Ehemaliger Junioren-Europameister kehrt zurück in die Heimat – Uno-X-Neuzugang ist der jüngere Bruder von Alexander Kristoff

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 16 September 2026 um 10:00
Uno-X Mobility
Felix Orn-Kristoff verlässt Lotto-Intermarche bereits nach einer Saison und schließt sich Uno-X Mobility an. Der 20-jährige Norweger wird in den kommenden beiden Jahren für die Mannschaft von Thor Hushovd fahren und hat einen Vertrag bis Ende 2028 unterschrieben.
Schon in der Juniorenklasse machte sich Orn-Kristoff einen Namen und bewies insbesondere bei den wichtigsten Rennen seine Qualitäten. In seinem ersten Juniorenjahr fuhr der Norweger bei der Weltmeisterschaft in Glasgow auf das Podium und belegte bei der Europameisterschaft den neunten Platz. Ein Jahr später übertraf er beide Ergebnisse mit dem EM-Titel in Heusden-Zolder, als er die Top-Talente Hector Alvarez und Paul Seixas im Sprint bezwang.

Fusion verändert die Pläne – Wechsel nach nur einem Profijahr

Bereits damals hatte sich das damalige Intermarche-Wanty die Dienste des vielversprechenden Norwegers gesichert. Der ursprüngliche Plan sah zunächst eine Saison im Development-Team und anschließend für 2026 den Aufstieg in die WorldTour-Mannschaft vor. Durch die spätere Fusion mit Lotto veränderten sich die Rahmenbedingungen grundlegend, an Orn-Kristoffs Beförderung in den Profikader änderte sich allerdings nichts.
Seine erste Saison als Profi lieferte jedoch nur wenige herausragende Ergebnisse. Schließlich verständigten sich alle drei beteiligten Parteien ohne großes Aufsehen auf einen Wechsel zu Uno-X Mobility.
„Uno-X ist ein Team, dessen Teil ich schon seit einiger Zeit sein wollte, also musste ich die Chance nutzen, als sie sich bot“, erklärte Orn-Kristoff in einer Pressemitteilung. „Jeder, mit dem ich gesprochen habe, beschreibt Uno-X als ein unglaublich gutes Team für Performance, Entwicklung und Teamgeist. Dass es ein skandinavisches Team ist, ist natürlich ein großer Pluspunkt, fast so groß wie Faxe Kondi als Sponsor zu haben.“
Teammanager Thor Hushovd sieht in seinem Neuzugang ein interessantes Gesamtpaket, das insbesondere bei den Klassikern zur Geltung kommen könnte. „Felix hat einen starken Motor, einen schnellen Sprint und die Fähigkeit, im Rennen zu bleiben, wenn es hart wird. Diese Kombination ist für die Klassiker und anspruchsvolle Eintagesrennen sehr interessant“, sagte der ehemalige Weltmeister.
Hushovd verriet zudem, dass Orn-Kristoff bereits seit mehr als zwei Jahren auf seiner Wunschliste steht. Entsprechend groß ist die Vorfreude darauf, nun tatsächlich mit dem jungen Norweger zusammenarbeiten zu können.
„Ich stand zehn Meter vor der Ziellinie, als Felix Europameister wurde, und dachte sofort, dass er etwas Besonderes hat. Natürlich war es etwas frustrierend zu wissen, dass er bereits bei einem anderen Team unterschrieben hatte“, erinnerte sich Hushovd.

„Von dieser Kristoff-Zähigkeit steckt auch in Felix etwas“

Für Uno-X Mobility bringt die Verpflichtung noch eine besondere Verbindung mit sich: Felix ist der jüngere Halbbruder des ehemaligen Uno-X-Stars Alexander Kristoff. Dieser gewann zwölf Rennen für die norwegische Mannschaft und leistete in der Schlussphase seiner Karriere einen wichtigen Beitrag zum späteren Aufstieg von Uno-X in die WorldTour.
Hushovd erkennt durchaus Parallelen zwischen den beiden Fahrern und ihrer Art, Rennen zu bestreiten. Gleichzeitig betont der Teammanager, dass sich Felix langfristig zu einem durchaus anderen Fahrertyp als sein älterer Halbbruder entwickeln könnte.
Eine Gemeinsamkeit zeichnet sich aus Sicht Hushovds allerdings bereits deutlich ab: Felix scheut keine harten Rennen, in denen Widerstandsfähigkeit und die Fähigkeit gefragt sind, tief an die eigenen Grenzen zu gehen. Genau diese Eigenschaften zeichneten auch Alexander Kristoff aus, der 2014 Mailand-Sanremo und 2015 die Flandern-Rundfahrt gewann.
„Von dieser Kristoff-Zähigkeit steckt auch in Felix etwas drin, und hoffentlich können wir noch mehr davon hervorholen. Aber er ist erst 20. Wir müssen ihm Zeit geben, ihn Schritt für Schritt aufbauen und ihm helfen, zu seinem eigenen Fahrertyp zu reifen“, erklärte Hushovd abschließend.
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