„So, wie ich es für richtig halte, nicht so, wie andere denken“ – Visma-Trainingsregime als Grund für Dylan van Baarles Abschied

Radsport
Freitag, 09 Januar 2026 um 15:30
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Der moderne Radsport verlangt extreme Hingabe und Liebe zum Detail – mehr als zu der Zeit, als Dylan van Baarle Profi wurde. Oft ist es schwer, eigene Wünsche mit objektiv besten Trainings- und Vorbereitungsmethoden zu vereinen. Genau das war mit ein Grund, warum der frühere Paris-Roubaix-Sieger Team Visma | Lease a Bike verließ.
Der Niederländer gewann 2022 die „Hölle des Nordens“ und bewies in den Jahren davor, dass er zu den besten Klassikerspezialisten der Welt gehört – dazu ein starker Rouleur und wertvoller Helfer. Seine drei Jahre bei Visma waren jedoch von Verletzungen und Krankheiten geprägt – vier Stürze mit Frakturen in diesem Zeitraum. Dennoch trug er dazu bei, dass das Team die Tour de France, den Giro d’Italia und die Vuelta a España gewann.
Seine Rolle als Straßenkapitän war für mehrere Teamkollegen bedeutend. Größtes Problem für ihn blieb jedoch, wie wenig eigener Input letztlich in seine Rennvorbereitung einfloss. „Es ist alles etwas freier, als ich es gewohnt war. Ich habe sozusagen etwas mehr eigenen Einfluss“, sagte van Baarle gegenüber Wielerevue. Ein Dilemma, vor dem viele Topteams stehen: höchste Anforderungen, jede Kleinigkeit zählt.
„Ich dachte immer, ich brauche mehr Struktur. Das stimmt, aber mit etwas mehr persönlicher Auslegung. Ich mag einen klaren Plan – aber so, wie ich es für richtig halte, nicht so, wie andere es für mich richtig finden. Ich bin gerne stärker in Kontrolle, und hier lässt man mich das mehr.“
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Van Baarle führt junge Talente in die Klassiker

Van Baarle hat gemeinsam mit Routinier Jasper Stuyven bei Soudal - Quick-Step unterschrieben und fungiert nun als neuer Kopf der Kopfsteinpflaster-Fraktion. Quick-Step war in den Pflasterklassikern zuletzt kaum präsent, doch die Chance auf eine schnelle Rückkehr an die Spitze in den nächsten Monaten ist groß.
Beide treffen auf Paul Magnier, den van Baarle nach den ersten Begegnungen lobt: „Er ist auch ein verspielter Typ, der seine Grenzen noch nicht kennt. Als wir in Kalifornien zum Windkanaltest waren, wollte er zwischendurch alles Mögliche machen. Er wollte bowlen, er wollte kartfahren. Er hat eine unerschöpfliche Energiequelle.“
Van Baarle, 33, wird den Franzosen zudem anleiten – wie zuvor Matthew Brennan. Zwei Sprinter, die die Klassiker erstaunlich gut bewältigen und in ein paar Jahren an der Spitze Konkurrenten sein könnten. „Matthew Brennan ist ebenfalls ein enormes Talent, aber ich glaube, Paul hat noch etwas mehr. Paul ist so begabt. Ich hoffe, Jasper Stuyven und ich können ihn etwas führen, damit er bald an der Spitze der Klassiker steht“, schloss er.
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