Nach zwei Jahren mit INEOS kehrt der britische Meistertitel in die Hände von
Fred Wright zurück. Der 27-jährige Fahrer des Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team setzte sich nach einem 187 Kilometer langen, taktisch geprägten Rennen auf einem Rundkurs in Aberystwyth durch.
Das Rennen war von Beginn an offen. Das Profil sorgte nur für eine begrenzte natürliche Selektion, es wurde ein Verschleißkampf ebenso wie ein Schachspiel. Die entscheidende Gruppe formierte sich erst beim Einfahren in den lokalen Schlussrundkurs, rund 60 Kilometer vor dem Ziel.
Neben Wright gehörten Lewis Askey (NSN) und Connor Swift aus dem Team des Titelverteidigers zur Spitzengruppe. Elliot Rowe (Visma DT) und Matthew Dodd (INEOS Academy) waren ebenfalls dabei, kämpften jedoch um den U23-Titel und konnten auf der Schlussrunde nicht mehr folgen.
„Es waren wirklich typische Landesmeisterschaften: Angriffe von Anfang an, Vollgasrennen, bis sich eine ausgewählte Gruppe bildet“, sagte Wright nach dem Rennen laut
Cycling Weekly. „Es wirkt zufällig, aber am Ende folgt es doch dem gleichen Muster: Wir nehmen uns gegenseitig so lange auseinander, bis eine Spitzengruppe entsteht. Ich war froh, dabei zu sein, und dann haben wir sie nach und nach ausgedünnt. Wir drei waren die Stärksten des Tages, und im Finale habe ich meine Karten gut ausgespielt.“
Zufall und Chaos
Während Connor Swift nicht unbedingt für seinen Endspurt bekannt ist, war Lewis Askey im Finale ein harter Gegner. Wright vertraute jedoch auf die Erfahrung aus zwei zusätzlichen WorldTour-Saisons – und setzte sich auf der Linie denkbar knapp durch.
„Ich habe versucht, am Ende nicht zu viel daran zu denken [ans Gewinnen]. Das Jahr [2023–2024] in den Streifen war etwas Besonderes, und sobald man sie nicht mehr trägt, vermisst man es wirklich. Ich wollte in den letzten 10 Kilometern nicht zu viel darüber nachdenken. Einfach ans Rennen denken, es so fahren, wie man es normalerweise tun würde, ohne zu überdrehen.“
Pinarello Q36.5 wird bei der Tour de France 2026 voll auf Tom Pidcock setzen
Als Teil der (noch) vorläufigen Pinarello-Auswahl für die Tour de France an der Seite von GC-Kapitän Tom Pidcock und Quinten Hermans hofft Wright, das Meistertrikot am Samstag nach Barcelona zu bringen. „Es ist etwas ganz Besonderes, und ich bin wirklich glücklich, diese hoffentlich mit zur Tour zu nehmen. Das ist immer speziell.“
Zudem freut sich der Londoner auf die Aussicht, im September die Heimstraßen der Tour of Britain vor heimischem Publikum zu rocken. Im vergangenen Jahr verpasste Wright in Cardiff einen Etappensieg nur knapp, als seine Ausreißergruppe auf der Linie gestellt wurde.
„Ich liebe es, ich hoffe, ich kann die Tour of Britain dieses Jahr fahren, ich kenne meinen Plan noch nicht. Es ist schön, auf britischen Straßen zu racen, wir hatten hier einen richtig schönen Tag. Es war ein sehr schönes Wochenende am Meer.“
Alles in allem erlebte Pinarello ein erfolgreiches Meisterschaftswochenende mit gleich zwei besonderen Trikots für das Schweizer ProTeam. Und nicht irgendwelchen; neben dem britischen Titel zeigte Marcel Camprubí große Entschlossenheit und holte sich einen prestigeträchtigen spanischen Titel.