UCI verhängt 10-Jahres-Sperre gegen ehemaligen Leiter der Leistungsabteilung wegen mehrerer Verstöße, darunter „psychischer Missbrauch“ eines Fahrers

Radsport
Samstag, 19 September 2026 um 11:00
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Das aufgelöste Hess Cycling Team hat ein Jahr nach seinem Aus wegen finanzieller Probleme ein weiteres beunruhigendes Kapitel hinzugefügt. Der frühere Performance-Chef des britischen Teams, Ladislav Demko, wurde von der UCI-Ethikkommission nach gebündelten Beschwerden von ehemaligen Fahrerinnen und Fahrern sowie Mitarbeitenden mit einer zehnjährigen Sperre belegt.
In einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung informiert die UCI, dass das Verfahren aufgrund mehrerer bei der Kommission eingegangenen Eingaben von ehemaligen Teammitarbeiterinnen und -mitarbeitern wegen beruflichen Fehlverhaltens eingeleitet wurde. Ebenso gab es eine Beschwerde einer Fahrerin, die zuvor von Demko betreut wurde. Mit dieser Fahrerin stand er in einer einvernehmlichen Beziehung und lebte auch mit ihr zusammen.
Nach sorgfältiger Prüfung der Unterlagen und Gesprächen mit den Beteiligten kam die UCI-Ethikkommission zu dem Schluss, dass Demko den Ethik-Code verletzt hat. Sie verhängte eine Sperre von zehn Jahren.
Die Ermittlungen ergaben, dass Demkos Verhalten in unterschiedlicher Weise auffiel. Zum einen umfasste dies „die gewohnheitsmäßige Verwendung aggressiver und respektloser Sprache im Arbeitsumfeld, sowie das fahrlässige und einschüchternde Fahren von Teamfahrzeugen und darüber hinaus auch herabwürdigende Bemerkungen über das äußere Erscheinungsbild von Mitarbeitenden, Fahrerinnen und Fahrern“.
Die Kommission erklärte, dieses Verhalten stelle einen Missbrauch seiner Position dar und „und erfülle in keiner Weise die Integritäts-, Fürsorge- und Sorgfaltsstandards, die für Personen gelte, die an den UCI-Ethik-Code gebunden sind“.
Die Stellungnahme führte zudem aus, dass Demkos Verhalten gegenüber einer von ihm betreuten Fahrerin, mit der er wie oben bereits erwähnt in einer Beziehung stand, „Forderungen umfasste, wie den Kontakt zu Vertrauenspersonen abzubrechen". Ausserdem diktierte er ihr die Inhalte für Nachrichten an diese, sowie eine Droh-Mail an ihre Psychologin […] Demütigung durch öffentliche Herabsetzung in sozialen Medien, Einschüchterung […] Drohungen, persönliche Informationen offenzulegen, und eine Drohung gegenüber einer von ihr vertrauten Person […] sowie Infantilisierung“ erweitern die Liste an Anschuldigungen.
Soweit bekannt setzte sich dieses Verhalten auch nach dem Ende der Beziehung fort. Die Kommission merkte zwar an, dass „die Tatsache, dass das oben genannte Verhalten zwar innerhalb einer einvernehmlichen Beziehung zwischen zwei Erwachsenen auftrat, es sich aber dennoch nicht dem Geltungsbereich des UCI-Ethik-Codes entziehe; angesichts der Coaching- und Abhängigkeitsbeziehung zwischen Herrn Demko und der Fahrerin“.
Neben der Sperre für jegliche von der UCI organisierten radsportbezogenen Tätigkeiten, wurde Demko auch mit einer Geldstrafe belegt und zur Übernahme der Verfahrenskosten verpflichtet. Die Entscheidung kann beim Internationalen Sportgerichtshof angefochten werden.
Der Weltverband wies darauf hin, dass einige Beschwerden in diesem Fall über ihre SpeakUp-Plattform eingingen. „Die UCI erkennt den Mut der Personen an, die in dieser Angelegenheit aktiv die Initiative ergriffen haben, und erinnert daran, dass jede Form von Belästigung oder Missbrauch mit den Werten des Radsports unvereinbar ist“, heißt es in der Erklärung.
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