Primoz Roglic hat die
Vuelta a España als Zweiter beendet – nach einer Rundfahrt, in der er erneut dicht an einem historischen Kapitel war. Der Slowene jagte seinen fünften Gesamtsieg bei der Spanien-Rundfahrt, womit er alleiniger Rekordsieger geworden wäre. Am Ende fand er jedoch kein Mittel gegen einen
Enric Mas, der über die gesamte Konkurrenz in den Bergen stärker auftrat.
Roglic reiste mit dem klaren Ziel an, wieder um den Gesamtsieg zu fahren, doch die Umstände zu Beginn der Rundfahrt ließen kaum erwarten, dass er schließlich in den Top 2 landen würde. Er selbst räumte ein, dass sein Ansatz war, Etappe für Etappe zu schauen, ohne sich anfangs allzu hohe Erwartungen zu setzen.
„Als ich startete, war die Situation schwierig, aber ich wollte die Vuelta fahren. Ich nahm es Tag für Tag und hätte mir nicht vorgestellt, Zweiter zu werden“,
erklärte der Slowene nach dem Ziel.
Trotz des verpassten Sieges wollte Roglic den Wert seines Ergebnisses betonen. Für den vierfachen Vuelta-Gewinner ist der Kampf um die Gesamtwertung und der zweite Platz unter den gegebenen Umständen nahezu ein Sieg. „Für mich ist es ein Sieg. Ich gab mein Bestes, ich wurde besser“, sagte er.
Enric Mas, der Stärkere in den Bergen
Der Schlüssel der Rundfahrt lag im Gebirge, wo Enric Mas die entscheidenden Differenzen gegenüber Roglic herausfuhr. Der Spanier präsentierte sich an den großen Hochgebirgstagen stabiler und setzte sich am Ende mit seiner Überlegenheit durch.
Roglic fand trotz aller Versuche keinen Weg, eine Gesamtwertung zu drehen, in der Mas mit fortschreitendem Rennen immer mehr an Autorität gewann. Der Slowene musste sich schließlich mit Rang zwei begnügen – ganz nah an einem historischen Rekord.
Ein Sieg hätte Roglic die fünfte Gesamtwertung bei der Vuelta a España eingebracht und ihn vor Roberto Heras zum alleinigen Rekordsieger gemacht. So bleiben beide nun mit vier Erfolgen gleichauf.
Weit entfernt davon, Frust zu zeigen, fand Roglic auch anerkennende Worte für seinen Rivalen. „Ich freue mich auch für Enric Mas, denn er verdient diesen Sieg“, sagte er.
Montreal-WM als nächstes Ziel für Roglic
Offen ist nun, ob Roglic erneut die fünfte Vuelta a España ins Visier nimmt. Der Slowene ließ die Tür für eine Rückkehr offen, machte aber klar, dass er Entscheidungen über seine Zukunft nicht überstürzen will. „Vielleicht kehre ich zur Vuelta zurück, ich muss Entscheidungen Schritt für Schritt angehen“, erklärte er.
Vorerst will sich der Slowene auf die nächsten Ziele konzentrieren, bevor er seinen künftigen Weg festlegt. Nach einer fordernden Vuelta richtet sich sein Blick nun auf die Weltmeisterschaften in Kanada. „Ich wollte nur dieses Rennen beenden, und jetzt werde ich die Weltmeisterschaften in Kanada genießen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt“, schloss er.
So verlässt Roglic die Vuelta ohne den ersehnten fünften Triumph, aber mit einem zweiten Platz, der angesichts der erschwerten Ausgangslage besonderes Gewicht hat. Der Rekord muss warten, während Enric Mas einen Sieg genießt, den er nach Roglic’ Worten voll und ganz verdient.