„So richtig genieße ich das gar nicht“: Warbasse wird mit seiner 7. Teilnahme in 8 Jahren zum Giro-Spezialisten

Radsport
Mittwoch, 06 Mai 2026 um 7:00
Warbasse
Tudor Pro Cycling reist mit großen Plänen zum Giro d’Italia 2026. Das Schweizer Team visiert das Gesamtklassement an – entweder mit dem Vorjahres-Top-10-Finisher Michael Storer oder dem Debütanten Mathys Rondel. Sollte das nicht aufgehen, schaltet die Mannschaft konsequent auf Etappenjagd um. Fest steht: Unabhängig vom Kurs der nächsten drei Wochen können die Leader auf Larry Warbasse zählen, der bereits zu seinem siebten Giro in den vergangenen acht Saisons aufbricht.
„Ich habe nicht darum gebeten“, lachte Warbasse, als Domestique ihn darauf ansprach, dass er zum Giro-d’Italia-Spezialisten geworden sei. „Ich habe nicht einmal besonders viel Spaß daran, aber… Sie nominieren dich, und dann fährst du, wohin sie dich schicken. Ich meine, es ist ein schönes Rennen und ich liebe Italien, aber es ist hart…“
Die Saisonvorbereitung hat sich für Warbasse in den vergangenen Jahren kaum verändert. Warum auch, wenn sie für den amerikanischen Straßenkapitän funktioniert. Das Rezept ist klar: Auftakt auf Mallorca, dann nach Oman, Tirreno–Adriatico, ein intensives Höhentrainingslager und der Feinschliff bei der Tour of the Alps.
„Ich denke, es ist immer noch die beste Vorbereitung, ein langes Höhentrainingslager zu machen und danach ein solides Rennen vor dem Giro zu fahren“, sagte Warbasse. „Die Romandie liegt zu nah am Giro, aber die Tour of the Alps gibt dir, wie man so sagt, den Rennrhythmus. Und du bekommst extrem lange Anstiege, sogar einige, die im Giro vorkommen. Es ist hartes Racing, aber meist nicht zu stressig – deshalb eine der besten Vorbereitungsfahrten für den Giro.“

Keine klaren Rollen

Trotz mehrerer Trümpfe für den anstehenden Giro hat Tudor noch keinen konkreten Fahrplan festgezurrt. Vor allem die Möglichkeiten von Mathys Rondel in Italien wirken grenzenlos – entsprechend wartet das Team mit der finalen Entscheidung, bis klar ist, wie der junge Kletterer den Härtetest der ersten Giro-Woche verkraftet.
„Man wird nicht zu viel Druck auf ihn laden, daher geht er es wohl mit einem Auge aufs Gesamtklassement an, aber ohne Stress, weil es seine erste Grand Tour ist. Er hat offensichtlich gezeigt, dass er in super Form ist und ein sehr guter Fahrer. Alles ist möglich, aber es ist wichtig, erst mal reinzugehen und zu schauen, was passiert, denn man weiß nie, wie man über drei Wochen reagiert.“
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Für Warbasse selbst scheint die Rolle des Straßenkapitäns genau zu passen. Der 35-Jährige hat seine Bestimmung in einer Mentorenfunktion gefunden:
„Ich habe hier eine wirklich gute Rolle für den Punkt, an dem ich in meiner Karriere stehe“, sagte Warbasse. „Ich bin wohl einer der erfahrensten Fahrer im Team und kann den Leadern helfen, aber auch die Jungen unterstützen. Das ist schön, weil ich so am besten geben und das Beste aus mir herausholen kann. Und ja, gelegentlich bekomme ich noch die Chance, in Ausreißergruppen zu gehen, aber ich bin in erster Linie für die Leader und die jungen Fahrer da, um ihnen so viel wie möglich zu helfen.“
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