Die Tour of Guangxi bildet traditionell den Abschluss des UCI-WorldTour-Kalenders und markiert das Ende der Profisaison im Straßenradsport. Das sechstägige Etappenrennen im Süden Chinas bietet den Fahrern eine letzte Gelegenheit, wertvolle UCI-Punkte zu sammeln, Vertragsverlängerungen abzusichern oder die Saison mit einem Erfolgserlebnis zu beenden.
Obwohl das Rennen in einer ruhigeren Phase des Kalenders liegt, bleibt seine Bedeutung groß – besonders für Fahrer, die ihre Spätform ausbauen möchten, und für Teams, die ihren WorldTour-Status festigen wollen. Die Ausgabe 2025 startet am 14. Oktober mit einer Eröffnungsetappe, die klar auf die Sprinter zugeschnitten ist.
Flache Auftaktetappe rund um Fangchenggang
Die erste Etappe führt über 149 Kilometer rund um die Küstenstadt Fangchenggang, nahe der vietnamesischen Grenze. Der Kurs verläuft durch städtische Gebiete und das grüne Umland und enthält pro Runde drei kurze Anstiege. Diese sind jedoch weder lang noch steil genug, um das Feld ernsthaft zu spalten.
Zwar könnten einzelne Fahrer Bonussekunden anpeilen und Attacken wagen, doch die Sprinterteams dürften das Rennen kontrollieren, um im Zielsprint um das erste Leadertrikot zu kämpfen.
Finale für schnelle Männer
Auf den letzten Kilometern wird die Positionierung entscheidend: Mehrere technische Kurven und leichte Wellen könnten das Feld auseinanderziehen, bevor es zum finalen Massensprint kommt. Hier werden einige der schnellsten Fahrer der WorldTour versuchen, sich einen der seltenen Saisonsiege im Oktober zu sichern.
Ein Erfolg auf der ersten Etappe bedeutet nicht nur das Leadertrikot, sondern auch einen psychologischen Vorteil in einem Rennen, das sich zunehmend als fester Bestandteil des Spätherbst-Kalenders etabliert hat – und für viele Profis die perfekte Bühne bietet, die Saison mit einem Highlight abzuschließen.
Etappe 1: Fangchenggang - Fangchenggag
Fangchenggang - Fangchenggang, 149,4 Kilometer
Vorhersage Tour of Guangxi Etappe 1:
*** Paul Magnier ** Jordi Meeus, Phil Bauhaus, Pavel Bittner * Oded Kogut, Fernando Gaviria, Max Walscheid, Max Kanter
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.