Davide Piganzoli hat seine Führung bei der Tour de Luxembourg ausgebaut und am Samstag das Einzelzeitfahren der 4. Etappe knapp gewonnen. Der Leader von Visma - Lease a Bike legte eine starke erste Hälfte gegen die Uhr hin, die sich als entscheidend erwies, da er seinen Vorsprung auf die Konkurrenz in der Gesamtwertung vergrößerte.
Start und Ziel lagen in Ettelbruck, der Kurs war
20 Kilometer lang. Im ersten Drittel stand ein Anstieg mit 900 Metern bei 10% an. Eine Erholung nach dem Berg gab es nicht, stattdessen folgte ein Plateau bis zur Zwischenzeit. Danach wartete ein kurzer Hügel, die letzten 3 Kilometer führten komplett bergab bis ins Ziel.
UAE Team Emirates - XRG-Profi Julius Johansen setzte erwartungsgemäß früh die Bestzeit. Der dänische Zeitfahrspezialist – einer der wenigen im Feld – übernahm den Hot Seat mit 27:08 Minuten, vor Emiel Verstrynge und Miguel Heidemann.
Als später die Fahrer aus
der Gesamtwertung auf die Strecke gingen, war Leo Hayter der erste ernsthafte Gegner, ebenso Dylan van Baarle. Beide lagen an der Zwischenzeit vor Johansen. Kurz darauf folgte Andrea Raccagni als Zweiter hinter Hayter, und es deutete sich an, dass Johansens Marke fallen könnte.
Alle Augen auf Mathieu van der Poel zum Start seines Zeitfahrens
Alle Augen richteten sich auf
Mathieu van der Poel, als der Niederländer sein Zeitfahren kurz darauf aufnahm. Spekulationen über einen Etappensieg verstummten jedoch am Zwischenzeitpunkt: Nur die 14.-schnellste vorläufige Zeit, bereits 46 Sekunden hinter der Spitze. Am Ende wurde er 61. mit 2:44 Minuten Rückstand auf die Bestzeit.
Hayter entthronte in der Zwischenzeit tatsächlich Johansen – um winzige 0,27 Sekunden, während van Baarle knapp vorbeischrammte. Doch Raccagni legte nach, unterbot Hayter deutlich und nahm dem Briten 16 Sekunden ab.
Mit den Top Ten der Gesamtwertung in den letzten 30 Minuten auf der Strecke war Raccagnis Zeit fürs Klassement ungefährlich. Auffällig war auch Soren Kragh Andersen, der mit einer Zeit nahe Johansen überzeugte und vorläufig 16 Sekunden hinter Raccagni lag.
Die Klassementfahrer messen sich gegen die Uhr
Aurelien Paret-Peintre war der erste der Schlussstarter, der Raccagnis Führung ernsthaft gefährdete. An der Zwischenzeit lag er um 0,6 Sekunden vorn. Auf dem flacheren Finale ließ er etwas nach und wurde Etappensechster.
Von den letzten vier tat sich Igor Arrieta schwer, er wurde Etappensechzehnter. Das Total Energies-Duo Matteo Vercher und Thomas Gachignard lag im Gesamtklassement als Dritter und Zweiter in den Tag, während Davide Piganzoli im Leadertrikot als Letzter nur um wenige Sekunden startete.
Vercher schlug Arrieta und wurde Elfter der Etappe, Gachignard erging es kaum besser: solide Zeit, Rang zwölf. Unterdessen brannte Piganzoli zum Abschluss des Tages die Strecke herunter – er unterbot Paret-Peintres vorläufige Bestzeit deutlich und steuerte scheinbar auf Etappensieg und Kontrolle der Gesamtwertung zu, mit über 14 Sekunden Vorsprung an der Zwischenzeit.
Im Kampf um den Etappensieg war Piganzoli bis zuletzt klar der Stärkste, hielt am Ende jedoch nur mit minimalstem Vorsprung: 0,02 Sekunden blieben ihm auf den zweitplatzierten Raccagni. Hayters frühere Zeit reichte für Platz drei des Tages.
Vor dem Finale ist die Ausgangslage in der Gesamtwertung nun klar. Davide Piganzoli hat das Rennen fest im Griff, mit 47 bzw. 49 Sekunden Vorsprung auf Vercher und Gachignard. Paret-Peintres starkes Zeitfahren bringt ihn auf Rang vier, 54 Sekunden hinter der Spitze.
Ergebnisse Tour de Luxembourg 2026 Etappe 4