Nach einem verheerenden Sturz zu Saisonbeginn mit mehreren schweren Verletzungen hat sich
Tobias Foss zurückgekämpft und ist nun ein ernsthafter Kandidat für die Tour-de-France-Nominierung bei Netcompany INEOS. Der norwegische Zeitfahr-Weltmeister erlitt Brüche an Schulterblatt, Rippen, Schlüsselbein und Wirbeln sowie einen kollabierten Lungenflügel, kehrte ins Rennen zurück und überzeugte zuletzt mit Gesamtrang vier bei der Ronde von der Schweiz.
Eine Saison, die im Chaos begann
Foss schilderte die Schwere seines Sturzes und die lange Reha, die den Frühling de facto ausradierte. „Die Verletzungsliste war lang. Sechs Wochen war ich komplett nutzlos auf dem Sofa, danach wurde ich auch noch eine Woche krank“, sagte Foss gegenüber
TV2.
Nach zweieinhalb Wochen Höhentraining auf Gran Canaria, Spanien, gab Foss im April bei der Tour of the Alps sein Comeback und war überrascht, wie schnell die Form zurückkam. „Als ich zurückkam, war ich überrascht, dass ich nicht schlechter war. Nach ein paar Rennen hatte ich im Mai einen richtig guten Block und kürzlich noch einen weiteren guten Rennblock“, erklärte er.
Diesen Fortschritt unterstrich eine starke Ronde-von-der-Schweiz-Leistung mit Gesamtrang vier sowie Platz drei im Einzelzeitfahren hinter
Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel.
„Es war ein ‚holpriger‘ Start in die Saison. Mental und körperlich hat die Rückkehr viel gekostet, aber ich hatte gute Unterstützung zu Hause und im Team“, sagte Foss.
Tour-de-France-Chance in der Diskussion
Mit dem Tour-de-France-Start am 04.07.2026 in Barcelona hat sich Foss für einen Platz im Netcompany-INEOS-Aufgebot empfohlen. Zwar sollte der Aufbau ursprünglich Richtung Vuelta a España gehen, doch die jüngsten Auftritte haben die Tour-Debatte im Team neu entfacht.
„Natürlich spricht ein vierter Platz in der Schweiz für gute Form. Als Team willst du die besten Fahrer für die Tour. Es ist das größte Rennen. Die Diskussion gab es schon vor der Schweiz, und sie ist danach nicht kleiner geworden“, sagte er.
Foss räumte ein, dass die Entscheidung letztlich nicht bei ihm liegt, machte aber klar, dass er bereit ist. „Ich glaube nicht, dass man da schwer zu fragen ist, vor allem, wenn man in guter Form ist. Etwas anderes wäre es, wenn ich halb kaputt und komplett angeschlagen wäre, aber der Körper ist sehr gut im Gleichgewicht und die Erholung ist top“, sagte er.
„Dann wächst das Vertrauen, dass man dort etwas ausrichten kann. Emotional sagt man zur
Tour de France natürlich ja. Daran gibt es keinen Zweifel.“
Tobias Foss im Zeitfahren bei der Ronde von der Schweiz 2026
Vertragliche Ungewissheit erhöht den Druck
Der Norweger bestätigte zudem, dass seine Zukunft bei Netcompany INEOS offen ist, da sein aktueller Vertrag ins letzte Jahr geht.
„Ich habe keine Ahnung. Das war noch ein zusätzlicher Stressfaktor obendrauf. Das hat den Frühling mental etwas herausfordernder gemacht. Wir werden sehen, was passiert. Ich habe keine Türen geöffnet oder geschlossen“, sagte Foss.
Eine Richtung wollte Foss nicht bestätigen, einen möglichen Wechsel zu Uno-X Mobility schloss er jedoch nicht aus. „Als Norweger ist Uno-X immer eine Option. Ich kenne dort viele, also wird es immer eine Möglichkeit sein“, schloss er.