Johan Museeuw ist dreimaliger Sieger der Ronde van Vlaanderen und Landsmann von
Wout van Aert, Belgiens größter Trumpf für den Sieg an diesem Sonntag. Dafür braucht es jedoch nicht nur seine absolute Topform, sondern auch Glück und womöglich riskante Taktik.
„Er hat auf dem Kemmelberg der Attacke von
Mathieu van der Poel standgehalten […] In den vergangenen zwei Jahren musste er am Oude Kwaremont reißen lassen“, sagte Museeuw bei De Afspraak als positives Zeichen für die aktuelle Form des Belgiers vor seinem ersten großen Saisonziel.
Beide haben einen ähnlichen Weg in die Kopfsteinpflaster-Monumente gewählt, nutzten Tirreno–Adriatico als wichtigen Baustein in der Vorbereitung und zeigten starke Beine bei Mailand–Sanremo. Am vergangenen Sonntag kam es bei der Kopfsteinpflaster-Klassikerpremiere zum ersten echten Duell der beiden, die jeweils auf den letzten zwei Anstiegen des Kemmelbergs attackierten, ohne sich jedoch abzuschütteln.
Auf den flachen Schlusskilometern arbeiteten sie zusammen, doch der Vorstoß trug nicht. Nach Ansicht von Museeuw ist van der Poel derzeit stärker, und Van Aert sollte den gegenseitigen Respekt kurz beiseiteschieben und die Zusammenarbeit mit dem Niederländer verweigern, wenn sich die Gelegenheit bietet.
„Was sollte er aus meiner Sicht tun? Einfach folgen und am Hinterrad sitzen. Den Moment ausnutzen und beide im Sprint schlagen. Dann steht Belgien Kopf.“
Könnte Wevelgem der Beweis sein, den Van Aert brauchte?
Das ist selbst bei perfekter Ausführung äußerst schwierig, denn Tadej Pogačar dürfte der Mann sein, den es zu schlagen gilt, und sein Kletterniveau ist allen überlegen – auch bei den explosiveren Bemühungen auf den flämischen Bergen. Doch Van Aert wirkt besser gerüstet als vor 12 Monaten.
„Obwohl Van der Poel einen relativ schwächeren Tag hatte, wollte er dennoch testen, wie weit Wout van Aert in Sachen Explosivität ist. Er hat diesen Test gut bestanden. Das sollte Van Aert Rückenwind geben.“ Dwars door Vlaanderen an diesem Mittwoch könnte Van Aerts erster Saisonsieg werden, was auf dem Papier weiteres Selbstvertrauen geben würde.
„Das sollte ihm die Entschlossenheit geben, am Oude Kwaremont und am Paterberg nicht zurückzufallen und die Ronde van Vlaanderen erstmals zu gewinnen.“