Team Visma | Lease a Bike hat sein Aufgebot für die Tour de France 2026 bekannt gegeben – eine Auswahl um
Jonas Vingegaard, erneut ohne niederländische Fahrer. Zugleich klärte die Mannschaft die Unsicherheit um das Fehlen von
Wout van Aert:
Davide Piganzoli rückt nach seinem starken Giro d’Italia in den letzten Tour-Kaderplatz.
Das Team präsentierte seinen
Achterkader vor dem Grand Départ in Barcelona, wobei die meisten Namen bereits zuvor erwartet worden waren. Neben Piganzoli starten Jonas Vingegaard, Edoardo Affini, Bruno Armirail, Victor Campenaerts, Matteo Jorgenson, Per Strand Hagenes und Sepp Kuss für Visma.
Piganzolis Nominierung folgt auf einen von Visma als beeindruckend bewerteten Giro d’Italia und macht ihn zum logischen Kandidaten, um die Kletterfraktion rund um Vingegaard zu verstärken. Intern waren mehrere Fahrer als mögliche Van-Aert-Ersatzleute diskutiert worden, darunter Ben Tulett, Wilco Kelderman und Bart Lemmen. Trotz guter aktueller Form schaffte es keiner von ihnen in den endgültigen Tour-Kader.
Davide Piganzoli und Jonas Vingegaard vor der 20. Etappe des Giro d’Italia 2026
Zum zweiten Jahr in Folge ohne Niederländer
Das erneute Fehlen niederländischer Fahrer fällt besonders bei einem Team ins Gewicht, das eng mit niederländischen Strukturen verbunden ist. Zum zweiten Mal in Serie startet Visma | Lease a Bike ohne einen einzigen Niederländer in die Tour.
Diese Entscheidung stößt bei einigen Analysten und Fans auf Unmut, die zumindest einen heimischen Vertreter bei der größten Rundfahrt des Jahres erwartet hatten.
Ex-Profi Bobbie Traksel äußerte deutliche Kritik an der Herangehensweise des Teams und stellte sportliche wie symbolische Aspekte der Auswahl in Frage. „Es gibt niemanden, der alles kann wie Wout van Aert. Und dann bist du ein niederländisches Team… komm schon. Nimm einen niederländischen Fahrer mit zur Tour de France“, sagte Traksel im Eurosport-Podcast
Kop over Kop.
Er verknüpfte das Thema zudem mit der Sponsorenidentität und der öffentlichen Wahrnehmung. „Du bringst Rabobank zurück in den Radsport. Dann nimmst du nicht eine Mannschaft voller Ausländer mit zur Tour de France. Denn ehrlich gesagt: Irgendwann lässt die Zuneigung für dieses Team nach, wenn keine Niederländer dabei sind. Man fühlt einfach keine Wärme mehr für dieses Team.“
Traksel betonte außerdem, wie wichtig Repräsentation für Sichtbarkeit in der TV-Berichterstattung ist. „Nach einer Etappe ein Interview mit einem niederländischen Fahrer dieses Teams führen zu können… und nicht mit einem sportlichen Leiter, sondern mit jemandem wie Wilco Kelderman. Ich hätte wirklich stark für Kelderman oder Bart Lemmen bei der Tour de France plädiert.“