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„Was ich will? Das, was Visma geschafft hat“: Pogacars UAE-Boss peilt 2027 das historische Triple aus Giro, Tour und Vuelta an

Radsport
Joxean Matxin auf Etappe 4 der Tour de France 2026
Tadej Pogacar hat das UAE Team Emirates - XRG zu zahlreichen Rekorden geführt. Eine historische Marke gehört aber weiterhin allein dem größten Rivalen. Drei Jahre nachdem Jumbo-Visma als erstes Team Giro d’Italia, Tour de France und Vuelta a España in derselben Saison gewann, nennt UAE-Teamchef Joxean Matxin genau dieses Kunststück als einen seiner größten Wünsche.
2026 sammelte UAE 78 Siege von 20 verschiedenen Fahrern, Pogacar holte seinen fünften Tour-Titel. Auf die Frage, was er als Manager noch erreichen will, dachte Matxin trotzdem sofort an die Niederländer. „Was ich jetzt will? Ich werde nicht lügen: das, was Visma geschafft hat. Giro, Tour und Vuelta im selben Jahr gewinnen“, sagte er im Interview mit Eurosport.es.

Vismas Triple von 2023 bleibt unerreicht

Im Jahr 2023 schrieb Jumbo-Visma Radsportgeschichte und gewann alle drei Grand Tours mit drei verschiedenen Fahrern. Primoz Roglic eröffnete die Serie mit dem Giro-Sieg, nachdem er Geraint Thomas im Bergzeitfahren der vorletzten Etappe noch abgefangen hatte. Jonas Vingegaard folgte mit seinem zweiten Tour-Triumph in Serie. Sepp Kuss machte den Dreifacherfolg bei der Vuelta perfekt, wo auch Vingegaard und Roglic mit ihm auf dem Podium standen.
Pogacar kam dem Triple seither mehrfach nahe. 2024 gewann er als erster Fahrer seit Marco Pantani 1998 das Double aus Giro und Tour, und zwar in dominanter Manier. Die Vuelta ging jedoch an Roglic, der inzwischen für Red Bull - BORA - hansgrohe fährt.
Ein Jahr später stand UAE dem Team-Triple noch näher. Isaac del Toro trug das Rosa Trikot lange und verlor es erst auf der vorletzten Bergetappe an Vismas Simon Yates. Pogacar gewann danach seine vierte Tour, und Joao Almeida wurde bei der Vuelta Zweiter hinter Vingegaard. UAE stellte 2025 bei jeder Grand Tour einen Fahrer auf dem Podium. Die Gesamtsiege in Italien und Spanien gingen aber an Visma.

Pogacars Sturz zerstört die Vuelta-Hoffnung

2026 wiederholte sich das Muster. Vingegaard sicherte sich den Giro, Pogacar gewann seine fünfte Tour und reihte sich damit neben Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain ein. Del Toro komplettierte als Dritter das Podium in Paris.
Bei der Vuelta traf UAE dann ein schwerer Schlag. Pogacar stürzte auf der achten Etappe und musste aufgeben. Der Slowene hatte bis dahin drei Etappen gewonnen und 3:50 Minuten Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Enric Mas herausgefahren. Der Sturz brachte mehrere Verletzungen mit sich, darunter Brüche an Schlüsselbein und Halswirbel. Pogacar musste operiert werden, seine Saison war beendet. Mas gewann schließlich die Gesamtwertung für Movistar.

„Ich halte es jedes Jahr für möglich“

Ob UAE 2027 endlich mit Visma gleichziehen kann, beantwortete Matxin vorsichtig optimistisch. „Ich hoffe es. Ich halte es jedes Jahr für möglich, aber aus irgendeinem Grund hat es bisher nicht geklappt.“
Stürze setzten dem Team in dieser Saison besonders zu. Nach Matxins Angaben brachen sich 18 der 30 UAE-Fahrer Knochen. „Wir hatten 78 Stürze“, sagte er. „Ich glaube, all diese Umstände haben uns stärker gemacht und uns über uns hinauswachsen lassen.“
Trotz der Ausfälle beendete UAE die Saison mit 78 Siegen, nach dem Rekordwert von 97 im Vorjahr. Pogacar gewann außerdem erstmals Mailand-Sanremo und beendete damit die lange Jagd auf eines der wenigen großen Eintagesrennen, die ihm noch fehlten.
„Ich blicke nicht auf das zurück, was wir erreicht haben. Ich schaue auf das, was wir noch erreichen wollen“, sagte Matxin. Zu diesen Zielen zählt auch ein sechster Tour-Sieg für Pogacar.

Del Toro und Almeida geben Matxin viele Optionen

Für 2027 hat UAE mit Pogacar, Del Toro und Almeida gleich drei erprobte Grand-Tour-Podiumsfahrer. Del Toro wurde 2025 Zweiter beim Giro und 2026 Dritter bei der Tour. Almeida forderte Vingegaard bei der Vuelta 2025 bis zum Schluss und wurde Zweiter. Dazu kommt Adam Yates mit viel Erfahrung. Matxin traut zudem Weltmeister Brandon McNulty in dreiwöchigen Rennen mehr zu, als seine bisherigen Ergebnisse zeigen.
Nach der Streckenpräsentation diskutiert die Szene bereits, ob Del Toro den Giro 2027 als Kapitän bestreitet. Eurosport fragte Matxin direkt danach, doch der Teamchef legte sich nicht fest. „Fahrer wie Del Toro und Pogacar sind bei jedem Rennen Siegkandidaten“, sagte er. „Ich kann garantieren, dass wir ein ausgewogenes Team zusammenstellen und eine Saison planen, in der jeder seine Chancen bekommt.“
Pogacars Programm will UAE voraussichtlich beim traditionellen Trainingslager im Dezember in Alicante bekannt geben. Der Slowene jagt den Rekord von sechs Tour-Siegen, und mit Del Toro und Almeida stehen zwei weitere etablierte Grand-Tour-Fahrer bereit. Die Verteilung der Kapitänsrollen bei Giro, Tour und Vuelta zählt deshalb zu Matxins wichtigsten Entscheidungen vor der Saison 2027.
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