„Sechs Wochen nach der Operation ... es ist unglaublich“ – Mads Pedersen gelingt ein beeindruckendes Comeback nach Verletzung und wird Vierter bei Mailand–Sanremo 2026
Mads Pedersen ist in bemerkenswerter Manier ins Renngeschehen zurückgekehrt und wurde bei Milano-Sanremo 2026 Vierter – nur sechs Wochen nach einer Operation infolge seines frühen Saisonsturzes bei der Volta a la Comunitat Valenciana.
Der Lidl-Trek-Profi hatte seit diesem Zwischenfall kein Rennen bestritten, was seine Vorstellung beim längsten Monument des Radsports umso beeindruckender macht.
Trotz fehlender Renntage war Pedersen in der entscheidenden Phase präsent, kam über Cipressa und Poggio in der Spitzengruppe und verpasste das Podium nur knapp.
„Die Arbeit von allen war unglaublich“, sagte Pedersen in einem von Lidl-Trek geteilten Video nach dem Rennen. „Nach fünf oder sechs Monaten ohne Rennen so konsequent auf mich zu setzen, sechs Wochen nach der Operation hier zurückzukommen und mir im Finale volle Unterstützung zu geben und so zu fahren… das ist absolut unglaublich.“
Sofortige Wirkung nach beschleunigter Genesung
Pedersens Comeback erfolgte deutlich früher als zunächst erwartet nach Sturz und anschließender Operation, die seine Frühjahrs-Klassiker-Kampagne infrage gestellt hatten. Stattdessen kehrte er nach sechs Wochen zurück und lieferte sofort ein Resultat auf Monument-Niveau.
Die Fahrt des Dänen basierte auf Positionierung und Konstanz statt Risiko. Er mied die Stürze, die das Rennen prägten, und nutzte die Zersplitterung des Feldes im Finale konsequent.
Teamunterstützung als Schlüssel zum Ergebnis
Pedersen hob die Rolle seines Teams für den Ausgang klar hervor – sowohl deren Arbeit im Finale als auch den Glauben an seine Rückkehr. „Das zeigt, wie gut diese Jungs sind und wie sehr sie an mich glauben“, ergänzte er. „Das bedeutet weit mehr, als sie denken.“
Milano-Sanremo entlarvt oft Fahrer ohne Rennrhythmus. Pedersen bestätigte hingegen seine Form auf Anhieb.
Ein vierter Platz beim Comeback ist mehr als ein Lebenszeichen. Er stellt ihn unmittelbar wieder in die Riege der Favoriten für die weiteren Frühjahrs-Klassiker.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
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