch nicht wieder das Niveau erreicht, das nötig wäre, um ernsthaft um die Spitzenplätze der Gesamtwertung zu kämpfen.
Pinarello verfügt mit David de la Cruz über einen möglichen Kandidaten für die Top zehn, sofern er erneut die Beine zeigt, die er bereits beim Giro d'Italia hatte. Astana konzentriert sich in erster Linie auf Etappensiege, bringt mit Lorenzo Fortunato, Harold Tejada und Cristián Rodríguez aber gleich drei Fahrer mit, die ebenfalls auf die Gesamtwertung fahren könnten. Die Chancen stehen gut, dass sich mindestens einer von ihnen im Laufe der drei Wochen im Kampf um die vorderen Plätze festsetzen kann.

Prognose Gesamtwertung Vuelta a Espana 2026

*** Tadej Pogacar
** Felix Gall, Oscar Onley, Mattias Skjelmose, Primoz Roglic, Richard Carapaz
* João Almeida, Sepp Kuss, Jorgen Nordhagen, Ben Tulett, Enric Mas, Cian Uijtdebroeks, Santiago Buitrago, Tobias Johannessen, Cristián Rodríguez, Valentin Paret-Peintre
Pick: Tadej Pogacar

Siegerliste Vuelta a Espana 

Jahr1.2.3.
2025 Jonas Vingegaard João Almeida Tom Pidcock
2024 Primož Roglič Ben O'Connor Enric Mas
2023 Sepp Kuss Jonas Vingegaard Primož Roglič
2022 Remco Evenepoel Enric Mas Juan Ayuso
2021 Primož Roglič Enric Mas Jack Haig
2020 Primož Roglič Richard Carapaz Hugh Carthy
2019 Primož Roglič Alejandro Valverde Tadej Pogačar
2018 Simon Yates Enric Mas Miguel Ángel López
2017 Chris Froome Vincenzo Nibali Ilnur Zakarin
2016 Nairo Quintana Chris Froome Esteban Chaves
2015 Fabio Aru Joaquim Rodríguez Rafał Majka
2014 Alberto Contador Chris Froome Alejandro Valverde
2013 Chris Horner Vincenzo Nibali Alejandro Valverde
2012 Alberto Contador Alejandro Valverde Joaquim Rodríguez
2011 Chris Froome Bradley Wiggins Bauke Mollema
2010 Vincenzo Nibali Peter Velits Joaquim Rodríguez
2009 Alejandro Valverde Samuel Sánchez Cadel Evans
2008 Alberto Contador Levi Leipheimer Carlos Sastre
2007 Denis Menchov Carlos Sastre Samuel Sánchez
2006 Alexandr Vinokourov Alejandro Valverde Andrey Kashechkin
2005 Roberto Heras Denis Menchov Carlos Sastre
2004 Roberto Heras Santiago Pérez Francisco Mancebo
2003 Roberto Heras Isidro Nozal Alejandro Valverde
2002 Aitor González Roberto Heras Joseba Beloki
2001 Ángel Luis Casero Óscar Sevilla Levi Leipheimer
2000 Roberto Heras Ángel Luis Casero Pavel Tonkov
1999 Jan Ullrich Igor González de Galdeano Roberto Heras
1998 Abraham Olano Fernando Escartín José María Jiménez
1997 Alex Zülle Fernando Escartín Laurent Dufaux
1996 Alex Zülle Laurent Dufaux Tony Rominger
1995 Laurent Jalabert Abraham Olano Johan Bruyneel
1994 Tony Rominger Mikel Zarrabeitia Pedro Delgado
1993 Tony Rominger Alex Zülle Laudelino Cubino
1992 Tony Rominger Jesús Montoya Pedro Delgado
1991 Melchor Mauri Miguel Induráin Marino Lejarreta
1990 Marco Giovannetti Pedro Delgado Anselmo Fuerte
1989 Pedro Delgado Fabio Enrique Parra Óscar de Jesús Vargas
1988 Sean Kelly Reimund Dietzen Anselmo Fuerte
1987 Luis Alberto Herrera Reimund Dietzen Laurent Fignon
1986 Álvaro Pino Robert Millar Sean Kelly
1985 Pedro Delgado Robert Millar José Francisco Rodríguez
1984 Éric Caritoux Alberto Fernández Reimund Dietzen
1983 Bernard Hinault Marino Lejarreta Alberto Fernández
1982 Marino Lejarreta Michel Pollentier Sven-Åke Nilsson
1981 Giovanni Battaglin Pedro Muñoz Vicente Belda
1980 Faustino Rupérez Pedro Torres Claude Criquielion
1979 Joop Zoetemelk Francisco Galdós Michel Pollentier
1978 Bernard Hinault José Pesarrodona Jean-René Bernaudeau
1977 Freddy Maertens Miguel María Lasa Klaus-Peter Thaler
1976 José Pesarrodona Luis Ocaña José Nazábal
1975 Agustín Tamames Domingo Perurena Miguel María Lasa
1974 José Manuel Fuente Joaquim Agostinho Miguel María Lasa
1973 Eddy Merckx Luis Ocaña Bernard Thévenet
1972 José Manuel Fuente Miguel María Lasa Agustín Tamames
1971 Ferdinand Bracke Wilfried David Luis Ocaña
1970 Luis Ocaña Agustín Tamames Herman Van Springel
1969 Roger Pingeon Luis Ocaña Rini Wagtmans
1968 Felice Gimondi José Pérez Francés Eusebio Vélez
1967 Jan Janssen Jean-Pierre Ducasse Aurelio González
1966 Francisco Gabica Eusebio Vélez Carlos Echeverría
1965 Rolf Wolfshohl Raymond Poulidor Rik Van Looy
1964 Raymond Poulidor Luis Otaño José Pérez Francés
1963 Jacques Anquetil José Martín Colmenarejo Miguel Pacheco
1962 Rudi Altig José Pérez Francés Seamus Elliott
1961 Angelino Soler François Mahé José Pérez Francés
1960 Frans De Mulder Armand Desmet Miguel Pacheco
1959 Antonio Suárez José Segú Rik Van Looy
1958 Jean Stablinski Pasquale Fornara Fernando Manzaneque
1957 Jesús Loroño Federico Bahamontes Bernardo Ruiz
1956 Angelo Conterno Jesús Loroño Raymond Impanis
1955 Jean Dotto Antonio Jiménez Raphaël Géminiani
1950 Emilio Rodríguez Manuel Rodríguez José Serra
1948 Bernardo Ruiz Emilio Rodríguez Bernardo Capó
1947 Edward Van Dijck Manuel Costa Delio Rodríguez
1946 Dalmacio Langarica Julián Berrendero Jan Lambrichs
1945 Delio Rodríguez Julián Berrendero Juan Gimeno
1942 Julián Berrendero Diego Cháfer Francisco Antonio Andrés
1941 Julián Berrendero Fermín Trueba José Jabardo
1936 Gustaaf Deloor Alfons Deloor Antonio Bertola
1935 Gustaaf Deloor Mariano Cañardo Antoon Dignef

Profil Etappe 6: Alcossebre - Castelló

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 6
Alcossebre - Castellón de la Plana, 178 Kilometer
Der sechste Renntag bietet Raum für unterschiedliche Szenarien. Eine Ausreißergruppe könnte um den Etappensieg kämpfen, doch auch die Klassementfahrer dürften das anspruchsvolle Finale genau im Blick haben. Schließlich bietet die Strecke erneut die Möglichkeit, Bewegung in die Gesamtwertung zu bringen.
Nach dem Start in Alcossebre ist die Strecke von zahlreichen kurzen und explosiven Anstiegen geprägt, während in der zweiten Hälfte längere Auffahrten dominieren. Im Mittelpunkt steht dabei der Puerto el Bartolo.
Mit 9,4 Kilometern bei durchschnittlich 7 Prozent ist er ein äußerst anspruchsvoller Anstieg. Die nackten Zahlen lassen seine tatsächliche Schwierigkeit sogar nur bedingt erkennen, denn die letzten drei Kilometer weisen im Schnitt beinahe 11 Prozent auf. Zusätzlich führt ein 1,9 Kilometer langer Abschnitt über Schotter.
Die Kuppe wird 21 Kilometer vor dem Ziel erreicht, zudem werden dort Bonussekunden vergeben. Die anschließende Abfahrt ist zunächst sehr schnell und wird im weiteren Verlauf technisch anspruchsvoll. Lediglich die letzten zehn Kilometer bis Castellon de la Plana sind flach – frühe Angreifer müssen nach einer Attacke also keine allzu große Distanz mehr überbrücken, was sich am Ende auszahlen könnte.

Vorschau auf die 7. Etappe der Vuelta a España 2026

Man sollte sich nicht täuschen lassen: Tadej Pogacar wird an den Anstiegen keine grundsätzlichen Probleme bekommen. Seine Form ist gut. Was wir auf der heutigen Etappe gesehen haben, war entweder ein schlechter Tag oder eine falsche Renneinteilung, die ihn beinahe teuer zu stehen gekommen wäre. Der Slowene hat die Gesamtwertung weiterhin fest im Griff und wäre der Favorit auf den Etappensieg, falls UAE das Rennen kontrollieren möchte. Da Pogacar jedoch bereits drei der bislang fünf ausgetragenen Etappen gewonnen hat, glaube ich nicht, dass UAE dies tun wird. Es gibt keinen wirklichen Grund dafür – und zudem präsentierte sich die Mannschaft heute deutlich schwächer als erwartet.
Natürlich könnte der Kampf um das Podium neu entbrennen. Die Anwärter auf die Podiumsplätze können Pogacar weitgehend ausblenden und ihr eigenes Rennen fahren. Richard Carapaz könnte in diesem Terrain etwas versuchen, da ihm der Anstieg entgegenkommt. Auch Oscar Onley wird sich stärker präsentieren wollen. Der wenig explosive Enric Mas dürfte damit zufrieden sein, seine aktuelle Position zu verteidigen. Felix Gall verfügt hingegen über die Mannschaft, um das Tempo deutlich zu erhöhen und das Rennen selbst auseinanderzureißen, sollte er einen guten Tag erwischen.
Die entscheidende Frage lautet jedoch: Wer kann aus der Ausreißergruppe gewinnen? Ein Kletterer gehört sicherlich zu den Favoriten, aber nicht ausschließlich. Auch Klassiker-Spezialisten, die gut über die Anstiege kommen, besitzen hier Chancen. Die Steigungen sind nicht besonders steil und die Strecke beinhaltet viele wellige Abschnitte. Zudem fehlt zu Beginn der Etappe ein großer Anstieg, an dem die reinen Bergfahrer ihre Teilnahme an der Fluchtgruppe erzwingen könnten.
Bei den Kletterern sollte man Fahrer wie Jorgen Nordhagen, Léo Bisiaux, Matthew Riccitello, Santiago Buitrago, Guillaume Martin, Valentin Paret-Peintre, Tobias Johannessen, Finlay Pickering, Lorenzo Fortunato und Harold Tejada im Auge behalten.
Zu den Fahrern, die keine klassischen Bergspezialisten sind, auf diesem Terrain aber dennoch sehr gut zurechtkommen können, zählen Finn Fisher-Black, Ben Tulett, Iván Romeo, Pablo Castrillo, Walter Calzoni, Andreas Kron und Marco Brenner.

Prognose für die 7. Etappe der Vuelta a España 2026

*** Tadej Pogacar
** Tobias Johannessen, Ben Tulett, Iván Romeo
* Enric Mas, Felix Gall, Oscar Onley, Richard Carapaz, Primoz Roglic, Léo Bisiaux, Santiago Buitrago, Lorenzo Fortunato, Harold Tejada, Finn Fisher-Black, Pablo Castrillo, Marco Brenner
Tipp: Iván Romeo
Wie: Solosieg aus der Ausreißergruppe

Profil Etappe 7: Vall d'Alba - Aramón Valdelinares

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 7
Vall d'Alba - Aramón Valdelinares, 150 Kilometer
Am siebten Renntag steht die zweite Bergankunft dieser Vuelta auf dem Programm. Von Vall d'Alba führt die Strecke hinauf nach Aramon Valdelinares. Ein einzelner Monsteranstieg wartet zwar nicht, doch 3600 Höhenmeter auf lediglich 150 Kilometern machen die Etappe zu einem typischen Vuelta-Tag.
Über den gesamten Tag wechseln sich kurze und teilweise auch längere Anstiege ab, ohne dabei extrem steil zu werden. Insgesamt stehen fünf kategorisierte Berge auf dem Programm, während die Strecke bis zum Finale kontinuierlich an Höhe gewinnt.
Der Puerto de San Rafael ist 11,2 Kilometer lang und durchschnittlich 4,4 Prozent steil, wobei ein flacher Abschnitt in der Mitte den Anstieg unterbricht. Seine Kuppe wird 14 Kilometer vor dem Ziel erreicht – das Warm-up für den unmittelbar folgenden Schlussanstieg.
Die Auffahrt nach Aramon Valdelinares gehört zwar nicht zu den brutalsten Anstiegen der Vuelta, kann aber dennoch für Abstände sorgen. Insgesamt geht es 9,8 Kilometer mit durchschnittlich 5,9 Prozent bergauf. Der letzte Kilometer ist flach, die Kuppe liegt auf annähernd 2000 Metern Höhe. Der Großteil des Anstiegs bewegt sich bei Steigungen von 7 bis 8 Prozent – schwer genug, um Unterschiede zwischen den Fahrern zu erzeugen.

Vorschau Vuelta a España 2026, 8. Etappe

Für die Sprinter ist dies die letzte Gelegenheit in der ersten Rennwoche. Ihre Teams müssen die Kontrolle übernehmen, um Ausreißversuche zu neutralisieren und zu verhindern, dass die Fluchtgruppe das Ziel erreicht. Es wird jedoch kein vollständig auf die schnellen Männer zugeschnittener Tag, denn im Finale wartet noch der Anstieg nach Barx, der als Bergwertung der zweiten Kategorie eingestuft ist. Dort können Lücken entstehen und einige der reinen Sprinter den Anschluss verlieren, weshalb vieles auf einen Sprint aus einer dezimierten Gruppe in den Straßen von Xeraco hindeutet.
Mads Pedersen geht als Topfavorit in die Etappe. Der Däne bringt die idealen Voraussetzungen mit, um eine Schwierigkeit wie Barx zu überstehen und anschließend noch genügend Schnelligkeit zu besitzen, um sich aus einer kleineren Gruppe durchzusetzen. Wout van Aert ist sein größter Rivale und sollte sich aufgrund seiner Fähigkeiten in einem solchen Finale ebenfalls sehr wohlfühlen. Beide scheinen den übrigen Anwärtern einen Schritt voraus zu sein.
Dahinter folgt Tadej Pogacar, der selbstverständlich gewinnen kann, wenn das Rennen schwer gemacht und der Anstieg zum entscheidenden Punkt wird. Auch Orluis Aular und Matthew Brennan besitzen Chancen, müssen die Steigung jedoch in einer guten Position und mit ausreichend Reserven überstehen, um im Finale um den Sieg kämpfen zu können.
Wird das Tempo am Barx hochgehalten, könnten Fahrer wie Finn Fisher-Black, Axel Laurance, Jarno Widar und Henok Mulubrhan von der Selektion profitieren. Auch Ivo Oliveira kommt für einen Sprint aus einer reduzierten Gruppe infrage, während Kaden Groves, Magnus Cort Nielsen und Bryan Coquard ihre Kräfte sehr gut einteilen müssen, um den Kontakt zur Spitzengruppe nicht zu verlieren.
Entscheidend wird somit sein, wie hart die Teams den Anstieg fahren wollen. Sollten die Sprinter Barx gemeinsam überstehen, könnte der Ausgang offener sein. Ein hohes Tempo würde hingegen klar die vielseitigeren Fahrer begünstigen. Aufgrund seiner Kombination aus Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit erscheint Pedersen als die zuverlässigste Wahl für ein solches Finale.

Profil Etappe 8: Puçol - Xeraco

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 8
Puçol - Xeraco, 172 Kilometer
Die achte Etappe mit Start in Pucol zählt zu den vermeintlich „einfacheren“ Tagen dieser Vuelta. Ganz unkompliziert dürfte sie dennoch nicht werden.
Ungewöhnlich für diese Rundfahrt ist vor allem der tatsächlich flache Auftakt. Dieses Terrain prägt beinahe die gesamte Etappe, ehe kurz vor dem Ende doch noch ein relevanter Anstieg wartet, der den Ausgang des Tages entscheidend beeinflussen kann.
Damit bietet sich die Etappe vor allem für Sprinter an, die auch am Berg gut zurechtkommen. Denn mit dem Puerto de Barx liegt die entscheidende Schwierigkeit genau in der letzten Rennstunde.
Die Kuppe des Anstiegs wird 34 Kilometer vor dem Ziel erreicht. Der Puerto de Barx ist 8,6 Kilometer lang und durchschnittlich 3,8 Prozent steil. Der härteste Abschnitt zieht sich über mehr als vier Kilometer mit gut 6 Prozent – bei hohem Renntempo durchaus anspruchsvoll.
Anschließend führt die Strecke bergab und schließlich flach bis nach Xeraco. Dort ist direkt an der Küste ein Massensprint das wahrscheinlichste Szenario.

Vorschau Vuelta a España 2026, 9. Etappe

Das Rennen ist völlig offen! Während sowohl der Giro d'Italia als auch die Tour de France bereits nach der ersten Bergetappe entschieden schienen, ist bei der Vuelta nun alles möglich. Bereits auf der 4. Etappe zeichnete sich ein ähnliches Szenario ab, doch nach dem Ausscheiden von Tadej Pogacar ist der Kampf um das Rote Trikot endgültig entbrannt – und könnte sich zu einem der spannendsten Duelle der vergangenen Jahre entwickeln.
Das Rennen wurde komplett auf den Kopf gestellt und eine völlig neue Dynamik entsteht. Der zweite Akt beginnt dabei ohne jede Anlaufzeit, denn mit der zweitschwersten Etappe der gesamten Rundfahrt wartet sofort eine gewaltige Herausforderung. Rund 5000 Höhenmeter sind zu bewältigen, doch die entscheidenden Attacken dürften erst am Schlussanstieg erfolgen. Viel Raum für taktische Spielereien gibt es nicht, zumal die Abstände im Gesamtklassement gering sind und nur wenige Fahrer bereit sein dürften, bereits früh alles zu riskieren.
Enric Mas trägt nun das Rote Trikot – ein herausragender Erfolg für den Spanier, der bedeutet, dass Movistar den Fokus vollständig auf das Gesamtklassement richten wird. Allerdings kann Mas nicht auf allzu viel Unterstützung zählen. Vor allem Pablo Castrillo, Raúl García Pierna und Iván Romeo werden ihm zur Seite stehen. Movistar verfügt damit faktisch nicht über eine Mannschaft, die das Rennen gegen ein enorm starkes Decathlon-Team kontrollieren kann. Mas muss sich jedoch in erster Linie auf Felix Gall konzentrieren, denn Decathlon besitzt keinen zweiten echten Trumpf im Kampf um das Gesamtklassement. Gregor Mühlberger könnte zwar in dieser Rolle eingesetzt werden, doch sein Rückstand von 5:39 Minuten ist bereits beträchtlich. Auf den großen Anstiegen sollte Mas zudem in der Lage sein, Zeit auf ihn gutzumachen.
Decathlon hat jedoch das Terrain auf seiner Seite und dürfte versuchen, das Rennen früh schwer zu machen. Im Kampf um das Gesamtklassement stellt das französische Team mittlerweile mit Abstand das stärkste Kollektiv. Primoz Roglic verfügt ebenso wenig über eine Mannschaft für offensive Aktionen wie Oscar Onley, Richard Carapaz und Mattias Skjelmose. Mit Felix Gall hat Decathlon allerdings einen Fahrer, der nur 1:11 Minuten hinter Mas liegt. Ein Rückstand, der auf dieser Etappe durchaus wettzumachen ist. Der Österreicher dürfte damit zum größten Herausforderer des Spaniers werden.
Primoz Roglic wird dahinter versuchen, die Abstände auf einer Etappe, die seine bislang größte Herausforderung bei dieser Vuelta darstellen dürfte, möglichst gering zu halten. Sepp Kuss, Oscar Onley, Richard Carapaz und Mattias Skjelmose befinden sich weiterhin mitten im Kampf um das Podium – und vielleicht sogar um den Gesamtsieg, sollten sie sich im weiteren Rennverlauf steigern. Auch Harold Tejada liegt keineswegs weit zurück.
Der Kampf um das Gesamtklassement verspricht damit jede Menge Spannung. Gleichzeitig bringt die Führung von Movistar neue Gefahren mit sich, denn das spanische Team dürfte das Rennen kaum so konsequent kontrollieren können, wie UAE dies zuvor getan hatte. Fahrer wie Clément Berthet, Guillaume Martin, Cristián Rodríguez und Tobias Johannessen oder auch das Decathlon-Duo Matthew Riccitello und Léo Bisiaux könnten im Gesamtklassement deutlich nach vorne rücken, wenn sie den Sprung in die richtige Ausreißergruppe schaffen.
Damit steigen auch die Chancen der Ausreißer auf den Etappensieg. Die Etappe ist brutal, doch zahlreiche Fahrer mit entsprechenden Freiheiten könnten einen großen Vorsprung erhalten, ohne dass im Feld sofort eine konsequente Verfolgung organisiert wird. Auch UAE verfolgt nach Pogacars Ausscheiden plötzlich völlig neue Ziele. Jay Vine und Pablo Torres könnten nun bereits auf einen Etappensieg gehen. Egal, welches Rennszenario sich entwickelt: Dies ist ein Tag für die reinen Kletterer, und nur wenige Fahrer verfügen über die nötigen Qualitäten, um auf einer solchen Strecke um den Sieg zu kämpfen.
Auch Eddie Dunbar, Santiago Buitrago, Ramses Debruyne, Mikel Landa, Valentin Paret-Peintre, Andreas Leknessund, Finlay Pickering, Iván Sosa und Lorenzo Fortunato gehören zu den möglichen Anwärtern auf den Etappensieg.

Prognose Vuelta a España 2026, 9. Etappe

*** Tobias Johannessen, Léo Bisiaux, Ramses Debruyne
** Felix Gall, Enric Mas, Matthew Riccitello
* Primoz Roglic, Oscar Onley, Richard Carapaz, Sepp Kuss, Gregor Mühlberger, Clément Berthet, Cristian Rodríguez, Jay Vine, Pablo Torres, Santiago Buitrago, Valentin Paret-Peintre, Iván Sosa, Lorenzo Fortunato, Andreas Leknessund
Tipp: Tobias Johannessen
Wie: Sieg aus der Ausreißergruppe

Profil Etappe 9: Villajoyosa - Alto de Aitana

Villajoyosa - Alto de Aitana, 188 Kilometer
Villajoyosa - Alto de Aitana, 188 Kilometer
Das erste Rennwochenende endet mit einem echten Hochgebirgstag – und einem der schärfsten Trennschnitte der gesamten Vuelta. Auf 188 Kilometern sammeln sich satte 5000 Höhenmeter. Brutal ist die Etappe dabei nicht nur aufgrund der nackten Zahlen, sondern vor allem wegen der Verteilung dieser Höhenmeter.
Direkt nach dem Start in Villajoyosa führt die Strecke bergauf, zunächst allerdings noch ohne kategorisierten Anstieg. Mit dem Puerto de El Miserat beginnt dann der eigentliche Leidensweg.
Der Anstieg ist 5,2 Kilometer lang und durchschnittlich 10 Prozent steil, hinzu kommen Rampen von mehr als 20 Prozent. Und all das liegt noch über 100 Kilometer vor dem Ziel. Wirkliche Erholung gibt es anschließend nicht: Statt einer klassischen Abfahrt folgt ein Hochplateau mit drei kategorisierten Anstiegen und zahlreichen weiteren Wellen.
All diese Schwierigkeiten dienen letztlich als Vorbereitung auf die Bergankunft am Alto de Aitana. Der Schlussanstieg ist 21,9 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 5,5 Prozent auf – ein Effort von annähernd einer Stunde.
Die Höhe spielt dabei eine weniger entscheidende Rolle, die Hitze hingegen umso mehr. Die schwierigsten Passagen warten ganz am Ende: Die letzten 6,6 Kilometer weisen im Schnitt beinahe 8 Prozent auf. Eine Etappe, auf der große Abstände entstehen können.

Vorschau Vuelta a España 2026, 10. Etappe

Im Grunde ist ein ähnlicher Ausgang wie auf der 2. Etappe zu erwarten. Es handelt sich um eine Etappe für die Sprinter, doch das anspruchsvolle Profil macht das Finale so kompliziert, dass einige der schnellen Männer nicht mehr die nötigen Beine haben dürften, um um den Sieg mitzusprinten. Dieses Mal geht Visma allerdings bereits mit zwei Etappensiegen im Gepäck in den Tag. Matthew Brennan ist natürlich der Topfavorit auf den Sieg, doch das niederländische Team könnte auch nach einer Möglichkeit suchen, Wout van Aert zu einem Etappenerfolg zu verhelfen – und dieser Tag könnte sich dafür anbieten. Eine Ausreißergruppe hätte durchaus Chancen, doch für eine Mannschaft, die derart klar favorisiert ist, wäre es wohl ein zu großes Risiko, ihr zu viel Vorsprung zu gewähren.
Es ist nicht zu erwarten, dass Brennan als Anfahrer eingesetzt wird. Van Aert könnte stattdessen im Finale erneut attackieren – und dieses Mal ist kein Tadej Pogacar mehr im Rennen, der ihm hinterherfahren kann. Ein Sprint jener Fahrer, die das anspruchsvolle Finale überstehen, ist das wahrscheinlichste Szenario, auch wenn ein Sieg aus der Ausreißergruppe nicht ausgeschlossen werden kann. Auf dem Papier wäre Mads Pedersen eigentlich der Mann, den es zu schlagen gilt, doch in der vergangenen Woche konnte er bislang nicht seine beste Form zeigen.
Auch Kaden Groves und Magnus Cort Nielsen wären normalerweise hervorragende Kandidaten für eine solche Etappe, doch auch bei ihnen scheint die Form derzeit nicht optimal zu sein. Ben Turner, Axel Laurance, Orluis Aular, Bryan Coquard und Hugo Hofstetter gehören ebenfalls zu den schnellen Männern, die man im Kampf um den Etappensieg berücksichtigen muss.
Auch einige Puncheure und Klassementfahrer könnten im Finale eine Rolle spielen. Auf der 2. Etappe verlor Felix Gall auf der Straße Zeit – eine klare Warnung für alle Anwärter auf das Gesamtklassement. Sie müssen sich vorne positionieren, um Zeitverluste zu vermeiden, möglicherweise von Lücken im Feld zu profitieren und vielleicht sogar Bonussekunden mitzunehmen. Fahrer wie Oscar Onley oder Primoz Roglic verfügen definitiv über die nötige Explosivität, um sich Bonussekunden zu sichern, sollte das Finale entsprechend hart gefahren werden.
Gleichzeitig bietet die Etappe auch Puncheuren beziehungsweise kletterstarken Fahrern wie Finn Fisher-Black, Pau Miquel, Bastien Tronchon, Alessandro Romele, Vincenzo Albanese, Jarno Widar und Tobias Johannessen eine gute Gelegenheit, im Finale zuzuschlagen.

Prognose Vuelta a España 2026, 10. Etappe

*** Matthew Brennan, Wout van Aert
** Orluis Aular, Mads Pedersen, Bryan Coquard
  • Ben Turner, Axel Laurance, Kaden Groves, Hugo Hofstetter, Pau Miquel, Finn Fisher-Black, Alessandro Romele, Jarno Widar, Oscar Onley
Tipp: Matthew Brennan
Wie: Sprint aus einem reduzierten Feld.

Profil Etappe 10: Alcaraz - Elche de la Sierra

Profil Vuelta a Espana 2026 Etappe 10
Alcaraz - Elche de la Sierra, 185 Kilometer
Die zweite Woche beginnt mit einer hügeligen Etappe, auf der sowohl der Sprint eines reduzierten Feldes als auch ein erfolgreicher Ausreißercoup möglich erscheint. Mit 2600 Höhenmetern, einem kniffligen Auftakt und unzähligen kurzen Anstiegen wartet ein klassischer „rompe-piernas“-Tag.
21 Kilometer vor dem Ziel wird die Kuppe des Puerto de Socovos erreicht. Er ist einer von zahlreichen Anstiegen des Tages, deren durchschnittliche Steigung zwar moderat ausfällt, die jedoch einige harte Rampen beinhalten.
Ähnlich gestaltet sich das Finale in Elche de la Sierra, das von einer Abfolge kleiner Wellen geprägt ist. Auch die letzten vier Kilometer ziehen an. Dieses falsche Flach bietet noch einmal die Möglichkeit, das Rennen zu entzünden.

Vorschau Vuelta a España 2026, 11. Etappe

Die entscheidende Frage lautet, ob Visma das Rennen kontrollieren will oder nicht. Matthew Brennan kann diese Etappe gewinnen, wenn die Mannschaft voll auf ihn setzt. Doch genau hier liegt die Ungewissheit. Das niederländische Team wurde in der Punktewertung bislang von niemandem ernsthaft unter Druck gesetzt, und seit Tadej Pogacar die Vuelta verlassen hat, scheint Wout van Aert das Grüne Trikot praktisch sicher zu haben.
Brennan hat allerdings bereits zwei Etappen gewonnen, während Visma nun auch Van Aert zu einem Tagessieg verhelfen möchte. Auf dieser Etappe dürfte eine Ausreißergruppe dafür die beste Möglichkeit bieten. Deshalb ist zu erwarten, dass Van Aert bereits an den ersten beiden Anstiegen versuchen wird, den Sprung in eine gefährliche Gruppe zu schaffen. Eigentlich wäre Visma die logische Mannschaft, um das Rennen zu kontrollieren, doch auf den vergangenen beiden Sprintetappen investierte das Team viel Arbeit, ohne dafür belohnt zu werden.
Bryan Coquard hat bereits einen Etappensieg eingefahren. Daher könnte vor allem Red Bull - BORA - hansgrohe für Jordi Meeus ein echtes Interesse daran haben, konsequent auf einen Sprint hinzuarbeiten. Zwar verfügt das Team nicht über einen klassischen Sprintzug für den Belgier, gleichzeitig stehen aber auch nicht besonders viele Kletterer im Aufgebot, die Primoz Roglic im Hochgebirge unterstützen können. Die vorhandenen Fahrer müssen also anderweitig eingesetzt werden. Orluis Aular und Magnus Cort Nielsen könnten ebenfalls gute Chancen haben, falls es doch zu einem Sprint kommt. Bei Mads Pedersen fehlt hingegen derzeit schlicht die Form, weshalb nur schwer einzuschätzen ist, was von ihm zu erwarten ist.
Fahrer wie der heutige Etappensieger Bastien Tronchon, Alessandro Romele oder Finn Fisher-Black sind dagegen Puncheure, die angesichts eines überschaubaren Sprinterfeldes eine große Chance wittern dürften. Für sie bietet diese Etappe eine hervorragende Gelegenheit, mit einer offensiven Fahrweise um den Sieg zu kämpfen.
Die größte Gefahr für die Sprinter ist jedoch eine erfolgreiche Ausreißergruppe. Gefragt sind Fahrer, die gut genug klettern, um sich zunächst in der Spitzengruppe festzusetzen, anschließend aber auch nicht an den Anstiegen abgehängt werden. Gleichzeitig können auf diesem Terrain pure Leistung, die Fähigkeit zu starken Solo-Attacken und ein guter Sprint entscheidende Faktoren sein, sollte die Fluchtgruppe tatsächlich um den Etappensieg kämpfen.
Auch UAE dürfte großes Interesse an einem offensiven Rennen haben. Kevin Vermaerke und Ivo Oliveira sind dabei zwei besonders gefährliche Kandidaten. Darüber hinaus gehören Walter Calzoni, Xabier Mikel Azparren, Axel Laurance, Pau Miquel, Andreas Leknessund, Andreas Kron, Stefan Küng und Marco Brenner zu einer starken Gruppe potenzieller Ausreißer, deren Fähigkeiten sehr gut zu einer Etappe wie dieser passen.

Prognose Vuelta a España 2026, 11. Etappe

*** Matthew Brennan
** Wout van Aert, Xabier Mikel Azparren, Kevin Vermaerke
  • Jordi Meeus, Bryan Coquard, Magnus Cort Nielsen, Mads Pedersen, Bastien Tronchon, Alessandro Romele, Ivo Oliveira, Pau Miquel, Andreas Leknessund, Andreas Kron, Stefan Küng
Tipp: Wout van Aert
Wie: Sieg aus einer Ausreißergruppe im Sprint einer kleinen Gruppe.

Profil Etappe 11: Cartagena - Lorca

Cartagena - Lorca, 153 Kilometer
Cartagena - Lorca, 153 Kilometer
Die 11. Etappe beginnt mit zwei kurzen Anstiegen. Die insgesamt 153 Kilometer von Cartagena nach Lorca zählen zu den besten Chancen für die Sprinter innerhalb der ersten beiden Wochen dieser Vuelta.
Der Großteil der Strecke ist flach und hält keine größeren Fallen bereit. Die einzige echte Hürde des Tages ist der Alto del Morrion de Totana: 7,8 Kilometer bei durchschnittlich 4,5 Prozent. Extrem steil wird es zwar nie, in seiner Schwierigkeit ist der Anstieg jedoch mit zwei Auffahrten zum Poggio di Sanremo vergleichbar.
Bei moderatem Tempo dürften die meisten Sprinter den Kontakt zum Feld halten. Wird das Tempo allerdings deutlich verschärft, könnten einige von ihnen zurückfallen. Auf den Anstieg folgt keine längere Abfahrt, vielmehr verliert die Strecke bis in die Schlusskilometer leicht an Höhe. Anschließend geht es nach Lorca hinein, wo ein Massensprint erwartet wird.
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