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Movistar Team findet sportlich keine Konstanz – und nun scheint sich der Kopfschmerz über den Wettkampf hinaus auszubreiten: Telefónica SA erwägt Kürzungen oder sogar einen Verkauf seines historischen Teamsponsorings. Im Rahmen einer umfassenden Überprüfung der Marketinginvestitionen prüft der spanische Konzern zwei Hauptwege: die Präsenz im Elite-Radsport zu reduzieren oder neue Co-Sponsoren ins Boot zu holen, um die Projektkosten zu teilen.
Bei Abarca Sports – dem Unternehmen, das das Team führt – läuft der aktuelle Vertrag bis 2029. Der Deal, der die Namensrechte einschließt, ist laut
Bloomberg Línea mit rund 25 Millionen Euro pro Jahr dotiert und macht fast 80 % der Einnahmen der Navarresen aus.
Das seit 2011 bestehende
Sponsoring war ein Eckpfeiler der Markenstrategie von Telefónica im Profisport. Das Umfeld hat sich jedoch in den vergangenen Jahren deutlich verschoben, insbesondere seit der Konzern sein Engagement in Lateinamerika zurückgefahren hat – einer Region, die einst einen großen Teil der globalen Sichtbarkeit der Partnerschaft lieferte.
Die Entscheidung ist Teil einer breiteren Überprüfung der Marketingausgaben unter Führung von Executive Chairman Marc Murtra, eingebettet in den Ende vergangenen Jahres vorgestellten Konzernstrategieplan. Parallel dazu sind die Kosten im Profiradsport stark gestiegen, getrieben vom Einstieg großer Multis und staatlicher Fonds.
Gegen Großmarken und staatlich gestützte Teams ist kaum anzukommen
In diesem neuen Wettbewerbsumfeld haben Marken wie Red Bull GmbH, Lidl & Schwarz und Decathlon SA ihre Präsenz im Peloton ausgebaut, während durch Golfstaaten finanziell gestützte Teams wie UAE Team Emirates-XRG oder Bahrain Victorious die Messlatte im Elite-Radsport weiter angehoben haben.
Telefónica hat die Beratung YouFirst damit beauftragt, potenzielle Käufer oder Partner zu identifizieren, die einen Teil des Sponsorings übernehmen könnten, heißt es aus Kreisen. Ziel ist es, die Rendite der Investition zu optimieren, in einem Umfeld, in dem Teametats deutlich gewachsen sind.
Das Movistar Team gehört zu den prägenden Mannschaften des spanischen Radsports. Nach Jahren auf der Suche nach einem zweiten Geldgeber sicherte sich Abarca zusätzliche Unterstützung vom Fonds Quantum Pacific Management, der 43 % an der Besitzgesellschaft übernahm. Bislang wurden jedoch nur die Eckdaten der Beteiligungsübertragung bekannt, nicht aber das tatsächliche Investment in den Rennbetrieb.
Uneinheitliche Leistungen bei Movistar
Zwar dominierte das Team die 2010er-Jahre mit Siegen bei Grand Tours wie dem Giro d’Italia und der Vuelta a España, doch in den letzten Jahren fielen die Leistungen in einem zunehmend kompetitiven, globalisierten Peloton wechselhafter aus.
Seit dem Abgang von Richard Carapaz, dem Karriereende von Alejandro Valverde und der Entscheidung, Carlos Rodríguez nicht zu verpflichten – verbunden mit der Weigerung, bis zu dieser Saison ein Development-Team aufzubauen – hat das Movistar Team gegenüber Rivalen an Boden verloren, die sich besser an den modernen Radsport angepasst haben.
Telefónica hat bislang keinen offiziellen Kommentar abgegeben.