Überraschend geringes Preisgeld: So viel kassiert Brandon McNulty für seinen WM-Triumph

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 29 September 2026 um 13:30
Brandon McNulty Mundial
Brandon McNulty trägt nun einen der begehrtesten Preise, die ein Radprofi überhaupt gewinnen kann: das Regenbogentrikot. Der US-Amerikaner krönte sich am Sonntag bei der Radsport-WM 2026 in Montreal zum Straßenweltmeister und schrieb damit Radsportgeschichte. Finanziell fällt die unmittelbare Belohnung für diesen prestigeträchtigen Triumph allerdings erstaunlich überschaubar aus – insbesondere im Vergleich zu den Preisgeldern bei den Grand Tours.
Für seinen Sieg im Straßenrennen erhält der neue Weltmeister eine Prämie von 8.000 Euro. Angesichts der enormen sportlichen Bedeutung des Titels mag diese Summe überraschend niedrig erscheinen. Tatsächlich liegt das Preisgeld deutlich unter den Prämien, die bei anderen großen Rennen des internationalen Kalenders ausgeschüttet werden.

Grand-Tour-Etappensiege bringen mehr als der WM-Titel

Besonders deutlich wird der Unterschied, wenn man McNultys Prämie mit den Preisgeldern für einen Etappensieg bei den drei Grand Tours vergleicht. Sowohl bei der Tour de France als auch beim Giro d'Italia und der Vuelta a Espana bringt ein einzelner Tageserfolg mehr ein als jene 8.000 Euro, die McNulty für den Gewinn des Regenbogentrikots erhält.
Brandon McNulty, Weltmeister in Montreal 2026.
Brandon McNulty krönte sich bei der Radsport-WM 2026 in Montreal zum Weltmeister – für das prestigeträchtige Regenbogentrikot erhält er offiziell 8.000 Euro.
Noch größer wird die finanzielle Diskrepanz beim Vergleich mit den Prämien für die Gesamtsieger der dreiwöchigen Rundfahrten. Der Gewinner der Tour de France erhält 500.000 Euro, während der Gesamtsieger des Giro d'Italia inklusive des Veranstalterbonus 265.000 Euro einstreicht. Bei der Vuelta a Espana werden 150.000 Euro an den Sieger ausgezahlt – eine Summe, die zuletzt Enric Mas erhielt.

Der wahre Wert des Regenbogentrikots für McNulty

Die Radsport-WM, bei der eine der höchsten sportlichen Ehren im Radsport vergeben wird, beschert ihrem Sieger damit keineswegs den größten Zahltag. Der eigentliche Wert des Titels liegt an anderer Stelle: Das Prestige des Regenbogentrikots übersteigt die Summe auf dem offiziellen Preisgeldscheck bei Weitem.
Denn der WM-Titel bietet seinem Gewinner etwas, das kein anderer Sieg in vergleichbarer Form mit sich bringt: ein komplettes Jahr im Trikot des Weltmeisters. McNulty kann die gesamte folgende Saison als amtierender Weltmeister bestreiten, bei jedem seiner Renneinsätze die Regenbogenstreifen tragen und damit seinen historischen Erfolg für alle sichtbar präsentieren.
Diese Auszeichnung besitzt zudem bleibenden historischen Wert. McNultys Name ist fortan untrennbar mit der Radsport-WM 2026 in Montreal und einem der renommiertesten Titel des Profiradsports verbunden. Die 8.000 Euro mögen im Vergleich mit anderen Preisgeldern bescheiden erscheinen, die Bedeutung des Weltmeistertitels reicht jedoch weit über diese Summe hinaus.

Regenbogentrikot kann McNulty weitere Einnahmen bescheren

Auch finanziell kann sich der Gewinn des Regenbogentrikots für McNulty langfristig deutlich stärker bemerkbar machen, als es die offizielle Siegprämie vermuten lässt. Ein WM-Titel kann verschiedene direkte und indirekte Einnahmen nach sich ziehen, die im offiziellen Preisgeld nicht berücksichtigt werden. Dazu zählen mögliche Vertragsaufwertungen, Bonuszahlungen des Teams, lukrativere Sponsorenverträge sowie Einladungen zu Kriterien und Schaurennen.
Für McNulty stellen die 8.000 Euro deshalb lediglich die unmittelbare Prämie für seinen Sieg bei der Radsport-WM dar. Die tatsächlichen finanziellen Auswirkungen des Regenbogentrikots können sich über die gesamte folgende Saison erstrecken und gleich mehrere Einkommensquellen des Weltmeisters beeinflussen.
Nach dem Triumph des US-Amerikaners in Montreal bleibt damit ein bemerkenswertes Paradox: Das prestigeträchtigste Trikot des Radsports ist nicht zwangsläufig jenes, das seinem Träger unmittelbar das meiste Geld einbringt. McNulty reist mit einer Siegprämie von 8.000 Euro ab – vor allem aber mit einem Titel, den er ein Jahr lang präsentieren darf und der längst einen festen Platz in seinem sportlichen Vermächtnis hat.
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