Vom 16. bis 22.02. ist das Peloton im Nahen Osten unterwegs beim zweiten WorldTour-Etappenrennen der Saison: der
UAE Tour. Das Rennen, geprägt von flachen Etappen und Hitze, lockt erneut einige der Besten der Welt. Wir blicken auf Etappe 6, die voraussichtlich um 10:00 startet und gegen 14:00 CET endet.
Das Rennen entstand erst 2019, getragen vom Erfolg des Abu Dhabi Tour und des Dubai Tour. Die Region, mit großer finanzieller Schlagkraft, warmem Februar-Wetter und WorldTour-Status, zieht seither jährlich Topstars an. Bereits die Premiere 2019 sah Primoz Roglic als Gesamtsieger vor dem damaligen Weltmeister Alejandro Valverde.
Mit dem Aufstieg von UAE Team Emirates - XRG, dem heimischen Team, wuchs die Bedeutung weiter. Adam Yates gewann 2020, danach folgten Tadej Pogacars zwei Siege 2021 und 2022 vor dem Briten. Der damalige Weltmeister
Remco Evenepoel triumphierte 2023; sein Landsmann Lennert van Eetvelt 2024; und 2025 holte Weltmeister Tadej Pogacar einen dominanten Sieg, gewann beide Traditionsankünfte an Jebej Jais und Jebel Hafeet.
Profil Etappe 6: Zayed National Museum - Abu Dhabi Breakwater
Das Finale steigt in Abu Dhabi, erneut auf pfeilgerader Ebene und mit nahezu sicherem Massensprint. Der Wind dürfte diesmal keine Rolle spielen, stattdessen warten ruhige 149 Kilometer bis zum letzten Sprint der Rundfahrt, wieder mit einem Zielstrich auf einer langen Geraden.
Das Wetter
Die Hitze bleibt ein Faktor und diesmal könnte auf dem Schlussanstieg Rückenwind herrschen. Das erschwert große Abstände, begünstigt aber frühe Angriffe. Das Klassement wird in Bewegung geraten, während die Temperaturen zusätzliche Unwägbarkeiten ins Spiel bringen.
Die Favoriten
Antonio Tiberi – Der Italiener muss im Grunde nur fortsetzen, was er bisher zeigt. Einfach in Worten, brutal in den Beinen. Jebel Mobrah war gnadenlos und null taktisch, reine W/kg. Hier gilt es vor allem die ersten zwei Drittel zu überstehen, denn anschließend bieten kurze Passagen hinter einem Rivalen Verschnaufpausen. Unschlagbar ist Tiberi nicht, selbst in Topform. Er muss
Isaac del Toro eng folgen, um die Gesamtwertung zu holen, doch sein Wochenlevel wirkt wie das bisher beste seiner Karriere. An einem guten Tag können sowohl Damiano Caruso als auch Afonso Eulálio wertvolle Unterstützung leisten.
Isaac del Toro – Am Jebel Mobrah fuhr Del Toro abwartend, was auf so einem brutalen Anstieg sinnvoll war, um nicht zu früh zu überziehen. Auf Jebel Hafeet darf er das nicht wiederholen. Er muss früh Druck machen. Der Berg ist hart genug, um Differenzen zu erzwingen, aber weniger eindeutig als Mobrah. UAE wird das Rennen kontrollieren, wohl die Vorarbeit leisten, und Adam Yates wird ihn für die Attacke lancieren. Ob er Tiberi distanzieren kann, entscheidet über den Gesamtsieg. Für den Etappensieg ist er mein Hauptfavorit, da er einen sehr starken Sprint hat und auf dem Anstieg nur schwer abzuschütteln ist.
Remco Evenepoel – Warum nicht. Am Jebel Mobrah erwischte Evenepoel einen schlechten Tag, doch er kann sich davon erholen. Sein Grundniveau ist höher, zudem waren die letzten beiden Etappen sehr ruhig. Trifft er seine Bestform, ist der Etappensieg absolut drin, vielleicht ist er dann sogar der Topfavorit. Erstens, weil er hier mit den Besten bergauf fährt. Zweitens, weil sein Rückstand auf Tiberi und Del Toro ihm etwas Leine geben könnte. Drittens, weil er auf flachen Übergängen attackieren und unerreichbar werden kann. Selbst in einem Sprint hat er, wenn er mit den Besten ankommt, einen guten Punch und Siegchancen.
Weitere Fahrer mischen mit. Lennert van Eetvelt ist dabei wohl der wichtigste Name: Dritter auf der Königsetappe, zudem sehr explosiv. Er kann auf diesem Anstieg vorne dabei sein, daran habe ich keinen Zweifel. Für die übrigen wird es schwer – es zeichnet sich ein reiner GC-Kampf unter den Genannten ab.
Harold Tejada, Derek Gee, Felix Gall, Tobias Johannessen, Jorgen Nordhagen, Ilan van Wilder, Luke Plapp, Mathys Rondel, Michael Storer, Byron Munton ... Mit einem besseren Tag können auch sie eingreifen ... Doch die Hauptrollen im Kampf um die Top 10 sind verteilt.
Prognose UAE Tour 2026 Etappe 6:
*** Isaac del Toro, Remco Evenepoel
** Antonio Tiberi, Lennert van Eetvelt
* Felix Gall, Harold Tejada, Derek Gee, Tobias Johannessen, Ilan van Wilder, Luke Plapp, Michael Storer
Tipp: Isaac del Toro
Wie: Sprint einer kleinen Gruppe.