Tour-de-France-Sieg ist für Mathieu van der Poel kein Alles-oder-Nichts

Radsport
Montag, 29 Juni 2026 um 12:30
Mathieu van der Poel
Mathieu van der Poel hat bereits zwei Etappensiege bei der Tour de France gefeiert und das Gelbe Trikot in unterschiedlichen Ausgaben getragen. Wie lässt sich das noch toppen? Für einen Klassikerspezialisten und Puncheur ist das womöglich kaum möglich. Der Kapitän von Alpecin - Premier Tech startet deshalb in diesem Jahr mit weniger Druck und klarem Fokus auf die weiteren Saisonziele.
Die Rundfahrt beginnt mit einem Mannschaftszeitfahren in Barcelona. Zwar zeigte der Niederländer bei der Tour de Suisse eine starke Vorstellung und unterlag nur knapp Tadej Pogacar, dennoch schätzt er seine Chancen, nach dem ersten Tag im Gelben Trikot zu sein oder in Reichweite zu bleiben, als gering ein.
„Hoffentlich können wir überraschen, aber es wird schwierig. Wir haben viel Zeit investiert“, sagte van der Poel gegenüber NOS. „Und mit den Fahrern, die wir haben, sollten wir eine gute Zeit fahren. Der Plan ist, in Schlagdistanz zu bleiben, um in den folgenden Tagen erneut auf Gelb gehen zu können“.
Mit dem welligen Finale am Montjuïc am zweiten Tag ist ein früher Sieg im Bereich des Möglichen – auch wenn das mit Tadej Pogacar am Start immer kompliziert wird.
„Aber da sind Fahrer wie Tadej Pogacar, Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel. Wenn sie es darauf anlegen, wird es sehr schwer. Aber wir werden es versuchen“.

Druck, aber keine Nervosität bei van der Poel

Zu Beginn seiner Tour-Teilnahmen war van der Poel unangefochtener Kapitän. In den vergangenen Jahren übernahm er jedoch die Anfahrerrolle für Jasper Philipsen – eine Aufgabe, in der er glänzte und die den Druck von ihm nahm.
Die Herangehensweise vor der Tour ist gelassen, der gewohnte Erwartungsdruck ist geringer – auch durch seine eigene Sicht auf das Rennen. „Ich habe mir das komplette Roadbook noch nicht angeschaut. Ich versuche, es Tag für Tag anzugehen. Alles ist ein Bonus. Nichts ist mehr Pflicht. Meine Karriere ist schon jetzt mehr als erfolgreich. Das macht es richtig spaßig“.
„Natürlich setze ich mich weiter unter Druck; ich will so viele schöne und große Rennen wie möglich gewinnen. Aber wenn das nicht klappt, kann ich auch damit leben“, sagt er. Später im Jahr peilt er das MTB-Regenbogentrikot an – der einzige große WM-Titel, der ihm in seiner Karriere noch fehlt.
Vor 12 Monaten gewann er in Boulogne-sur-Mer und trug das Gelbe Trikot in zwei Phasen der Tour – etwas, das er idealerweise beim Grand Départ 2026 wiederholen möchte. „Hoffentlich stehe ich dieses Jahr in derselben Form am Start. Dann kann ich auf Etappensiege fahren und ein paar große Dinge zeigen“.
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