
Die Enthüllung - oder besser gesagt die Bestätigung - der Route der Tour de France 2025 war das große Highlight dieser Woche in der Welt des Radsports. Es ist eine Route, die sich von den letzten Jahren unterscheidet, zurück zu einer "traditionellen" Route, die einige Vor- und Nachteile mit sich bringt. Gemeinsam mit unseren Kollegen von CyclingUpToDate werfen wir einen Blick darauf und analysieren sie.
Die Strecke wurde am Dienstagmorgen in Paris offiziell bestätigt. Wie die engagierten französischen Nachrichtenagenturen herausgefunden haben, sieht der Kurs für 2025 eine erste Woche mit neun flachen und hügeligen Etappen sowie ein Zeitfahren vor. Die Hochgebirgsetappen werden erst am 12. Tag des Rennens stattfinden, was dem Trend widerspricht, die Etappen für die Fahrer des Gesamtclassements gleich zu Beginn der Grand Tours zu veranstalten, der immer mehr zunimmt. Die Tour ist eine Wette eingegangen, auch mit einer komplett französischen Route, aber wird sie sich auszahlen?
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GUT: Es ist eine 'klassische' Route, die einem Trend der Vergangenheit folgt und sich von den letzten Touren unterscheidet
Innovation ist gut, aber es kann auch gut sein, einen traditionellen Weg einzuschlagen. Ich denke, es gab definitiv eine Entscheidung von oben, eine Strecke zu fordern, die an die 2000er Jahre erinnert, und sie wurde gut umgesetzt. In diesem Jahr, dem ersten Jahr seit 2020 (allerdings wegen Covid), in dem die gesamte Strecke innerhalb Frankreichs verläuft, sehen wir ein zweigeteiltes Rennen, ganz klar.
In der ersten Hälfte gibt es viele Möglichkeiten für die Sprinter, so wie früher, als Erik Zabel und Mark Cavendish die Siege in Scharen nach Hause brachten. Derzeit gibt es jedoch so viele gute Sprinter und Ausreißer, dass ein solches Szenario nicht realistisch ist. Vor allem aber gibt es wieder eine Tour-Route, auf der die Klassiker-Fahrer wirklich ehrgeizig sein können. Ein weiterer Trend der letzten Zeit ist die Einfügung zahlreicher Bergetappen, um es "spannend" zu machen, und der Versuch, die verbleibenden Plätze mit möglichst vielen Sprintetappen aufzufüllen, um sicherzustellen, dass die schnellen Männer trotzdem kommen. Dies hat oft dazu geführt, dass es nur wenige hügelige Etappen gibt, und wenn, dann eher in der zweiten und dritten Woche, wo sie zu sicheren Ausreißertagen werden.
Im Jahr 2021 lag die Strecke fast zu 100 % in Frankreich, und der Fokus war ähnlich wie in diesem Jahr, da die erste Woche Chancen für die Puncheure bot. Die Siege und gelben Trikots von Julian Alaphilippe und Mathieu van der Poel waren ikonische Tage... Das ist eine Formel, die funktionieren kann, und sie ist wieder da. Die Etappen 2, 4, 6 und 7 haben alle ein explosives, hügeliges Finale. Auf den Etappen 2 und 4 wird das Gelbe Trikot auf dem Spiel stehen, da es keine Berge gibt, die dazwischen liegen. Die Etappen 6 und 7 finden nach dem Zeitfahren statt, so dass es keineswegs sicher ist.
Aber auf allen vier Etappen werden die Fahrer des Gesamtclassements alles geben müssen, um keine Zeit zu verlieren (oder zu gewinnen, wenn man zum Beispiel Pogacar heißt). Mathieu van der Poel und Wout Van Aert zum Beispiel werden als Klassikerspezialisten auf der Jagd nach Siegen sein, während Sprinter wie Mads Pedersen und Arnaud De Lie hoffen werden, dass die Anstiege nicht zu schwer sind und sie zum Sieg sprinten können. Viele verschiedene Fahrertypen - ihre Ausreißversuche und Taktiken werden in diesen Tagen miteinander vermischt, was sehr spannend ist. Fahrer wie van der Poel und Van Aert hatten praktisch keinen Grund mehr, bei der Tour dabei zu sein, als sie sich auf unpassenden Strecken den Domestiquen zuwandten, aber jetzt haben sie durchaus einen Grund, dies zu tun und sogar große Ziele zu verfolgen.
Schlecht: Die Organisatoren haben die Route vorgestellt, ohne die Hälfte der Etappen entworfen zu haben
Eine meiner Lieblingsbeschwerden ist, dass die Route nicht fertig ist. Die Route wurde zwar vorgestellt, aber als "bestätigte Route" verkauft, obwohl das nicht der Fall ist. Wir haben nur das Profil einiger weniger Etappen, vor allem der bergigen Tage, erhalten. Wir haben einen guten Blick auf einige der hügeligen Finaltage der ersten Woche, wir verstehen, was wir sehen. Aber ist die Strecke schon fertig? Bei vielen Etappen wurden nur die Start- und Zielorte bekannt gegeben. Wir wissen nicht, ob es sich um flache oder hügelige Etappen handelt; die Antwort darauf kennen wir hauptsächlich aus den französischen Nachrichten, die eine erstaunliche Arbeit leisten, wenn es darum geht, die Punkte zu verbinden.
Bei der Tour de France wurde die Strecke vorgestellt, bevor sie überhaupt feststand. Bei der für die Gesamtwertung wichtigen Etappe zum Mont Ventoux ist außer dem Startort und dem Schlussanstieg noch nichts bekannt. Mehrere flache Tage und auch das Zeitfahren auf der 5. Etappe sind noch nicht festgelegt. Wie es sich gehört, wurde die Strecke der Tour de France Femmes heute vollständig enthüllt - alle Profile, Karten und alles, was Sie brauchen, sind bereits verfügbar. Die Streckenpräsentation des Giro d'Italia wird in zwei Wochen stattfinden und es wird nicht dasselbe passieren, die Profile werden zur Verfügung gestellt, weil die Strecke fertig ist. Ich verstehe nicht, warum man nicht beschließt, die Präsentation um einen oder zwei Monate zu verschieben, damit die Tour de France "wirklich präsentiert" wird und nicht nur ein paar Etappen mit ein paar Ideen und Plänen kombiniert werden - abgesehen davon, dass damit die Botschaft vermittelt wird, dass sich niemand wirklich für die Sprintetappen interessiert oder dafür, wie sie aussehen, sie werden einfach 'wann auch immer' enthüllt.
GUT: Das erste Bergzeitfahren seit Ewigkeiten!
Wie jemand in den sozialen Medien schrieb, irgendwo... Die Tour soll ein Trendsetter sein. Ich bin nicht der größte Fan von Bergzeitfahren, aber das liegt daran, dass es sie hauptsächlich bei kleineren Rennen gibt, bei denen normalerweise nicht viele Zuschauer anwesend sind, und dass sie in der Regel ganz am Ende eines Rennens stattfinden, wo sie kaum einen Unterschied machen. Bei der Tour de France ist das nicht der Fall. Wir werden ein Spektakel an den Hängen des Col de Peyragudes erleben, und das war eine gute Wahl, denn es handelt sich um einen Anstieg mit einer brutalen Schlussrampe, die fast 20 % erreicht.
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Das bedeutet, dass Taktiken möglich sind, obwohl es sich um ein reines Bergzeitfahren handelt. Erstens sind die ersten drei Kilometer flach, was bedeutet, dass es eine Debatte darüber geben wird, ob ein TT-Rad vorteilhaft ist oder nicht - was auch für den Anstieg gelten kann, wenn man bedenkt, wie schnell die Stärksten ihn hochfahren. Aber die Tatsache, dass der Anstieg mit einer wahnsinnig steilen Rampe endet - wo Chris Froome in Gelb 2017 über 20 Sekunden auf die Hauptfavoriten verloren hat - bedeutet, dass dies kein Leistungsmesser-Wettbewerb sein wird. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, aber gleichzeitig können wir mit massiven Leistungen rechnen, die sicherlich beeindrucken werden - während das Fehlen des Ausdaueraspekts am Tag für Überraschungen sorgen kann, da der Anstieg nicht brutal ist.

SCHLECHT: Fast alle Bergetappen haben das gleiche Format
Bei dieser Tour gibt es sechs Bergetappen. Eine davon ist das Bergzeitfahren, und die andere ist der Tag, der auf den Mont Ventoux führt - zu meinem Unmut wurde die Route noch nicht bekannt gegeben, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass es ein "Unipuerto"-Tag ist (ein großer Anstieg und eine große Anstrengung). Es gibt noch vier Etappen, zwei in den Pyrenäen und zwei in den Alpen. Schauen Sie sie sich genau an, was fällt Ihnen als Erstes auf?




Sie sind... Fast genau die gleiche Etappe, aber viermal. Das ist ein großer Kritikpunkt, den ich an dieser Strecke habe, vielleicht sogar der größte. Erstens beginnen die Organisatoren in den Pyrenäen bewusst alle Etappen flach, bevor sie einige lange Anstiege mit gleichmäßiger Steigung und dann eine Bergankunft einbauen. Das ist eine altbewährte Formel, die immer wieder angewendet wird, und wir werden noch mehr davon haben. Die Etappen nach Hautacam und Superbagneres sind praktisch identisch, und da die letzten Anstiege recht schwierig sind, ist es sehr unwahrscheinlich, dass vor dem Schlussanstieg, bei dem es einen W/Kg-Wettbewerb geben wird, Risiken eingegangen werden. Wir werden wahrscheinlich viermal die gleiche Art von Rennen und Kampf erleben, und das gilt für die große Mehrheit der Bergetappen. Die Etappe über den Mont Ventoux wird die gleiche sein, nur in einem anderen Format.
Keine langen Bergetappen (im Gegenteil, sie setzen weiterhin auf kurze Etappen mit flachem Start), bei denen Ausdauer und Ermüdung eine größere Rolle spielen, keine ultrasteilen Anstiege, keine explosiven Etappen... Die Tour de France Femmes hat eine brillante Schlussetappe mit einem brutalen Anstieg auf halber Strecke und einigen kleineren, aber immer noch harten Anstiegen während des Tages... Das nennt sich Innovation und ist ein Format, das Anreize für Attacken, aggressive Rennen, Überraschungen oder komplexere Taktiken schaffen soll.
Nur auf der 19. Etappe mit ihrem relativ (wenn auch nicht allzu) harten Start könnte etwas davon passieren und von Bedeutung sein. Auf den Alpenetappen wird es zu diesem späten Zeitpunkt des Rennens keine bedeutenden frühen Angriffe im Kampf um die Spitzenpositionen mehr geben. Und wenn ein Team wie UAE oder Visma das Rennen kontrollieren will, können sie das leicht tun, denn es gibt flache Straßen und konstante Anstiege. Sowohl der Giro als auch die Vuelta sind sehr innovativ, und obwohl sie vielleicht von einer "besseren" Geographie profitieren (Berge in einem größeren Gebiet des Landes), hat die Tour dies schon einmal getan, und zu einem traditionellen Kurs zurückzukehren bedeutet nicht, dass man auch eine Formel neu erfinden muss, die nicht funktioniert, es sei denn, man hat "verrückte" Fahrer wie Pogacar oder Vingegaard, die der Konkurrenz so überlegen sind, dass es nicht wirklich wichtig ist, wo sie angreifen.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








