Team Visma | Lease a Bike finalisiert derzeit die Pläne für den Giro d’Italia 2026, doch es bleiben Fragen offen. Die wichtigste: Wer ersetzt Wout Van Aert? Überraschenderweise könnte das
Davide Piganzoli sein.
Das Team musste die Planung wegen Verletzungen zweier Fahrer anpassen – zufällig beides Klassiker-Spezialisten. Christophe Laporte erlitt im Mai eine Verletzung am Quadrizeps, sodass eine Position nachbesetzt werden musste.
RadsportAktuell
analysierte damals die Kandidaten für diese Rolle. Die Entscheidung sollte wohl zwischen Ben Turner, Jorgen Nordhagen und Per Strand Hagenes fallen.
Während beide Kletterer bei der Tour Auvergne–Rhône-Alpes starke Form zeigten, berichtete Het Laatste Nieuws, dass Hagenes einspringen werde. Der junge Norweger bringt zwar wenig Erfahrung mit, fährt jedoch eine sehr starke Saison und besitzt ein Profil, das Laporte am nächsten kommt.
Davide Piganzoli während der 9. Etappe des Giro d’Italia 2026
Die Verletzung von Wout Van Aert ändert die Pläne
Dann stellte sich jedoch eine weitere Frage: Wout Van Aert stürzte vor Auvergne im Training. Zwar gewann er noch eine Etappe beim französischen Rennen, stieg jedoch am Tag darauf aus.
Die zunächst harmlos wirkende Ellbogenverletzung erwies sich als ernster. Zwei Operationen waren nötig, um die Wunden zu säubern und das Risiko einer Sepsis auszuschließen. Erst an diesem Wochenende kehrte der Belgier aufs Rad zurück.
Tulett, Nordhagen und… Piganzoli
Visma bestätigte derweil, dass Van Aert körperlich nicht in der Verfassung sei, die Tour auf dem Niveau zu bestreiten, das nötig wäre, um das Team im Kampf um Gelb mit
Jonas Vingegaard entscheidend zu unterstützen.
Logisch schien, dass die letzte Position im Aufgebot zwischen Tulett und Nordhagen entschieden würde. Doch im Wochenverlauf spielte sich ein weiterer Fahrer in den Vordergrund – und könnte sogar die Wahl sein.
Die Rede ist von Davide Piganzoli. Laut
Ciro Scognamiglio von der Gazzetta dello Sport „könnte es einen Platz“ für den Italiener geben. Beim Giro d’Italia beeindruckte der Neuzugang in seinem ersten Jahr bei Visma.
Piganzoli schloss die Gesamtwertung weit vorne ab, obwohl er komplett im Dienst des Dänen fuhr, und setzte selbst starke Akzente. Eigentlich hätte Müdigkeit überwiegen müssen, doch am Wochenende gewann er die Königsetappe der La Route d’Occitanie mit großem Vorsprung.
Nach einer kurzen Ruhephase ist die Form des Italieners weiterhin da. Das Team erwägt ihn für eine Helferrolle bei der Grand Boucle – zumal seine Nähe zu Vingegaard über die drei Wochen in Italien mehr als bestätigt wurde.