Die
Tour de France hat eine wesentliche Regeländerung in der Punktewertung bestätigt, die das Grüne-Trikot-Duell 2026 wieder klarer in Richtung Sprinter verschieben könnte.
Nach einer 2025er Ausgabe, in der
Jonathan Milan Grün gewann,
Tadej Pogacar aber trotzdem Zweiter in der Punktewertung wurde, bringen Flachetappen künftig deutlich mehr ein als zuletzt.
Tour-Veranstalter ASO bestätigte gegenüber TV 2 Sport, dass der schnellste Fahrer auf Flachetappen nun 70 Punkte erhält, statt der bislang üblichen 50.
Diese Änderung greift auf fünf Etappen der diesjährigen
Tour de France. Auf vier weiteren, welligeren Abschnitten bleiben 50 Punkte für den Etappensieger, was die Trennung zwischen reinen Sprinttagen und hügeligeren Finals, in denen Klassikerfahrer, Ausreißer und Klassementfahrer kräftig punkten können, schärfer macht.
Für die schnellen Männer ist das ein klarer Schub. Für das Rennen um Grün könnte es eine der prägendsten Anpassungen vor dem Start sein.
Milan hielt Pogacar 2025 in Schach
Milan beendete die Tour de France 2025 als Träger des Grünen Trikots – Ergebnis einer dreiwöchigen Kampagne aus Sprintsiegen, Konstanz und Zählern bei den Zwischensprints. Die Endwertung zeigte jedoch auch, warum die Kategorie mehr ist als ein reiner Sprinterpreis.
Pogacar wurde Zweiter in der Punktewertung, obwohl sein Fokus auf Gelb lag und nicht auf Grün. Seine Fähigkeit, auf hügeligen und Bergetappen dick zu punkten, hielt ihn so nah dran, dass die Sprinter sich kaum Fehler erlauben durften.
Biniam Girmay wurde Dritter, während Jasper Philipsens Angriff nach Sturz und Aufgabe auf Etappe 3 früh beendet war. Philipsen hatte vor seinem Aus bereits seine Endgeschwindigkeit gezeigt, doch einer der klarsten Grün-Anwärter war raus, ehe sich das Punkte-Duell sortieren konnte.
Die neue Punkte-Architektur gibt Fahrern wie Milan, Philipsen,
Tim Merlier und Girmay eine stärkere Basis auf den Etappen, die ihnen am meisten liegen. Die Bedeutung von Zwischensprints oder dem Überleben in den Bergen bleibt, aber der Wert des Sieges an klassischen Massensprint-Tagen steigt deutlich.
Jonathan Milan celebrates in the Green Jersey at the 2026 Tour de France
Kampf um Grün rückt noch stärker in Richtung Sprints
Die Strecke der Tour 2026 umfasst sieben Flachetappen, was den Sprintern mehrere Gelegenheiten gibt, die Punktewertung zu prägen, bevor das Rennen ins härteste Terrain geht. Da auf fünf dieser Etappen nun 70 Punkte für den Sieger vergeben werden, verschiebt sich das Kräfteverhältnis spürbar.
Milan startet als Titelverteidiger ins Rennen, wobei Lidl-Trek erneut einen der stärksten Sprintzüge des Pelotons formieren dürfte. Philipsen hat nach seinem frühen Aus 2025 noch eine Rechnung offen, während Girmay nach Grün 2024 und einer erneuten Jagd im vergangenen Sommer weiterhin ein gefährlicher Allround-Punkter bleibt.
Merlier bringt eine weitere reine Sprinter-Option ein – zumal die flachen Tage im Kampf um Grün noch entscheidender werden könnten. Die Regeländerung garantiert keinen Sprinter-Sieg, öffnet den Schnellsten aber einen klareren Weg dorthin.
Nach einem 2025er Duell, in dem Pogacar hinter Milan Zweiter wurde, gibt die Tour de France den Sprintern an den für sie gebauten Tagen nun den größeren Lohn.