Eli Iserbyt übernimmt bei Careras Fahrer-Superagentur als Projektkoordinator die Aufgabe, „Querfeldein in ihre Struktur zu integrieren“

Cyclocross
Dienstag, 30 Juni 2026 um 12:00
eliiserbyt
Eli Iserbyts Karriere endete vergangenen Winter. Der frühere Europameister im Cross hatte seit der Saison 2024/25 mit hartnäckigen Gesundheitsproblemen zu kämpfen und hörte ein Jahr später endgültig auf. Ganz verschwunden ist der 28-Jährige aus der Radsportwelt aber nicht – im Gegenteil.
Schon während seiner Laufbahn eignete sich Iserbyt als selbst vertretener Athlet das Handwerk der Vertragsverhandlungen an. Diese Fähigkeiten blieben den Agenten-Brüdern Carera nicht verborgen, die nach Iserbyts Rücktritt umgehend anklopften, um den belgischen Crosser für ihr Projekt zu gewinnen.
„Ich habe es immer genossen, meine Verträge selbst zu verhandeln und die Dinge zu regeln“, sagt Iserbyt gegenüber WielerFlits.
Die formalen Feinheiten des Agentenberufs mögen manchen abschrecken, doch Iserbyt ist vorbereitet: „Ich habe auch ein Jahr lang Jura studiert. Kurz gesagt: Dieser Sektor spricht mich an. Als die Anfrage von A&J All Sports kam, habe ich nicht lange gezögert. Die Firma hinter Tadej Pogacar, Isaac Del Toro, Giulio Ciccone und so vielen anderen Topfahrern: Das ist wie ein Süßwarenladen.“

Cyclocross-Koordinator

A&J All Sports genießt auf der Straße einen exzellenten Ruf – und baut derzeit Brücken in den MTB-Bereich –, doch der Bezug zur Cyclocross-Welt fehlte bislang. Genau dort bringt Iserbyt sein Jahrzehnt an Erfahrung ein.
„Ich wollte unbedingt im Cross bleiben, wusste aber nicht wie“, erklärt der neue „Cyclocross-Koordinator“. „Eine direkte Rolle als Sportdirektor wäre gerade in den ersten Jahren vielleicht etwas zu hart gewesen. So bleibe ich nah am Geschehen, aber mit breiterem Blick. Ich werde nicht ständig an der Strecke sein, auch wenn man mich dort sicher sehen wird – vermutlich ist das der beste Einstieg.“
Den Abschied von der aktiven Karriere musste er erst verarbeiten: „Die ersten Monate fühlten sich seltsam an, weil die ganze Struktur wegfällt. Es war schwer, die wiederzufinden. Andererseits hatte ich viel Raum, eine neue Richtung zu wählen. Dass ich bei den Careras einsteigen konnte, verdanke ich auch dem, was ich im Cross erreicht habe. Gleichzeitig öffnet sich mir eine völlig neue Welt.“
Unter dem Dach der Careras finden sich bereits einige aktive Teilzeit-Crosser wie Emiel Verstrynge oder Fleur Moors. Noch spannender sind für sie jedoch potenzielle Straßenstars aus dem Cross – etwa Junioren-Weltmeister Léo Bisiaux.
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„Das ist neu für sie, aber sie wollen Cyclocross unbedingt in ihre Struktur integrieren“, sagt Iserbyt. „Das ergibt Sinn, denn immer mehr Fahrer kommen aus dem Cross und fahren später erfolgreich auf der Straße. Deshalb setzen wir auf eine Art Hybridmodell, von dem die Fahrer langfristig nur profitieren können.“
Nur zwei aktive Crosser klingen nicht nach großem Netzwerk, erlaubt Iserbyt aber maximale Betreuung seiner Klienten – ein Punkt, den er bei überladenen Agenturen als Problem sieht. „Bei vielen Agenturen herrscht großer Druck. Wir wählen bewusst den weniger lukrativen Weg: mit maximal sechs Fahrern, dafür mit Qualität.“
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