Die Klassiker-Pläne von
Team Visma | Lease a Bike haben früh einen Dämpfer erhalten:
Timo Kielich verpasst die Tour of Flanders, nachdem er sich bei einem Sturz während
In Flanders Fields das Schlüsselbein gebrochen hat.
Der Belgier ging rund 170 Kilometer vor dem Ziel zu Boden und zeigte sofort deutliche Schmerzen, als er sich das Schlüsselbein hielt und die Straße verließ. Das Ausmaß der Verletzung war schnell klar, beendete sein Rennen unmittelbar und schließt einen Start beim Monument am Sonntag aus. Für ein Team, das auf seine größten Frühjahrsziele hinarbeitet, könnte das Timing kaum ungünstiger sein.
Breite im Aufgebot vor Flandern geschwächt
Kielich ist vielleicht nicht der prominenteste Name in der Visma-Aufstellung, doch seine Rolle in der Klassiker-Gruppe ist wertvoll. Die
Flandern-Rundfahrt verlangt über mehr als 250 Rennkilometer nach mannschaftlicher Präsenz, Positionierung und Kontrolle – jeder Helfer zählt. Einen davon schon vor dem Start zu verlieren, verringert den Spielraum gegen Teams, die in Bestbesetzung antreten.
Visma hatte eine Formation zusammengestellt, die
Wout van Aert tief in die entscheidenden Phasen hinein unterstützen kann. Kielichs Ausfall nimmt eine dieser Optionen vom Brett und erzwingt kurzfristige Umstellungen. Der Sturz hatte zudem Folgen über das Team hinaus. Laurenz Rex von Soudal - Quick-Step war in denselben Zwischenfall verwickelt und musste aufgeben, wodurch auch sein Start fraglich ist.
Schwung gebremst zum ungünstigsten Zeitpunkt
Der Rückschlag kommt just in dem Moment, in dem Van Aert Fahrt aufzunehmen scheint. Bei In Flanders Fields war er der einzige Fahrer, der Mathieu van der Poel am Kemmelberg folgen konnte, und prägte so lange die vermeintlich entscheidende Rennkonstellation. Auch wenn das Feld zurückkehrte und einen Sprint einleitete, bestätigte die Leistung sein nötiges Niveau mit Blick auf die Tour of Flanders.
Umso schwerer wiegt der Verlust an Unterstützung. In einem Rennen, in dem die Positionierung vor den Schlüsselanstiegen alles entscheiden kann, ist die Teambreite oft genauso wichtig wie die Stärke des Kapitäns. Gegen Rivalen wie Alpecin-Premier Tech, die durch den Sieg von Jasper Philipsen ihre taktische Schlagkraft zeigten, können schon kleine zahlenmäßige Unterschiede ausschlaggebend werden.
Van Aert wird dennoch zu den Favoriten zählen. Doch mit einem fehlenden Helfer wird die Aufgabe schon vor dem Start ein Stück anspruchsvoller.