Streckenprofil & Route Middelkerke – Wevelgem 2026

Radsport
Mittwoch, 25 März 2026 um 15:30
Profil_MiddelkerkeWevelgem2026
Am 29.03. nimmt das Peloton Middelkerke – Wevelgem (zuvor Gent – Wevelgem) in Angriff. Der belgische Klassiker gehört zur WorldTour und zählt zu den prestigeträchtigsten Eintagesrennen, in dem Klassiker-Spezialisten und Sprinter auf einem für beide Lager ausgewogenen Kurs aufeinandertreffen. Wir blicken auf das Profil; der Start ist für 10:00 Uhr und das Ziel für 15:20 Uhr CET angesetzt.
Das Rennen wurde 1934 als Gent – Wevelgem ins Leben gerufen, erster Sieger war Gustave van Belle. Rik van Looy, Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Freddy Maertens, Jan Raas, Francesco Moser, Bernard Hinault, Sean Kelly und Mario Cipollini gehören zu den prägenden Gewinnern des 20. Jahrhunderts. Aufgrund seines Charakters konnten sich hier viele Top-Sprinter neben ausgewiesenen Klassiker-Fahrern durchsetzen, was zu einer eindrucksvollen und vielseitigen Siegerliste führte.
Auch Tom Boonen, Thor Hushovd, Óscar Freire, Peter Sagan, John Degenkolb, Greg van Avermaet und Alexander Kristoff trugen sich in diesem Jahrhundert namhaft ein; seit 2020 ging der Sieg fast ausschließlich an Sprinter – wenn auch nicht immer im Massensprint. Mads Pedersen, Wout Van Aert, Biniam Girmay und Christophe Laporte gewannen. Pedersen siegte 2020 im Sprint des Hauptfeldes, 2024 aus einem Zweiersprint und 2025 mit einer lang angelegten Attacke, die das Rennen sprengte.

Profil: Middelkerke – Wevelgem

Profil_MiddelkerkeWevelgem2026
Middelkerke – Wevelgem, 241 Kilometer
Der Start erfolgt in diesem Jahr in Middelkerke, entsprechend führen die ersten Kilometer über andere Straßen als üblich ab Gent. Am Rennformat ändert das nichts: Die ersten 130 Kilometer verlaufen pfeilgerade über flaches Terrain, wo der Wind jedoch zum Faktor werden kann.
Ein Großteil der 241 Kilometer ist flach, das Profil ist nicht extrem selektiv, weshalb oft ein reduziertes Feld um den Sieg sprintet. Die Ausnahme bildet ein hügeliger Abschnitt mit drei Anstiegen des Kemmelbergs, auf denen jedes Jahr attackiert wird, dazu kommen die in den letzten Jahren eingeführten unbefestigten Sektoren.
Über Belvedère geht es zweimal hinauf. Die Rampe ist brutal, viele Fahrer geraten hier in Schwierigkeiten, die erste Selektion droht beim ersten Mal 90 Kilometer vor dem Ziel (400 Meter mit 10%). Im Anschluss folgen einige Schotterpassagen, die sogenannten „Plugstreets“, insgesamt 4 Kilometer, auf denen Defekte zur Lotterie werden können, der letzte endet 72 Kilometer vor dem Ziel.
Die zweite Passage des Kemmelbergs steht 58 Kilometer vor Schluss an und dort sind Attacken sicher, denn die Klassiker-Spezialisten wollen mit hohem Tempo die schnellen Männer endgültig abhängen und eine entscheidende Lücke reißen.
Kemmelberg (Belvedere): 600 Meter; 9,3%; 58 km vor dem Ziel
Kemmelberg (Belvedere): 600 Meter; 9,3%; 58 km vor dem Ziel
Danach folgen noch einige Kuppen, doch der letzte Ort, an dem rein über Leistung eine Differenz möglich ist, ist der Anstieg zum Kemmelberg über die Ossuaire-Seite. Er ist härter, größtenteils asphaltiert, aber mit kleinen Gängen zu fahren, bevor das Kopfsteinpflaster mit bis zu 18% beginnt. Ein 30-Sekunden-Maximalstoß, bei dem viele kurz vor der Kuppe reißen lassen, er liegt 36 Kilometer vor dem Ziel.
Weil die steilsten Rampen bereits nach rund einer Minute im roten Bereich anstehen, haben Attacken hier höhere Erfolgschancen; die anschließende Abfahrt über eine enge Straße begünstigt weitere Gruppenbildungen. Das können die Ausreißer vorne nutzen.
Kemmelberg (Ossuaire): 700 Meter; 9,6%; 34 km vor dem Ziel
Kemmelberg (Ossuaire): 700 Meter; 9,6%; 34 km vor dem Ziel
Danach folgt Entspannung, denn der Anlauf nach Wevelgem ist weitgehend flach und wenig technisch. Zeit zum Reorganisieren und für die Jagd, sowohl in kleineren als auch größeren Gruppen. Das Rennen lebt von der Dynamik, in der Spezialisten und Sprinter den Verlauf in ihre Richtung lenken wollen, und bietet regelmäßig unterschiedliche Szenarien, die zum Sieg führen.
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