„Nahe an der Perfektion“ – Remco Evenepoel startet mit Statement-Sieg in neues Karriere-Kapitel

Radsport
durch Nic Gayer
Donnerstag, 29 Januar 2026 um 17:00
Remco Evenepoel
Ein Winter voller Erwartungen fand auf Mallorcas Straßen eine unmittelbare Bestätigung. Remco Evenepoel eröffnete sein neues Kapitel mit einem klaren Statement-Sieg bei der Trofeo Ses Salines.
Bei seinem ersten Wettkampfauftritt für Red Bull - BORA - hansgrohe übernahm der Belgier die Schlüsselrolle beim souveränen Erfolg im Mannschaftszeitfahren. Er lieferte genau jene kontrollierte, hochtempoorientierte Ausführung, die seine langfristige Ambition unterstreicht, Tadej Pogacar im Sommer bei der Tour de France herauszufordern.

Gegenwind, Timing und Kontrolle

Der Kurs bot keine brutalen Anstiege, doch die Anforderungen waren eindeutig. Präzision, Pacing und Disziplin zählten mehr als Höhenmeter, und Evenepoel stellte im Anschluss klar, dass das Team mit einem klaren Plan an den Start gegangen war.
„Es war kein harter Kurs, was die Höhenmeter betrifft, aber ein Mannschaftszeitfahren ist immer tough“, sagte Evenepoel im Zielgespräch bei Cycling Pro Net. „Wir hatten einen ziemlich strukturierten Plan und der ist aufgegangen, also können wir zufrieden sein.“
Die entscheidende Phase begann nach dem Wendepunkt. Anhaltender Gegenwind und ein später Kicker ordneten den Einsatz neu. Evenepoel betonte, dass sich das Rennen genau dort entscheiden würde, unabhängig von kleineren Zeitverlusten zuvor.
„Wir wussten, der Rückweg würde der wichtigste Teil sein, mit dem Gegenwind und dem kleinen Kicker rund drei Kilometer vor dem Ziel“, erklärte er. „Dort wollten wir den größten Unterschied machen, und ich denke, das ist uns gelungen.“
Am Zwischenzeitpunkt lag Red Bull knapp zurück, doch die Reaktion blieb ruhig und kalkuliert. Sobald die Straße Richtung Ziel zurückbog, diktierte der Belgier das Tempo und stabilisierte eine Formation, die am Anstieg kurzzeitig verwundbar wirkte.
„Jeder wusste, dass wir bis zur Wende sehr gleichmäßig fahren und von dort voll aufmachen“, sagte Evenepoel. „Gewinnen ist gewinnen. Es war ein wirklich schnelles Mannschaftszeitfahren, und ich denke, wir haben es perfekt gemacht.“

Frühe Signale für ein größeres Ziel

Der Sieg steht für sich, seine größere Bedeutung liegt jedoch in den Hinweisen auf Evenepoels Integration in sein neues Umfeld. Der Belgier hob den moralischen Schub hervor, die Saison mit einem Erfolg an der Seite neuer Teamkollegen zu beginnen – besonders in einer Disziplin, die Vertrauen und Kohärenz verlangt.
„Es ist ziemlich schön, die Saison mit einem Sieg zu beginnen, und das auch noch mit den neuen Teamkollegen“, sagte er. „Das ist gut für die Moral.“
Auf die Frage, ob die Leistung bereits Rückschlüsse auf den Juli zulasse, vermied Evenepoel große Aussagen. Seine Zufriedenheit darüber, wie das Team unter Druck agierte, verbarg er jedoch nicht.
„Jeder Parcours ist anders, deshalb ist es schwer zu sagen, was wir verbessern können“, sagte er. „Aber was wir heute gezeigt haben, war für dieses Mannschaftszeitfahren wirklich nahe an der Perfektion.“
Diese nüchterne Einordnung passt ins Gesamtbild. Es ging nicht um Feuerwerk oder Dominanz, sondern darum, früh einen Haken zu setzen. Struktur, Ausführung und kollektive Stärke griffen vom ersten Tag an ineinander.
Für Evenepoel und Red Bull liegt die Tour de France noch Monate entfernt. Doch auf Mallorca wirkte der erste Schritt auf diesem Weg, nach seinem eigenen Empfinden, sehr nah an perfekt.
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