UCI World-Tour Teamranglisten update: Red Bull - BORA - hansgrohe behauptet zweiten Platz, liegt aber weiterhin meilenweit hinter UAE zurück
Radsport
Der Kampf um den Verbleib in der UCI WorldTour spitzt sich zu, während die Vuelta a España in ihre zweite Woche geht. Das jüngste Update der Weltrangliste der Teams bringt am Tabellenende große Verschiebungen, ausgelöst vor allem durch die Bretagne Classic, wo Alex Aranburu Cofidis den Sieg bescherte. In den Top 10 gibt es keine Änderungen, UAE Team Emirates - XRG führt weiterhin.
Der Triumph des Basken verschaffte Cofidis die nötigen Zähler für ein starkes Comeback. Das französische Team klettert um drei Plätze auf Rang 16 und entfernt sich leicht von der Gefahrenzone, zumal Bryan Coquard ebenfalls eine Etappe der Vuelta a España gewann.
Auch Lotto-Intermarché tritt gestärkt auf und rückt um drei Positionen auf Platz 15 vor. Die belgische Mannschaft holte durch Jenno Berckmoes Rang fünf bei der Bretagne Classic – ein Ergebnis mit direkter Wirkung in einer Wertung, in der nun jeder Punkt erheblich zählt.
Die großen Verlierer dieses Updates sind Movistar Team und Pinarello-Q36.5. Beide Teams fallen um drei Plätze zurück und verschlechtern ihre Ausgangslage im Abstiegskampf.
Movistar am Abgrund
Movistar Team rutscht auf Platz 18 und damit praktisch an den Rand der Abstiegszone. Die telefongestützte Equipe holte in der französischen Classic lediglich 48 Punkte, eingefahren von Jon Barrenetxea, Roger Adrià und Natnael Tesfatsion.
Der Rückgang um drei Plätze lässt Movistar bei 7.258 Punkten stehen, nur 26 Zähler vor dem 17. Tudor Pro Cycling Team. Die Gefahr dahinter ist noch größer: Pinarello-Q36.5 liegen lediglich 71 Punkte zurück.
Pinarello-Q36.5 rutscht in die Abstiegszone
Noch heikler ist die Lage für Pinarello-Q36.5. Das Team fällt ebenfalls um drei Plätze und rutscht mit 7.187 Punkten als 19. in die Abstiegsränge.
Die Schweizer liegen nun hinter Movistar und weniger als 100 Punkte vom spanischen Team entfernt. Jedes starke Ergebnis in den nächsten Rennen kann frische Verschiebungen in einem extrem engen Überlebenskampf auslösen.
Ein wichtiger Hinweis für die kommenden Wochen: Punkte aus der Vuelta a España sind in diesem Ranking noch nicht berücksichtigt.
Das bedeutet, dass Enric Mas’ Sieg am Alto de Aitana sowie alle Punkte, die er und seine Teamkollegen während der Spanien-Rundfahrt sammeln, noch nicht in der Tabelle auftauchen. Diese Resultate werden nach Rennende hinzugefügt. Das Finale ist für Granada am 13.09.2026 terminiert.
Entsprechend spiegelt die aktuelle Tabelle die mögliche Wirkung der Movistar-Kampagne bei der Vuelta noch nicht wider. Enric Mas’ Führung und der starke Teamauftritt könnten zu einer entscheidenden Punktequelle im Abstiegskampf werden.
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Pidcock bleibt in den Top 10 der Gesamtwertung
Cofidis und Lotto-Intermarché atmen auf
Während Movistar und Pinarello Boden verlieren, verschaffen sich Cofidis und Lotto-Intermarché wichtigen Spielraum.
Cofidis springt nach den Siegen von Aranburu und Coquard von Rang 19 auf 16, während Lotto-Intermarché dank unter anderem Berckmoes’ fünftem Platz auf 15 klettert.
Das Ergebnis ist ein eng zusammengerückter Block von Platz 15 bis 20. Nur wenige hundert Punkte trennen mehrere Teams. Jeder Sieg, jedes Podium oder ein herausragendes Resultat kann die Reihenfolge komplett umkrempeln.
An der Spitze dagegen bleibt alles stabil. UAE Team Emirates-XRG führt mit deutlichem Abstand vor Red Bull-BORA-hansgrohe und Team Visma | Lease a Bike.
UCI WorldTour-Teamwertung
| Pos. | Team | Land | Punkte | Veränderung |
| 1 | UAE Team Emirates XRG | UAE | 24.394,96 | — |
| 2 | Red Bull-BORA-hansgrohe | GER | 19.231,54 | — |
| 3 | Team Visma | Lease a Bike | NED | 17.143,59 | — |
| 4 | Decathlon CMA CGM Team | FRA | 15.698,82 | — |
| 5 | Lidl-Trek | GER | 14.019,40 | — |
| 6 | XDS Astana Team | KAZ | 12.059,71 | — |
| 7 | Bahrain Victorious | BRN | 11.045,02 | — |
| 8 | Netcompany Ineos | GBR | 9.949,93 | — |
| 9 | Alpecin-Premier Tech | BEL | 9.856,72 | — |
| 10 | Soudal Quick-Step | BEL | 9.569,28 | — |
| 11 | Uno-X Mobility | NOR | 8.834,01 | — |
| 12 | Team Jayco AlUla | AUS | 8.442,20 | — |
| 13 | EF Education-EasyPost | USA | 7.976,84 | — |
| 14 | NSN Cycling Team | SUI | 7.603,00 | — |
| 15 | Lotto-Intermarché | BEL | 7.359,00 | +3 |
| 16 | Cofidis | FRA | 7.314,74 | +3 |
| 17 | Tudor Pro Cycling Team | SUI | 7.284,70 | — |
| 18 | Movistar Team | ESP | 7.258,63 | -3 |
| 19 | Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team | SUI | 7.187,50 | -3 |
| 20 | Groupama-FDJ United | FRA | 6.701,26 | — |
| 21 | Unibet Rose Rockets | FRA | 5.804,00 | — |
| 22 | TotalEnergies | FRA | 5.097,66 | — |
| 23 | Caja Rural-Seguros RGA | ESP | 3.983,01 | — |
| 24 | Burgos-Burpellet-BH | ESP | 3.270,91 | — |
| 25 | Team Polti VisitMalta | ITA | 3.120,15 | — |
| 26 | Solution Tech Nippo Rali | ITA | 3.045,35 | — |
| 27 | Equipo Kern Pharma | ESP | 2.396,97 | — |
| 28 | Bardiani CSF 7 Saber | ITA | 2.227,58 | — |
| 29 | MBH Bank CSB Telecom Fort | HUN | 2.138,00 | — |
| 30 | Team Picnic PostNL | NED | 2.043,00 | — |
| 31 | Euskaltel-Euskadi | ESP | 1.849,26 | — |
| 32 | Li Ning Star | CHN | 1.730,33 | — |
| 33 | Roojai Insurance Winspace | THA | 1.442,33 | — |
| 34 | Red Bull-BORA-hansgrohe Rookies | GER | 1.322,86 | — |
| 35 | Modern Adventure Pro Cycling | USA | 1.297,00 | — |
| 36 | Energus Cycling Team | LTU | 1.186,00 | — |
| 37 | Madar Pro Cycling Team | ALG | 1.117,66 | — |
| 38 | Terengganu Cycling Team | MAS | 1.079,00 | — |
| 39 | XDS Astana Development Team | KAZ | 1.068,05 | — |
| 40 | ATT Investments | CZE | 1.026,00 | — |
Der Abstiegskampf tritt nun in eine entscheidende Phase ein. Lotto-Intermarché und Cofidis haben sich vorerst aus der Gefahrenzone befreit, während Tudor, Movistar und Pinarello-Q36.5 nur 97 Punkte trennen.
Doch das Bild kann sich dramatisch ändern, sobald die Vuelta-Punkte eingerechnet sind. Mit Enric Mas in Rot und einem weiter punktenden Movistar Team ist die Rangliste längst nicht in Stein gemeißelt.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026







